|
Zahnbelag (Plaque) besteht aus mehreren, komplex aufgebauten Schichten und enthält Eiweiße, Kohlenhydrate, Phosphateund Mikroorganismen. Zahnbelag entsteht besonders dort, wo Zahnflächen nicht durch natürliche oder künstliche Reinigungbelagfrei gehalten werden können.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Entstehung
- 1.1 Eiweißschicht
- 1.2 Bakterienansiedlung
- 1.3 Symbiose von Bakterien
- 2 Folgen von Zahnbelag
|
Entstehung
Eiweißschicht
Zunächst bildet sich auf der Zahnoberfläche (dazu gehören auch künstliche Oberflächenwie Füllungen oder Zahnersatz) ein Niederschlag aus Speicheleiweißund Epithelabschilferungen. Dieser wird in der englischen Fachliteratur Pellicle genannt. Pellicle bildet innerhalb von etwa einer halben Stunde eine dünne Schutzschicht und ist abspülbar!!. (Im Gegensatz zu der Plaque und der Cutikula, das Zahnoberhäutchen, die nur mit Zahnbürsten entfernt werden können. Das Entfernen der Cutikula ist für die Zahngesundheit nicht erforderlich.)
Bakterienansiedlung
Auf dieser Eiweißschicht (nur wenige Mikrometerdick) können sich mit Hilfe der mukösen Anteile des Speichels (Muzine) Bakterienbinden, die zur normalen Mundflora gehören. Diese Mikroorganismen haben an ihrer Zellwandspezielle Rezeptoren, die diese Bindung ermöglichen. Für die Bakterien ist das deshalb interessant, weil sie sonst in den Magengelangen, was ihren sicheren Tod bedeuten würde.
Symbiose von Bakterien
Kann dieser Vorgang ungestört verlaufen, siedeln sich auf der ersten Bakterienschicht neue Mikroorganismen an und vermehren sich. Nach den Erkenntnissen der Biofilm-Forschung kleben die Bakterien nicht einfach aufeinander, sondern bilden eine Symbiose, in der sie sich gegenseitig mit Stoffwechselproduktenversorgen. Spezielle Kontaktmolekülesorgen fur die Stabilisierung der Bakteriengemeinschaft. Innerhalb der Bakterienschicht verlaufen Kanäle, die die Diffusionvon Stoffen ermöglichen. Zwischen den Bakterien bildet sich eine Matrixaus Eiweiß und Kohlenhydraten, die als Nahrungsreserve dient und die Schicht mechanisch verstärkt.
Biofilme haben ein zähes Leben, der Gebrauch von antiseptischenMundspülungenkann nur der oberen Zellschicht etwas anhaben. Da Bakterien zur Zellteilung nur eine halbe Stunde benötigen, ist diese Schicht innerhalb kürzester Zeit wiederhergestellt.
Folgen von Zahnbelag
Unter bestimmten Umständen (hoher und häufiger Zuckerkonsum) werden diese Mikroorganismen begünstigt, die dem Überangebot an Nahrstoffen widerstehen können. Dies führt zu Säurebildungund damit zu Karies.
Zahnbelag kann auch Mineralstoffeaufnehmen und dadurch fest werden (Zahnstein). Zahnstein ist rauher als die natürliche Zahnoberfläche (oder gut polierte Füllungen) und begünstigt eine neue Bakterienansiedlung. Seine Entfernung ist daher nützlich.
Bestimmete (anaerobe) Mikroorganismen bilden auch Stoffe, die die Immunabwehrreizen. Es kommt dann zur Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Die Reizung bewirkt eine Schwellung und Rötung des Zahnfleischs, das bei Berührung leicht blutet. Verläuft die Entzündung bei empfindlichen Personen weiter, kann Parodontitisentstehen. Dann kann sich auch unterhalb des Zahnfleischrands Zahnstein entwickeln, der Minerale aus Blutund Zahnfleischsekret erhält (anders zusammengesetzt als der Zahnstein oberhalb des Zahnfleischrands, der durch Speichelbestandteile mineralisiert).
Neben Parodontitis und Karies bilden Bakterien in Zahnbelägen auch geruchsintensive Schwefelverbindungen, woraus der Mundgeruch resultiert.en:Tooth#Plaque
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
|