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Zaleplon

Zalewo
Bild:Zalewo herb.gif Bild:Poland dummy map.png
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: I?awski
Einwohner: 2.300
Fläche: 254 km²
Höhe:  ? m ü. NN
Postleitzahl: 14-320
Telefonvorwahl: (+48) 89
Geografische Lage:
Koordinaten: 53° 51? N, 19° 36? O
53° 51? N, 19° 36? O
KFZ-Kennzeichen: NIL
Wirtschaft & Verkehr
Zweige:
Nächster int. Flughafen: Flughafen Danzig
Stadtverwaltung
Bürgermeister: Andrzej Dawid (2005)
Adresse: ul. Kolejowa 14
14-230 Zalewo
Webpräsenz: www.zalewo.pl
E-Mail: urzad@zalewo.pl

Zalewo (deutsch Saalfeld) ist eine Stadt in Polen im Oberlandim südwestlichen Ostpreußenim Powiat I?awskider Woiwodschaft Ermland-Masurengelegen.

Die Stadt liegt am nordöstlichen Ufer des Ewing-Sees, der zur Eylauer Seenplattegehört, etwa 20 km westlich der ehemaligen Kreisstadt Mohrungen. In der Stadt kreuzen sich zwei Landstraßen, die aus Christburgüber Preußisch Mark nach Osterodesowie die aus Rosenbergnach Maldeuten und Mohrungen führen. Zur Gemeinde gehören 45 Ortschaften und 26 Dörfer, darunter Dobrzyki, Mazanki, Boreczno und Urowo.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Entstehungsgeschichte
  • 2 Das goldene Zeitalter
  • 3 Erste Kriegswirren
  • 4 Zeit des Herzogtums Preußen
  • 5 Zeit der Schwedenkriege
  • 6 Saalfeld im 18. Jahrhundert
  • 7 Garnisonsstadt
  • 8 Napoleonische Zeit
  • 9 19. Jahrhundert
  • 10 Wirtschaftsaufschwung
  • 11 1. Weltkrieg
  • 12 Zwischen den Kriegen
  • 13 Zwischen 1933 und 1939
  • 14 2. Weltkrieg
  • 15 Zalewo bis 1970
  • 16 Heute
  • 17 Die St.-Johannis-Kirche
  • 18 Hafen und Weindorfer Kanal
  • 19 Vereinsleben
  • 20 Feuerwehr Saalfeld
  • 21 Partnerstädte
  • 22 Weblinks

Entstehungsgeschichte

Im 8. Jahrhundert leben in der Gegend germanische Stämme wie die Wandalen, die Gotenund die Gepiden. Um das Jahr 1000 wurden die Bewohner des Gebietes als Prußenbekannt. 1225 rief der damalige Herrscher von Masowien, Herzog Konrad, der sich gegen die Prußen nicht durchsetzen konnte, den Deutschen Orden zu Hilfe und stellte ihm das Land um den Weichselbogen, das spätere Kulmer Landzur Verfügung. Der Deutsche Orden warf die Prußen nieder und verschob die Grenzen des Ordenslandes immer weiter nach Osten. Dabei wurden Burgen und Städte errichtet, Christburg entstand 1288. 1299wurde das Gebiet am Ewing-See für die Besiedelung freigegeben, der erbliche SchultheißJacob erhielt von KomturHeinrich Zuckschwert den Auftrag, eine Siedlung zu gründen. Diese nannte er Saalfeld, nach den thüringischenEinwanderern, die aus Saalfeld/Saaleund dem Umland kamen. 1305gab der Komtur Sieghard von Schwarzbergdem Ort die Handfeste, das ist die Erlaubnis, die Siedlung mit Wall und Graben zu schützen. Am 21. Dezember 1320stellte Komtur Luther von Braunschweig die zweite Handfeste aus, die als Erneuerung der ersten galt. Die letzte Handfeste am 25. April 1334bestätigte alle früheren Privilegien und sprach der Stadt die vollen Stadtrechte zu. Ab 1320begann der Bau der Stadt. Zuerst wurden die Grundmauern einer Wehrkircheangelegt, dann entstanden die Stadtmauern. Sie bildeten ungefähr ein Quadrat von 8,4 ha mit einem 90 mal 90 Meter großen Marktin der Mitte. Die etwa 3,5 Meter hohen Mauern wurden aus Feld- und Ziegelsteinen erbaut und mit Türmen versehen. Die Mauer hatte zwei Tore, das Pr. Marker Tor im Westen und das Mohrunger Tor im Osten. Im Westen reichte der Ewing-See bis an die Mauer heran, die anderen drei Seiten waren mit einem Graben umgeben.

Das goldene Zeitalter

Unter HochmeisterWinrich von Kniprodetrat eine Blütezeit von Handel und Gewerbe ein, die 1395ihren Höhepunkt erreichte und bis zum Krieg mit Polen anhielt. In der Stadt, die damals rund 700 Einwohner hatte, gab es 20 Fleischbänke, 20 Schuhbänke und 16 Brotbänke.

Erste Kriegswirren

1409kam es zum Krieg zwischen Polen und dem Deutschen Orden. Nach der Schlacht bei Tannenbergsank der Einfluss des Ordens. Während des Hungerkriegesverwüsteten 1414polnische Truppen die Gegend von Saalfeld. Kaum hatte sich die Stadt erholt, kam es zum 13-jährigen Krieg(1454-1466) zwischen dem Preußischen Bundund dem Deutschen Orden. 1455brannte die Burgbesatzung von Pr. Mark Saalfeld bis auf die Grundmauern nieder. Nach dem Zweiten Thorner Frieden und der damit verbundenen Grenzziehung lag die Stadt direkt an der Grenze zu Polen, was eine Isolierung darstellte und sich negativ auf die Stadtentwicklung auswirkte. Die Pest machte auch vor Saalfeld nicht halt. Um 1475kamen neue Siedler aus Deutschland und brachten auch den Wiederaufbau in Gang. 1480wurde im Nordosten der Stadt ein Franziskanerkloster gegründet (Kloster der Barfüßer), dieses bestand bis 1527und wurde im Zuge der Reformationaufgelöst. Der Legende nach sollen seine Keller unterirdisch mit der Kirche verbunden sein.

Zeit des Herzogtums Preußen

Im Vertrag von Krakauwurde der Ordensstaat in ein weltliches Herzogtum umgewandelt. Hochmeister Albrecht von Brandenburg-Ansbacherhielt es als Lehenvon seinem Onkel, dem polnischen König Sigismund I.. Dieses Herzogtum wurde in den samländischen, natangische und oberländischen Kreis eingeteilt. Kreisstadt des oberländischen Kreises wurde bis 1752Saalfeld. Nach der Aufhebung des katholischen Bistums Pomesanien 1587richtete Markgraf Georg Friedrich in Saalfeld das oberländische evangelische Konsistoriumein, das bis 1751Bestand hatte. 1587hatte Saalfeld neben Lyckund Tilsiteine der Fürstenschulen bekommen, die bis zum Abitur führten. Diese Schule bestand bis 1805. Im 16. Jahrhundert kamen weitere Siedler, vor allem evangelischen Glaubens, die im katholischen polnischen Königreich verfolgt wurden. Außerdem wanderten arme Bauern ein, die in der Republik der Adeligen keine Zukunft sahen. Damals entstanden die polnischen Ortsnamen.

Zeit der Schwedenkriege

1626wurde das Herzogtum Preußen in den polnischen-schwedischen Krieg hineingezogen. 1628/29 besetzte der Schwede Gustav II. AdolfSaalfeld. Nach dem Frieden von Stuhmsdorf 1635kam kurz Frieden in das Land. 1655wurde Polen erneut von den Schweden unter Karl X. Gustavangegriffen, wieder zogen die Truppen durch Saalfeld. Erst nach dem Friedensschluss von Oliva1660herrschte Ruhe. Die Stadt war ruiniert, Stadtmauern, Tore und Häuser zerstört. Kaum war die Stadt wieder aufgebaut, fiel sie 1688einem Großbrand erneut zum Opfer, Rathaus und die gesamte Stadtmitte waren erneut zerstört. Fünf Jahre später war die Stadt wieder aufgebaut, aber 1701setzten die Kämpfe um die Vorherrschaft im Ostseeraum wieder ein. Mit dem Krieg suchte die Pest die Stadt heim, sie brach 1704aus und dauerte bis 1710- es starben 702 Einwohner, nur sieben überlebten die Krankheit.

Saalfeld im 18. Jahrhundert

Der Wiederaufbau der Stadt wurde durch Friedrich Wilhelm I.durch Steuerbefreiung und staatliche Bauhilfe gefördert. 1726hatte die Stadt bereits wieder 139 Häuser und 199 Einwohner. 1752verlor die Stadt durch eine neue Kreiseinteilung ihren Rang, Saalfeld war ab diesem Zeitpunkt nur eine Stadt im Kreis Mohrungen. Im Siebenjährigen Krieg(1756 - 1763) war Saalfeld zeitweise russisch besetzt. Neues Unglück kam 1767- 73 Einwohner starben an den Pocken.

Garnisonsstadt

Seit 1713war Saalfeld Garnisonsstadt. Zuerst lagen in der Stadt zwei Eskadronendes Reiter-Regimentsvon Geßler, zeitweise auch eine Eskadron des Kürassier-Regiments Nr. 1 von Wrangel. Danach kamen zwei Eskadronen des Kürassier-Regiments Nr. 4, später der Stabund eine Eskadron des Dragoner-Regiments Nr. 4 von Rosepusch sowie eine Eskadron des Kürassier-Regiments Nr. 5 (1819 - 1852). Bis 1859blieb eine Eskadron des Ulanen-Regiments Nr. 8 in der Stadt, letzte Einheitwar eine Batterieder Feldartillerie. 1866wurde die Garnison aufgelöst. Die Hauptwachebefand sich bis 1852im östlichen Teil des Rathauses. Die Reitbahnwurde an der späteren Bahnhofsstraße angelegt, die Stallungen standen in der Pr. Marker Vorstadt und der Exerzierplatzlag auf dem Gebiet des GutEbenau.

Napoleonische Zeit

Seit 1806führte das Königreich Preußen Krieg gegen das napoleonische Frankreich. Im Januar 1807rückten die ersten französischen Truppen in Saalfeld ein, im Februar gab es ein Gefecht. Ein französischer Offizier verhinderte die Plünderung der Stadt. Anschließend kam ein französischen Lazarettnach Saalfeld. Bei einer Typhus-Epedemie starben 300 Franzosen und 145 Einwohner. Am 6. Juni zog Napoleon I., von Schloss Finckensteinkommend, in die Stadt und blieb eine Nacht bei Steuerinspektor Glaser (Markt 52). Auf dem Rückzug aus Russland zog die französischen Armee wieder durch die Stadt.

19. Jahrhundert

Der Aufruf von König Friedrich Wilhelm III.1813zum Befreiungskampf gegen die Franzosen brachte wieder Leid über die Stadt. Die letzten Mittel flossen in die Ausrüstung der Landwehrsoldaten. 1831grassierte die aus Polen eingeschleppte Cholera, 66 Tote waren die Folge. Die Seuche kam 1849und 1855erneut in die Stadt.

Wirtschaftsaufschwung

Um 1840erholte sich die Wirtschaftslage der Stadt. Judenhatten eine kleine Gemeinde gebildet, die 46 Personen dieser Gemeinde bauten 1838mit Hilfe der Kaufleute Rosenbach und Laserstein ein Bethausin der Gefängnisgasse. 1844wurde es zur Synagogeerweitert. Ein Domän-Rentamtwurde 1847eingerichtet, es war für die Verwaltung der umliegenden staatlichen Güter zuständig - 57 Ortschaften wurde ihm zugeteilt. Dieses Amt bestand bis 1874. 1852legte man die Höheren- und die Elementarschule zu einer allgemeinen Stadtschule zusammen, zusätzlich wurde 1854eine Privatschule für Mädchen gegründet. Um 1850ging es der Stadt besser als am Anfang des Jahrhunderts. 1852brannte allerdings das Rathaus völlig ab und damit auch ein Teil des Stadtarchives. Es wurde nicht wieder aufgebaut. 1868trat eine Typhus-Epedemie auf, 119 Bürger starben. Für die Hinterbliebenen wurde eine Waisenhausstiftung gegründet, 1870ein Waisenhauseröffnet, welches 1878in ein Männer-Altersheim umgewandelt wurde. Dieses existierte bis 1945. Im gleichen Jahr wurde Saalfeld der Sitz eines Königlichen Amtsgerichtes für die Stadt und 12 Kirchspiele, dieses unterstand dem Landgerichtin Braunsberg. 1883wurde die Kaiserliche Post fertiggestellt. In der Nacht vom 11. zum 12. Oktober 1898brannte das Gerichtsgebäude in der Klosterstraße nieder. Die gerade neu gegründete Feuerwehr konnte die angrenzenden Häuser retten. Auf dem Platz wurde 1901ein Neubau mit einem Gefängniserrichtet. 1852hatte Saalfeld 2148 Einwohner. Vor allem für die Wirtschaft war der Bau von Straßen und Eisenbahnlinien bedeutsam. Folgende Chauseen wurden von Saalfeld aus errichtet: 1854 - 1859 nach Maldeuten und Mohrungen, 1896 - 1896 nach Rosenberg, 1899 - 1903 nach Pr. Mark und Christburg sowie 1901 - 1904 nach Liebemühl. 1891begann der Bau der EisenbahnlinieElbing- Saalfeld - Osterode- Hohenstein, 1892ist der Bahnhof fertiggestellt worden. Die gesamte Eisenbahnlinie wurde am 1. September 1893eröffnet. 1902wurde das städtische Elektrizitätswerk in Betrieb genommen, damit konnte die Stadt eine elektrische Straßenbeleuchtung installieren.

Am 2. September 1905feierte die Stadt das 600-jährige Jubiläum. Dazu wurde eine Sondermedaille mit dem Stadtwappen geprägt. Die Stadt hatte zu diesem Zeitpunkt 2587 Einwohner, 2436 waren evangelisch, 72 Katholiken und 69 jüdischen Glaubens.

1. Weltkrieg

Die Kriegslasten waren auch in Saalfeld zu spüren. 1914wurde neues Papiergeld herausgegeben und 1918neue Münzen geprägt. In Folge der Revolution kontrollierte ein Soldatenrat den Bürgermeister. Um die Ausschreitungen zu stoppen, wandten sich die Bürger an den Kommadeur eines in Saalfeld stehenden Schützenbatallions und organisierten einen Selbstschutz. Diese Truppe wurde aber nicht eingesetzt. Nach der Volksabstimmungvon 1920gehörte die Stadt weiter zum Deutschen Reich, die Stadt selbst lag nicht im Abstimmungsgebiet. Infolge der Inflationentschloss sich die Stadtverwaltung, eigene Geldscheine zu drucken. 1923gab es Gutscheine zu 500.000, 1 Mio., 5 Mio. und 100 Mrd. Mark. Der Weltkrieg, die Inflation der Weimarer Republikund die wirtschaftliche Flaute ließen die Entwicklung der Stadt stocken.

Zwischen den Kriegen

1922wurde am Ewing-See eine Badeanstalt gebaut. 1928folgte zur Linderung der Wohnungsnot eine Stadtrandsiedlung an der Elbinger Straße. Es folgte ein Fußgängerweg zum Bahnhof. 1927begann der Bau der ein Jahr später eingeweihten Städtischen Schule mit 16 Klassen- und 2 Lehrerzimmern sowie einer Turnhalle. Auf dem Gelände des Alten Friedhofs wurde ein Stadtpark angelegt, wobei vor allem die einheimischen Firmenbesitzer mithalfen. Die Stadt wurde im 1. Weltkrieg verschont, aber für die 200 Gefallenen errichtete man im Park ein Gefallenenehrenmal, welche der KönigsbergerBildhauer Professor Stanislas Cauer schuf. Zu den wichtigsten Einrichtungen der Stadt gehörten: der Raiffeisen-Getreidespeicher, die Molkerei, zwei Dampfmühlen, die Lederfabrik Robert Schulz, die Landmaschinenfabriken Dieser und Stinner, eine Ziegeleiund mehrere Sägewerke.

Zwischen 1933 und 1939

Nach der Machtergreifung der NSDAP1933gaben die Mitglieder der Parteiauch in Saalfeld den Ton an. Die Ausschreitungen erreichten ihren Höhepunkt mit der Zerstörung der Synagoge in der Kirchstraße. Die Brandstiftung an dem Gebäude in der Reichskristallnachtwar ein trauriges Kapitel in der Stadtgeschichte. Die Brandruine wurde sofort abgetragen und alle Spuren des Gotteshauses beseitigt. Nach der Verhaftung der letzten 16 Juden wurden Saalfeld als judenfrei gemeldet. Die Feuerwehr wurde bei diesem Brand angewiesen, nur die Nachbargebäude zu schützen, aber nicht den Brand selbst zu löschen.

2. Weltkrieg

Bei Kriegsausbruch 1939wurden fast alle waffenfähigen Männer der Stadt eingezogen. Vor dem Russlandfeldzuglag ein Batallion des Infantrie-Regiments 3 in der Stadt, danach niedersächsische Panzerjäger. Als sich die Sowjets 1944der Stadt näherten, wurden die restlichen Männer zum Befestigungsbau und zum Volkssturmeingezogen. Erst als die Front bereits bei Osterode verlief, wurden Vorbereitungen zur Räumung der Stadt getroffen. Am 21. Januar 1945wurde die Bevölkerung aufgefordert, die Stadt zu verlassen, man versuchte noch, der Roten Armeezu entkommen. Die Straßen nach Westen waren verstopft, am 22. Januar gegen 10 Uhr verlies der letzte Zug den Bahnhof. Die ersten russischen Panzer kamen gegen 16:30 Uhr. Alle Menschen in der Stadt wurden zusammengetrieben, die Männer auf dem Marktplatz, die Frauen auf dem Hafenplatz. Mehrere Frauen wurden vergewaltigt, zahlreiche Männer erschossen. Dann zogen die Truppen weiter. Am nächsten Tag, am 23. Januar, kamen erneut russische Truppen in die Stadt, plünderten diese und steckten sie in Brand. Nur die Kirche, die Schule und ca. 60 Häuser überstanden diesen Brand, 75% der Stadt war zerstört. Danach wurde in Saalfeld eine russische Militärverwaltung eingesetzt. Alle wertvollen Objekte wurden verfrachtet und nach Osten gebracht. Ende Mai übernahmen die Polen die zivile Verwaltung des ehemaligen Kreises Mohrungen und setzten in Saalfeld eine neue Verwaltung ein. Die Infrastruktur wurde im Juni an die Polen übergeben, dennoch wurden weitere Objekte demontiert und abtransportiert. Damals kamen die ersten Umsiedler aus Ostpolen nach Ostpreußen. Im Juli 1945wohnten bereits 3000 Polen im Kreis Mohrungen. Die verbliebenen Deutschen wurden ausgesiedelt, Ende 1945 wohnten dagegen in Saalfeld nur noch ungefähr 500 Menschen, meist Polen.

Zalewo bis 1970

Im November 1945 verlor die nun Zalewo genannte Stadt die Stadtrechte und wurde zu einer Gemeinde. 1946begann langsam wieder das Leben im Ort, im Schulgebäude wurde eine polnische Schule mit vier Lehrern und 124 Schülern eröffnet. 1947wurde eine Buslinie Mohrungen - Saalfeld - Christburg eingerichtet. Auch auf dem wirtschaftlichen Sektor gab es erste Erfolge. Der Staatliche Betrieb für Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen nahm 1946seine Arbeit auf, die Gerberei wurde 1948wieder in Betrieb genommen. Später kamen der Staatliche Maschinenbetrieb, die Post, die Bank, das Gesundheitszentrum und die Bibliothek hinzu. Die erste Wohnungsbaugenossenschaftim Kreis Mohrungen wurde 1958gegründet, die ersten Mehrfamilienhäuser konnten 1962bezogen werden. 1969wurde die Hauptstraße alphaltiert. 1948 zählte die Ortschaft 650 Einwohner, darunter 54 alte Saalfelder, die so genannten Autochthonen. 1956wohnten bereits fast 1450 Einwohner im Ort, die Zahl erhöhte sich bis 1970auf 1960.

Heute

Bild:Zalewo.jpg
heutiger Zustand des ehemaligen Stadtzentrums von Zalewo

1977entstanden fünf Plattenbau-Mehrfamilienhäuser für LPG-Arbeiter, 1979wurden Wasserleitungen und Kanalisation neu verlegt. Für die kulturelle Entwicklung entstand 1984ein Gemeinde-Kulturzentrum, die Schule bekam mit Konstanty I. Ga?czynski einen Paten. 1986verlieh der Staatsrat der Volksrepublik Polen Zalewo mit Wirkung zum 1. Januar 1987erneut die Stadtrechte. Zum Gebiet der Stadt gehören nun alle Teile des Ortes Zalewo sowie Teile der Dörfer Kuppen und Ebenau. 2001wurde nach dreijähriger gemeinsamer Beziehung von den Bürgermeistern Richard Beetz und Bogdan Hardybala am 29. Juni die Partnerschaftsurkunde zwischen Saalfeld/Saaleund Zalewo besiegelt.

Die St.-Johannis-Kirche

Die Grundsteinlegung der Kirche fand 1331statt, am 4. Dezember 1351 erfolgte die Einweihung durch den posanischenBischofArnold. Erst 1407war die Kirche vollendet. damals erhielt sie den gotischenTurm. 1559errichtete man über der Sakristeian der Nordseite des Choreseinen Anbau, die so genannte polnische Kirche, in der bis 1802Messen in polnischer Sprache stattfanden. Während eines Sturmes im 18. Jahrhundert wurde der Turm zerstört und durch den Baudirektor Johann Caspar Hintersin wieder hergestellt (1720 - 1723). Bei der Renovierung 1879bekam die Kirche ihre heutige neugotischeGestaltung. Die Kirche besteht aus Chor, Schiff und Turm, in gefugtem Backsteinbau errichtet und im gotischen Verbanderbaut. Über dem nach Westen orientierten Eingang befindet sich ein Spitzbogenportal. Das Gewölbehatte ursprünglich sieben Joche, durch einen Spitzbogen getrennt. Heute ist hier eine flache Bretterdecke. Die Vorhalle und die Sakristei erbaute man später, das Pfarrhauserst 1898. Nach dem Zweiten Weltkriegwurde das evangelische Gotteshaus von der katholischen Kirche übernommen.

Hafen und Weindorfer Kanal

Bereit 1334gruben die Einwohner Saalfelds einen Kanal zwischen dem Ewing- und dem Geserich-See - damit entstand eine Verbindung nach Deutsch-Eylau. Am südlichen Rand des Ewingsees wurde eine Schleuseerrichtet, die den Kanal schiffbar machte. Dieser erste Kanal in Ostpreußen überhaupt hatte eine Länge von 760 m und war ca. 2,2 m tief. 1776wurde der Kanal auf Kosten des Königs wieder schiffbar gemacht. Während des Baus des Oberländischen Kanals1861wurde er erneut vertieft, verlängert und verbreitert, so dass Saalfeld einen vollwertigen Anschluss an diese Wasserstraßebekam. 1886wurde er nochmals vertieft und verlängert, die Schleuse am Kanal wurde beseitigt und der Wasserspiegelzwischen den beiden Seen ausgeglichen.

Vereinsleben

Zu den bekanntesten Vereinen gehörten die Freiwillige Feuerwehr und der Ruderverein. Ferner gab es zwei Schützenvereine, einen Männergesangverein, einen Landwirtschaftlichen Verein und den Reichskriegerbund. 1928entstand am Ewing-See ein neues Bootshaus, das zusammen mit der Badeanstalt einen Erholungskomplex am Seeufer bildete.

Feuerwehr Saalfeld

Einer der größten Brände in der Stadt brach 1688aus. Fünf Tage dauerte der Kampf gegen die Flammen, das Rathaus, der Markt, der Schweinemarkt, fast die gesamte Bebauung innerhalb der Stadtmauern und teilweise die Vorstadt wurden zerstört. Das nächste große Feuer wütete 1852, dabei brannte erneut das Rathaus ab. 1896wurde auf Anregung des damaligen Bürgermeisters Anton Lublewski eine Freiwillige Feuerwehrgegründet. Die Ausrüstung bezahlten wohlhabende Bürger. Der erste Feuerwehr-Hauptmann war der Architekt Walter Kummer, der auch 1897das erste Feuerwehrhaus entwarf. Es wurde 1898auf dem Turmplatz errichtet. Dennoch waren die Aktiven, die eine Ausbildung zur Brandbekämpfung bekamen, weiter auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Nach der Löschordnung waren alle Männer unter 60 Jahren zur Hilfe verpflichtet. 1905bestand die Feuerwehr aus 32 aktiven und 35 passiven Mitgliedern. 1921feierte die Feuerwehr ihr 25-jähriges Bestehen. Die Festrede hielt RegierungsratErnst Rissmann aus Mohrungen. Mitte der 1920-er Jahre besaß die Feuerwehr nur Handdruckspritzen und von Pferden gezogene Wasserwagen. 1928erbaute man neben der Stadtschule ein neues Gerätehaus mit fünf Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge. Im gleichen Jahr wurde eine tragbare Motorspritze sowie ein LKW angeschafft, der dann zu einem Löschfahrzeugumgebaut wurde.


Partnerstädte

  • Saalfeld/Saale, Deutschland

Weblinks

  • Webseite der Stadt und Gemeinde(poln., engl.)
nl:Zalewo
pl:Zalewo
ro:Zalewo



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