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Zahnkaries

Bild:Karies01.png
Karies

Die Zahnkaries (Zahnfäulnis, lateinisch-medizinisch die Caries dentium, zur Wortherkunft siehe Karies) ist eine Erkrankung der Zahnhartgewebe Zahnschmelzund Dentin.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Symptome und Beschwerden
  • 2 Ursachen
  • 3 Folgen und Komplikationen
  • 4 Vorbeugung und Behandlung
  • 5 Erbliche Veranlagung
  • 6 Weblinks
  • 7 Siehe auch

Symptome und Beschwerden

Als Kariesvorstufe bilden sich zuerst Entkalkungen. Diese sind makroskopisch als weiße Flecken (Macula alba) erkennbar. Durch Einlagerungen von Farbpigmenten aus der Nahrung werden diese Flecke oft dunkel.

Eine Initialkaries hat dann zusätzlich zu Verfärbungen einen mechanischen Defekt auf der Zahnoberfläche, der mit der Sonde tastbar ist.

Wird die Karies im Anfangsstadium nicht gleich behandelt, solange nur der Zahnschmelzbefallen ist, dann dringt sie in das Dentin(Zahnbein) vor. Da Dentin wesentlich weicher als Zahnschmelz ist, breitet sich die Karies im Dentin zusätzlich auch noch in die Breite aus. Unterhalb der Schmelz-Dentin-Grenze breitet sich die Karies schnell in die Breite aus. Diese unterminierte Zahnschmelz an den Rändern des kariösen Defektes bricht dann nach einigen Wochen beim Kauen plötzlich weg. In diesem Moment wird die Karies oft erst wahrgenommen, obwohl sie schon seit Wochen existiert.


Die Dentinkaries verursacht Zahnschmerzen.

Bei der Caries penetransist bereits das Zahnmark (die Pulpa) zerstört worden und ein "Loch" entstanden, das vom Zahnarztausgeräumt und gefüllt werden muss.

Ursachen

Es gibt mehrere Theorien zur Entstehung von Karies. Heute ist die chemoparasitäre Theorie nach W.D. Miller allgemein anerkannt. Demnach kommt es auf Grund mehrerer pathogenerFaktoren zur Zerstörung der Zahnhartgewebe in mehreren Stufen.

Karies ist eine Infektionskrankheit. Das bedeutet, dass erst eine Übertragung der Streptokokken(die zur Bildung von Karies immer erforderlich sind) in den Mund erfolgen muss, da ein Mensch nicht automatisch als Träger dieser Bakterien zur Welt kommt. Meist erfolgt diese Ansteckung im Babyalter, wenn eine Mutter beispielsweise den Schnuller des Babys oder beim Füttern den Löffel oder den Sauger der Trinkflasche ableckt. Erstaunlicherweise wird man als (werdende) Mutter über diese Tatsache nicht informiert und kaum ein 'Nichtmediziner' hat jemals davon gehört.

Karies entsteht, wenn - neben dem Vorhandensein von Zähnen - die drei Hauptfaktoren

  • Plaque,
  • niedermolekulare Kohlenhydrate(besonders in Zucker, Süßigkeiten, Weißbrot, Kartoffelchips, Nudeln, Kartoffeln und Reis enthalten) und
  • genügend Zeit

zusammenwirken.

Neben diesen Hauptfaktoren gibt es diverse Nebenfaktoren: Zahnstellung, Zahnfehlbildungen, Speichelfluss und -zusammensetzung, genetische Faktoren, Zusammensetzung der Nahrung u.v.a.

In der Plaque siedeln sich Laktobazillen und verschiedene Streptokokkenartenan. Herausragend ist Streptokokkus mutans. Diese Mikroorganismenproduzieren aus niedermolekularen KohlenhydratenorganischeSäuren, die den Zahn angreifen, indem sie die in der Zahnhartsubstanz vorhandenen Mineralien herauslösen. Zucker aus der Nahrung wird dabei zu Milchsäureabgebaut. Nur Mikroorganismen, die diesen Stoffwechselprozess beherrschen (azidogene Mikroorganismen) und im stark versäuerten Milieu überleben können (azidurische Mikroorganismen), vermehren sich dann weiter. Zahnbeläge von Personen, die viel und häufig Zucker konsumieren, haben deshalb eine andere Mikroflora. Es kommt nicht so sehr auf die Menge des konsumierten Zuckers an, sondern vor allem auf die Häufigkeit oder Dauer des Zuckerkonsums. Eine über den Tag verteilte Dosis eines zuckerhaltigen Erfrischungsgetränkes erhöht das Kariesrisiko schon beträchtlich.

Folgen und Komplikationen

Stadien der Karies reichen von der Initialkaries über die Dentinkaries bis zur Caries penetrans.

Die Initialkaries ist die erste Stufe der Karies. Mikroorganismen der Plaque haben Mineralien herausgelöst. Man erkennt sie an weißen Stellen auf den Zähnen. Kommt es zur Einlagerung von Farbstoffen, so entstehen braune Flecken.

Bereits Dentinkaries führt zu Zahnschmerzen, die als Warnsignal ernstgenommen werden sollten.

Die Caries profunda (tiefe Zahnkaries) bedeutet, dass die Kariesläsion schon in über 2/3 der Dentinschicht in Richtung der Pulpavorgedrungen ist.

Die Caries penetrans (durchdringende Zahnfäule) ist die schwerste Form der Karies. Die Karies bereits das Zahnmark (die Pulpa) erreicht und ein "Loch" ist entstanden, das vom Zahnarztausgeräumt und gefüllt werden muss.

Weitere Folgen der Zahnkaries sind Entzündungen der Pulpa, die apikale Parodontitis(Entzündungen des Zahnhalteapparats an der Wurzelspitze), Abszesseund Osteomyelitis. In extremen Fällen können sie sogar bis zum Tod führen!

Vorbeugung und Behandlung

Bild:Amalgam filling.JPG
Röntgenaufnahme eines Zahnes mit Amalgamfüllung.

Die Initialkaries als erste Stufe lässt sich durch intensive Fluoridierungmit hochkonzentrierten Fluoridpräparaten heilen.

Spätere Stadien der Karies, die meist mit einer Kavität("Loch") einhergehen, müssen anders versorgt werden: Die betroffene Zahnhartsubstanz muss ausgeräumt und der Zahn mit einem Füllungsmaterial versorgtwerden.

Eine gute Möglichkeit, die Progression von Karies zu verhindern, ist die Prophylaxemit Fluorid. Fluorid fördert die Remineralisation, härtet die oberste Schmelzschichtund hemmt das Bakterienwachstum. Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung von Chlorhexidindigluconat, welches die Neubildung von Plaque in gewissem Maße verhindert. Zusätzlich ist ein Ersatz von Zucker durch Xylitol, die Versiegelung der Fissuren, regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt und natürlich die regelmäßige Zahnreinigung eine gute Option, um sich vor Karies zu schützen. Dabei ist die einzige Möglichkeit, die Plaquezuverlässig zu entfernen, die Reinigung der Zähne mit der Zahnbürsteund in den Zahnzwischenräumen mit Zahnseideoder, bei größeren Abständen zwischen den Zähnen, mit der Zahnzwischenraumbürste. Mundspülungen, auch Chlorhexidindigluconat, können nur eine Neubildung der Plaque verzögern, aber nicht verhindern.

Es wird empfohlen, zweimal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen, damit dieser den Zustand der Zähne kontrolliert und gegebenenfalls die Plaque entfernt. Schmerz kommt als Warnsignal oft zu spät.

Erbliche Veranlagung

Man hat festgestellt, dass die Anfälligkeit für Karies genetischbedingt ist. Getrennt lebende eineiige Zwillinge, deren Zuckerkonsum unterschiedlich war, hatten einen ähnlichen Zustand der Zähne. Die Zahnpflegehat dennoch einen Sinn, denn die genetische Veranlagung schützt bei schlechter Mundhygienenicht vor massivem Bakterienbefall und seinen Folgen.

Weblinks

  • Tipps zur Ernährung der deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde
  • Rundum-Zahngesund im Deutschen Grünen Kreuz e.V. -> Karies

Siehe auch

  • Zahn
  • Zahnstein
  • Nursing-Bottle-Syndrom(Kariesentstehung durch dauerhaftes Nuckeln an Saugflaschen bei Kindern)
  • Amalgam(Füllmaterial bei der Kariesbehandlung)
  • Compositfüllungen



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