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Die Zahnformel (auch Gebissformel genannt) ist eine Übersicht über die bei einem Säugetiervorkommenden Zähne. Sie wird in der Regel nur für eine Hälfte des Ober- und Unterkiefers dargestellt, da Gebisse immer spiegelsymmetrisch sind. Beim Menschen werden die Zähne meist vom 1. Schneidezahn nach hinten durchnumeriert. Bei Haustierenwerden die Zahnformen (I=Incisivus[Schneidezahn], C=Caninus[Eckzahn], P=Prämolar[Vormahlzahn], M=Molar[Backenzahn]) und innerhalb der Zahnformen die Anzahl mit entsprechenden Ziffern nebeneinander gestellt.
Zu beachten ist, dass die meisten Säugetiere nach der Geburt einen Zahnwechselvollziehen. Im Milchgebisssind immer weniger Zähne vorhanden als im bleibenden Gebiss.
Die Kenntnis der Zahnformeln ermöglicht das Erkennen von nicht ausgebildeten Zähnen. In der Tierzucht werden solche Individuen häufig von der Zucht ausgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Zahnformel Mensch
- 2 Zahnformel Hund
- 3 Zahnformel Kaninchen
- 4 Zahnformel Katze
- 5 Zahnformel Nagetiere
- 6 Zahnformel Pferd
- 7 Zahnformel Schwein
- 8 Zahnformel Wiederkäuer
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Zahnformel Mensch
Der Kiefer wird beim Menschen in vier Quadrantenunterteilt, die Darstellung erfolgt aus Sicht des Betrachters (also auf das Gesicht des Patienten); es ergibt sich somit eine Seitenvertauschung Rechts-Links bei der Schreibweise. Der rechte Oberkieferquadranterhält die 'Leitzahl' 1 (eins), der linke Oberkiefer die 2, der linke Unterkieferdie 3 und der rechte Unterkiefer die 4 . Dieser Zahl wird dann die 'Zahnzahl', beginnend von der Mitte der Schneidezähne, nachgestellt. Somit hat der linke untere Schneidezahn die Zahl 31 (sprich: drei-eins) oder der rechte oberste Weisheitszahndie Zahl 18 (sprich: eins-acht). Die gleiche Systematik setzt sich bei den Milchzähnenfort, nur dass hier die 'Leitzahlen' 5, 6, 7 und 8 sind.
Schematisiert wird die Zahnformel beim Menschen so dargestellt (Zahnformel des Menschen bei vollständigem bleibenden Gebiss):
Bild:Zahnformel Mensch1.PNG
Da Unter- und Oberkiefer sich gleich verhalten, kann die Formel vereinfacht werden auf:
Bild:Zahnformel Mensch vereinfacht.PNG
Das Milchgebiss des Menschen hat 20 Zähne. Es sind keine Prämolaren und nur 2 Milchmolare pro Quadrant vorhanden.
Bild:Milchzahnformel.png
Zahnformel Hund
Das bleibende Gebiss der Hunde hat 42 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte 3 Schneidezähne(Incisivi, I), einen Eck- oder Hakenzahn(Caninus, C) und 4 vordere Backenzähne(Prämolaren, P). Im Oberkiefer gibt es 2, im Unterkiefer 3 hintere Backenzähne(Molaren, M).
Jeweils einer der Backenzähne ist besonders kräftig und wird als Reißzahn (Dens sectorius) bezeichnet. Im Oberkiefer ist es der P4, im Unterkiefer der M1, also immer der drittletzte Zahn. Beide greifen wie eine Schere ineinander und dienen zum Zerreißen von Fleischstücken.
Graphisch lässt sich die Zahnformel bei Hunden so ausdrücken:
Das Milchgebiss der Hunde hat 28 Zähne. Der P1 und die hinteren Mahlzähne besitzen keine Milchzahnvorgänger. Die Zahnarten werden im Milchgebiss meist mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet, die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen:
Bild:Zahnformel Welpe.png
Zahnformel Kaninchen
Das bleibende Gebiss der Kaninchenund anderen Hasenartigenhat 28 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte einen großen Schneidezahn (Nagezahn) (Dens incisivus major, I maj), hinter dem im Oberkiefer noch ein kleiner Dens incisivus minor (I min) steht. Der große und der dahinterliegende kleine Schneidezahn im Oberkiefer sind typisch für alle Hasenartigenund grenzen sie deutlich von den Nagetierenab. Die Schneidezähne werden zwar auch als Nagezähne bezeichnet, Kaninchen sind aber keine Nagetiere. Eckzähne (Canini) sind nicht ausgebildet. Im Oberkiefer sitzen bei Kaninchen 3, im Unterkiefer nur 2 vordere Backenzähne (Prämolaren, P). In jeder Kieferhälfte sind 3 hintere Backenzähne (Molaren, M) vorhanden.
Alle Zähne des Kaninchens sind wurzellose Zähne. Sie haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöhle (Pulpahöhle) und wachsen zeitlebens.
Graphisch lässt sich die Zahnformel der Hasenartigen so ausdrücken:
Bild:Zahnformel Kaninchen.png
Das Milchgebiss der Kaninchen hat 16 Zähne. Die großen Schneidezähne haben keine Milchzahnvorgänger, sondern sind bereits zur Geburt als bleibende Zähne durchgebrochen. Die kleinen Schneidezähne des Oberkiefers werden gewechselt. Die Molaren haben, wie üblich, keine Milchzahnvorgänger. Die Milchzähne werden mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet (beachte aber das große I bei I maj, kein Milchzahn), die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen:
Bild:Zahnformel Milch Kaninchen.png
Siehe auch: Hechtgebiss
Zahnformel Katze
Das bleibende Gebiss der Katzenhat 30 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I) und einen Eck- oder Hakenzahn (Caninus, C). Im Oberkiefer sind 3, im Unterkiefer nur 2 vordere Backenzähne (Prämolaren, P) ausgebildet. In jeder Kieferhälfte ist nur ein hinterer Backenzahn (Molar, M) vorhanden.
Graphisch lässt sich diese Zahnformel so ausdrücken:
Bild:Zahnformel Katze.png
Das Milchgebiss der Katzen hat 26 Zähne. Die hinteren Mahlzähne haben keine Milchzahnvorgänger, die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen:
Bild:Zahnformel Katzenwelpe.png
Zahnformel Nagetiere
Das wichtigste Merkmal am Gebiss der Nagetiere(Rodentia) sind die vergrößerten mittleren Schneidezähne (Nagezähne) im Ober- und im Unterkiefer.
Das bleibende Gebiss umfasst 16 oder 20 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte einen Schneidezahn (Dens incisivus, I, Nagezahn). Die Nagezähne des Unterkiefers sind meist länger als die des Oberkiefers. Hinter ihnen folgt eine als Diastemabezeichnete Lücke. Eckzähne sind nicht ausgebildet. Vordere Backenzähne (Prämolaren, P) sind bei den meisten Arten ebenfalls nicht ausgebildet, bei den Meerschweinchenartigen(Cavioidea, zum Beispiel Meerschweinchen, Chinchilla) gibt es jedoch einen. In jeder Kieferhälfte gibt es 3 hintere Backenzähne (Molaren, M).
Ein Zahnwechsel findet meist nicht statt (Monophyodontie), lediglich Meerschweinchenartige (Cavioidea) besitzen Milchzähne, die allerdings schon vor der Geburt durch die bleibenden ersetzt werden.
Die Nagezähnesind generell wurzellose Zähne. Sie haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöhle (Pulpahöhle) und wachsen zeitlebens. Die Backenzähne haben dagegen bei den meisten Arten ein begrenztes Wachstum. Eine Ausnahme machen wiederum Meerschweinchenartige, bei denen alle Zähne wurzellos sind. Deshalb müssen bei Heimtierenauch die Backenzähne regelmäßig kontrolliert werden.
Graphisch lässt sich die Zahnformel der meisten Nagetiere so ausdrücken:
Bild:Zahnformel Hamster.png
Für Meerschweinchenartige gilt die Formel:
Bild:Zahnformel Chinchilla.png
Zahnformel Pferd
Bild:Incisivi Pferd-6.jpg Schneidezähne des Unterkiefers eines Pferdes: I1-I3 Schneidezähne, C Caninus (Hengstzahn).
Das bleibende Gebiss der Pferdehat 36-44 Zähne, die Variation kommt zustande weil C und P1 fehlen können. Das Gebiss hat in jeder Kieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I). Der Eck- oder Hakenzahn (Caninus, C) bricht meist nur bei Hengsten durch. Bei Stuten wird er zwar ebenfalls angelegt, durchbricht aber selten das Zahnfleisch. Der erste der 4 vorderen Backenzähne (Prämolaren, P) ist rudimentär und nicht bei allen Tieren ausgebildet. Wenn er angelegt ist, erscheint er nur als kleines stummelförmiges Zähnchen und wird als "Wolfszahn" bezeichnet. Die 3 hinteren Backenzähne (Molaren, M) sind immer ausgebildet. Graphisch lässt sich die Zahnformel der Pferde so ausdrücken:
Bild:Zahnformel Pferd.png
Das Milchgebiss der Fohlen hat 24-28 Zähne, in Abhängigkeit davon, ob die Milcheckzähne durchbrechen (was nur selten der Fall ist). Der Wolfzahn und die hinteren Backenzähne besitzen keine Milchzahnvorläufer, die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen:
Bild:Zahnformel Fohlen.png
i1 und p2-4 brechen meist um die Geburt herum durch, i2 erscheint am Ende des ersten Lebensmonats, i3 mit etwa einem halben bis 3/4 Jahr.
Anhand des Zahndurchbruchs, des Zahnwechsels und der typischen Abnutzungerscheinungen der Zähne lässt sich bei Pferden das ungefähre Lebensalter bestimmen (siehe Zahnaltersschätzung).
Zahnformel Schwein
Das bleibende Gebiss der Schweinehat 44 Zähne. Es hat in jeder Kieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I) und einen Eck- oder Hakenzahn (Caninus, C). Die Mahlzähne werden in 4 vordere Backenzähne (Prämolaren, P) und drei 3 hintere Backenzähne (Molaren, M) untergliedert.
Die Eckzähne der männlichen Tiere (Eber, Keiler) sind wurzellose Zähne. Sie haben eine zum Zahnfach hin offene Zahnhöhle (Pulpahöhle), wachsen zeitlebens und erreichen eine beachtliche Länge, so dass sie seitlich aus der Maulspalte herausragen. Bei männlichen Schweinenwird der Unterkiefereckzahn auch als Haueroder Gewehr, der kürzere des Oberkiefers auch Haderergenannt. Ober- und Unterkiefereckzähne schleifen sich gegenseitig an, so dass sie eine scharfe gefährliche Waffe darstellen. Bei Hausschweinen werden sie meist abgekniffen, um das Betreuungspersonal zu schützen.
Graphisch lässt sich diese Zahnformel so ausdrücken:
Bild:Zahnformel Schwein.png
Das Milchgebiss der Ferkel/Frischlinge hat 28 Zähne. Der P1 und die Molaren besitzen keine Milchzahnvorläufer, die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen:
Bild:Zahnformel Ferkel.png
Zahnformel Wiederkäuer
Das bleibende Gebiss der Wiederkäuer(Rind, Schaf, Ziege...) hat 32 Zähne. Es hat in jeder Unterkieferhälfte 3 Schneidezähne (Incisivi, I), im Oberkiefer gibt es keine Schneidezähne. Der Eckzahn (Caninus, C) ist ebenfalls nur im Unterkiefer vorhanden. In jeder Kieferhälfte gibt es 3 vordere Backenzähne (Prämolaren, P) und 3 hintere Backenzähne (Molaren, M). Graphisch lässt sich die Zahnformel der Wiederkäuer so ausdrücken:
Das Milchgebiss der Wiederkäuer hat 20 Zähne. Im Oberkiefer fehlen Schneide- und Eckzähne. Die hinteren Mahlzähne besitzen keine Milchzahnvorgänger, die Zahnformel lässt sich also folgendermaßen darstellen:
eo:dentoformulo
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