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Zanamivir ist der erste, entwickelte Arzneistoffaus der Gruppe der Neuraminidase-Hemmer, der zur Therapieder unkomplizierten Virusgrippe (Influenza)eingesetzt wird. Das Medikament wird seit 1999 von GlaxoSmithKlineunter dem Markennamen Relenza® vertrieben und unterliegt der ärztlichen Verschreibungspflicht.
Als Inhibitor der viralen Neuraminidaseverhindert er das Freisetzen weiterer Viren und damit das Auftreten oder Fortschreiten der Erkrankung, sofern er innerhalb der ersten 48 Stunden verabreicht wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einnahme, Dosierung
- 2 Studien
- 2.1 Therapie
- 2.2 Prophylaxe
- 3 Nebenwirkungen
- 4 Diskussion
- 5 Quelle
- 6 Weblinks
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Einnahme, Dosierung
Da Zanamivir nur zu ca. 2% aus dem Magen-Darm-Traktaufgenommen wird, muss der Arzneistoff als Pulver inhaliert werden. Eine Dosierung von 2 x 10 mg (das entspricht 2 x 2 Einzeldosen) wird empfohlen, die mit Hilfe des InhaliergerätesDiskhalererfolgt.
Studien
Therapie
Die ersten klinischen Untersuchungen mit Zanamivir zur Behandlung von InfuenzaA und B Viren wurden 94/95 gemacht.
Bei jungen Patienten mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren, mit nachgewiesener Influenza-Infektion kam es dabei zu einer Reduktion der Fieberdauer von 6,8 Tagen bei Placebo-Gabe auf 5,2 Tage bei Verabreichung von Zanamivir, sofern dieses innerhalb von 30 Stunden nach Auftreten der Symptome eingenommen wurde. Die Dauer bis zur klinischen Besserung/Symptomfreiheit betrug in der Placebogruppe 6,3 Tage gegenüber 5,4 Tagen in der Zanamivirgruppe.
Andere Studien bestätigten diese Ergebnisse weitgehend: Reduktion der Fieberdauer von 6 Tagen unter Placebo auf 4,5 Tage mit Zanamivir bzw. eine Verkürzung der Dauer bis zur Symptomfreiheit um einen Tag durch Zanamivir.
2000 wurde das Medikament vom Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen für entbehrlich erklärt.
Prophylaxe
Eine randomisierte, kontrollierte Studiezeigte bei 1.107 Studenten während einer Grippeepidemie, dass die tägliche Gabe von Relenza über einen Zeitraum von 28 Tagen zu einer Abnahme der Influenza-Erkrankungen von 6% in der Placebogruppe auf 2% in der Relenzagruppe führte: In der Placebo-Gruppe erkrankten 58 von 554 und in der Zanamivir-Gruppe 33 von 553 Studienteilnehmern. Das bedeutet, dass 35 Personen behandelt werden mussten, um eine Grippeerkrankung verhindern zu können - siehe hier.
Damit könnte die Gabe eines Neuraminidase-Inhibitorseine wertvolle Hilfe für Patienten sein, die nicht geimpft werden können oder schlecht auf eine Impfung ansprechen bzw. eine wertvolle Therapie bei einer unerwartet schwerwiegenden Mutation eines Influenzavirus sein.
Nebenwirkungen
Die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind bei Personen mit Asthma bronchialeoder (COPD) eine mehr als 20%-ige Reduktion der Lungenfunktion(FEV1 oder peak flow). Mitunter kam es hier auch zu schweren Bronchospasmenmit vereinzelten Todesfällen.
Diskussion
Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit dieser Substanz bei älteren Patienten und Risikogruppen liegen ebensowenig vor wie eindeutige Daten bezüglich des Effekts auf das Auftretenvon Komplikationen und Todesfällen
Über die Verwendung von Zanamivir bei Patienten mit eingeschränkter Nieren-oder Leberfunktionsowie bei Herzinsuffizienzliegen noch wenige Daten vor.
Quelle
- Pharmainformation - Unabhängige Information für Ärzte: Zanamivir, Dez. 2000
- Pharmakritik, 1999
- arznei-telegramm, 2000
Weblinks
- Artikel zum ThemaDER ARZNEIMITTELBRIEF ist eine unabhängige Zeitschrift mit dem Schwerpunkt Pharmakotherapie.
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