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| Dieser Artikel behandelt die Zähne der Mundhöhle; weitere Bedeutungen unter Zahn (Begriffsklärung)
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Bild:Haizahn-foss.jpg Fossiler Zahn eines Haies. Länge 4 cm
Zähne (latein. Dentes; der Zahn = Dens; dentis = des Zahnes; dental = den Zahn betreffend; griech. Odous; Plural Odontes) sind Hartgebilde in der Mundhöhle, die als modifizierte Teile des Hautskeletts in ihrer Gesamtheit das Gebissbilden. Sie sind aus den einfachen Hautzähnenvorzeitlicher Fische entstanden. Im Verlauf der Evolutionverschmolzen die Schuppenzähnezu Hartgebilden mit basaler Knochenmasse, Dentinkroneund innerer Pulpahöhle.
Mit den Zähnen wird Nahrung ergriffen, zerkleinert und zermahlen. Sie haben sich bei den Wirbeltierenund beim Menschen nach dem Form-Funktionsprinzip entwickelt. Beim Menschen kommen als Funktionen noch die Lautbildung(insbesondere des S-Lautes) und soziale Funktionen hinzu, bei Tieren fungieren sie auch als Waffen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Echte und unechte Zähne
- 2 Zahnarten
- 3 Zahlencode der Zähne
- 4 Aufbau des Zahns
- 4.1 Zahnschmelz (Enamelum)
- 4.2 Zahnbein (Dentin)
- 4.3 Zahnmark (Pulpa)
- 4.4 Zahnzement (Cementum)
- 5 Wurzellose Zähne
- 6 Zahnwechsel
- 7 Erkrankungen und wichtige Behandlungsformen
- 8 Siehe auch
- 9 Weblinks
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Echte und unechte Zähne
Im Tierreich unterscheidet man echte und unechte Zähne.
- Die echten Zähne bestehen aus Schmelz Dentin und Zement sowie einer Pulpa. Sie werden auch Dentinzähne genannt, weil das Dentin den Hauptbestandteil bildet (siehe heterodontesGebiss).
- Bei den unechten Zähnen fehlen die Hartsubstanzen Schmelz, Dentin und Zement. Es handelt sich meist um Hornzähne, wie sie z.B. im Schlundund in der Speiseröhreder Lederschildkröten zu finden sind. Primitive wurzellose Zähne kommen bei Fischen, Amphibienund Reptilienvor und stellen den Grundtyp der Zähne dar. Sie können die Form von leicht zugespitzten, konischenKegel-Zähnen haben, die bei Haien kantig oder mehrzackig, bei Fischen zu Pflasterzähnen, bei Schlangen zu Giftzähnenumgebildet sein können (siehe homodontesGebiss).
Zahnarten
Beim Menschen und den meisten anderen Säugern unterscheidet man Schneidezähne(Incisivi), Eckzähne(Canini, Fangzähne) und Backenzähne. Die Backenzähne werden in die Vormahlzähne(Prämolar) und Mahlzähne(Molar) unterteilt.
Der erwachsene Mensch besitzt mit den Weisheitszähnenim Regelfall 32 Zähne: im Ober- und Unterkiefer rechts und links je 2 Mahlzähne und 2 Vormahlzähne und einen Weisheitszahn (zusammen also 20), je einen Eckzahn (zusammen 4) und je 2 Schneidezähne (zusammen 8). Das Milchgebiss(temporäres Gebiss der Kinder) besitzt hingegen nur 20 Zähne; die Zähne 6,7,8 beidseits (also die hinteren Backenzähne) fehlen, weil der Kiefernoch nicht die endgültige Größe hat.
Siehe auch: Zahnformel
Zahlencode der Zähne
Bild:Roentgenaufnahme gebiss 20040920.jpg menschliches Gebiss mit 32 Zähnen (Röntgenbild); bis auf Zahn 38 (im Bild rechts unten) sind die Weisheitszähne noch nicht durchgebrochen
Zur Vermeidung von Mißverständnissen werden die Zähne des Menschen in der Zahnheilkundedurch Zahlen eindeutig bezeichnet. Das Gebiss wird dazu in 4 Quadrantenunterteilt, die als erste Ziffer der Zahnbezeichnung dienen:
- oben rechts = 1 (bei Milchzähnen: 5)
- oben links = 2 (bei Milchzähnen: 6)
- unten links = 3 (bei Milchzähnen: 7)
- unten rechts = 4 (bei Milchzähnen: 8)
Die einzelnen Zähne werden dann jeweils von vorn beginnend durchnummeriert. Der rechte untere Weisheitszahnträgt somit die Bezeichnung 48 (sprich: vier-acht), während der erste obere linke Schneidezahn als 21 (sprich: zwei-eins) bezeichnet wird.
Aufbau des Zahns
Bild:Zahn ana.gif Der Aufbau eines Zahns
Jeder Zahn besteht aus der Zahnkrone(Corona dentis), dem Zahnhals(Collum dentis) und der Zahnwurzel(Radix dentis) und ist aus mehreren Schichten aufgebaut. Das, was man im gesunden Gebiss äußerlich vom Zahn sieht, ist nur der Zahnschmelz, der wie eine Krone das innen liegende Zahnbein (Dentin) bedeckt. Das Dentin wiederum umschließt das Zahnmark (Pulpa).
Zahnschmelz (Enamelum)
Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des menschlichen Körpers. Er besteht zu 95 Prozent aus Hydroxylapatit(Ca5(PO4)3(OH)), einem kristallinen Material, dessen Hauptanteil Kalziumund Phosphatist. Der Zahnschmelz ist für wasserlösliche Stoffe geringfügig durchlässig, zum Beispiel für seine Bestandteile Kalzium und Phosphat, sowie für Fluoride. Mit Hilfe von Fluoriden wird das Hydroxylapatit in das härtere Fluorapatit(Ca5(PO4)3(F)) umgewandelt. Deshalb werden diese zur Härtung des Zahnschmelzes in Zahnpastenverwendet. Hingegen können Säurendem Zahn schaden, weil sie aus dem Zahnschmelz das Kalzium und Phosphat herauslösen und ihn damit aufweichen (siehe Karies).
Zahnbein (Dentin)
Unter dem Zahnschmelz liegt das Zahnbein oder Dentin. Es stellt die Hauptmasse des Zahnes dar. Die Hartsubstanz des Dentins besteht wie beim Zahnschmelz aus Kalzium und Phosphat, allerdings nur zu zwei Dritteln, der Rest ist Eiweißund Wasser, weshalb Dentin weicher und anfälliger gegen Karies ist als der Zahnschmelz. Das Dentin ist schmerzempfindlich. Hitze-, Kälte- und Berührungsreize führen zu Flüssigkeitsbewegungen in den Dentinkanälchen (die im Bereich des Zahnhalses bis an die Oberfläche reichen können). Dies reizt die Tomes'schen Fasern, Zellfortsätze der Odontoblasten(Dentin-bildende Zellen). Die Odontoblasten stehen mit freien Nervenendigungen in Verbindung, die den Reiz als Schmerzempfindung ans Zentralnervensystem weiterleiten.
Zahnmark (Pulpa)
Das Dentin umschließt wiederum den inneren Teil des Zahns, Pulpaoder Zahnmark genannt, die von Blutgefäßen und Nervenfaserndurchzogen wird.
Zahnzement (Cementum)
Im Wurzelbereich wird das Dentin vom Zahnzementbedeckt, der dritten Zahnhartsubstanz neben dem Zahnschmelz und dem Dentin. Der Zahnzement
umschließt als dünne Schicht das Wurzeldentin, ist die äußere Hülle des Zahnes und ?mauert? die Zahnwurzel im Kiefer ein. Doch hat die Verbindung zum Kieferknochen, in dem jeder Zahn in seinem Zahnfach (Alveole) aufgehängt ist, eine gewisse Elastizität (siehe Zahnhalteapparat).
Wurzellose Zähne
Bei einigen Säugetieren sind wurzelloseZähne ausgebildet. Sie besitzen keinen Wurzelkanalund wachsen zeitlebens, im Gegensatz zu den Wurzelzähnen. Das permanente Wachstum wird durch den Zahnabrieb in Grenzen gehalten. Nachwachsende Zähne finden sich auch bei Fischen, Lurchenund Reptilien. Wurzellose Zähne bei Säugern sind:
- alle Zähne der Hasenartigen(Kaninchen, Hasen..), der Chinchillasund der Meerschweinchen
- die Caninider männlichen Schweine(hier auch als Hauer oder Gewehre bezeichnet) sowie die Stoßzähnebei Elefant, Walrossund Flusspferd
- die Nagezähneder verschiedenen Nagetiere.
Zahnwechsel
Bei den meisten Säugetierengibt es einen einmaligen Zahnwechsel (Diphyodontie). Zunächst werden Milchzähneangelegt (lacteale Dentition), die später durch die "zweiten" oder bleibenden Zähne (permanente Dentition) ersetzt werden. Die Molaren (hintere Backenzähne) haben generell keine Milchzahnvorgänger, sie entstehen nur im bleibenden Gebiss.
Bei Fischen, Amphibienund Reptilienkönnen die Zähne zeitlebens immer wieder durch neue ersetzt werden (Polyphyodontie). Bekannt sind hierfür z.B. die Zebrafischeund das "Revolvergebiss" der Haie.
Erkrankungen und wichtige Behandlungsformen
Die häufigste Krankheit der Zähne und des Menschen überhaupt ist die Zahnkaries(Zahnfäule). Auch Erkrankungen des Zahnhalteapparats (siehe Zahnfleisch, Parodontitisund Parodontose) sind häufig.
Bereits in der Steinzeitwurden entzündete Zähne fachkundig gezogen, und seit Jahrtausenden gehören Zahnfüllungen(vulgo "Plomben"), vereinzelte Zahnkronenund Kiefer-Operationenzur Gesundheitspflege von Kulturvölkern.
Wenn heute durch notwendig gewordene Extraktionen größere Zahnlückenentstehen, wird häufig eine Zahnprothese("drittes Gebiss") oder eine Brückeeingesetzt. Seit etwa 20 Jahren besteht auch die Möglichkeit metallener Zahnimplantate, die im Kiefer einwachsen und später überkront werden. Wachsende Bedeutung hat auch die Mundhygiene, die von Zahnärztenzur Gesunderhaltung des Zahnfleisches angeboten wird.
Cave: in seltenen Fällen kann akut auftretender Zahnschmerzeinziges Symptom eines Herzinfarktssein.
Siehe auch
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| Wiktionary: {{{2|Zahn}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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| Commons: {{{2|Category:teeth}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
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- Zahnmedizin
- Gebiss- Milchgebiss- Parodontologie- Zahnarzt
- Zahnpflege- Zahnaufhellung- Zahnblei- Zahnspange
Weblinks
- www.zahnwissen.de
- Schiefe Zähne sind eine Folge des Kochens
- www.wissenschaft.de: Forscher können anhand von fossilen Zähnen feststellen, wie sich Vormenschen ernährt haben
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