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Histaminose

Histaminose (Histaminintoleranz) beschreibt die Unverträglichkeit von stark histaminhaltigenNahrungsmitteln bzw. die Unfähigkeit des menschlichen Körpers, aufgenommenes Histamin im ausreichenden Maße abzubauen. Sie ist immer Folge oder Begleiter anderer Unverträglichkeiten oder Allergien.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Symptome und Beschwerden
  • 2 Ursachen
  • 3 Diagnose
  • 4 Therapie
  • 5 Unverträgliche Nahrungsmittel
  • 6 Histaminarme Lebensmittel
  • 7 Weblinks
  • 8 Literatur

Symptome und Beschwerden

Symptome einer Histaminintoleranz können sein: Rötung und Hitzegefühl des Kopfes, Kopfschmerz, behinderte Nasenatmung (entweder durch Engstellung oder auch Fließschnupfen, Magen-Darm-Beschwerden (von Krämpfen über Blähungen bis zu Durchfall), chronisch-niedrigem Blutdruck, bronchiale Obstruktion bis zu Asthmaanfällen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen und Nesselfieber (chronisch und/oder akut).

Ursachen

Histamin wird im Körper durch das Enzym Diaminoxidase(DAO) abgebaut. Bei einer Histaminintoleranz ist die Aktivität dieses Enzyms eingeschränkt und durch die Nahrung aufgenommenes und im Körper gebildetetes Histamin kann nicht oder nur teilweise abgebaut werden. Beim Verzehr histaminhaltiger oder histaminfreisetzender Nahrungsmittel kommt es zu einer pseudoallergischen Reaktion des Körpers. Da Histaminintoleranz in der Regel als Folge von anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien auftritt ist zu erwähnen, dass der Verzehr nichtverträglicher Lebensmittel, wie z.B. Laktose bei einer vorliegenden Laktoseintoleranz ebenfalls massiv Histamin freisetzt.

Diagnose

Für die Diagnose ist eine Anamnese(Erhebung der Vorgeschichte) wichtig . Oft wird zuerst eine symptomatisch naheliegende Nahrungsmittelallergie vermutet, aber Pricktestund RAST(Bluttest mit Allergenen) sind typischerweise negativ. Die Diagnose einer Histaminintoleranz erfolgt über die Bestimmung der Wirksamkeit der Diaminoxidase im Blut.

Therapie

Wichtigste Maßnahme ist eine histaminfreie/-arme Ernährung und Karenz(eventuell auch aufgrund anderer Unverträglichkeiten/Allergien) problematischer Nahrungsmittel. Darüberhinaus ist zu beachten, dass bei einer diagnostizierten Histaminose eine Immuntherapie (Hypo-/Desensibilisierung) kontraindiziert ist, da die Wahrscheinlichkeit einer Genesungswirkung gering, die verstärkter Probleme hingegen hoch ist.

Unverträgliche Nahrungsmittel

Nahrungsmittel, die einen hohen Histamingehalt haben:

  • Eingelegte/konservierte Lebensmittel
  • Geräuchertes Fleisch, Salami, Schinken
  • Viele Fischprodukte, insbesondere Fischkonserven
  • Meeresfrüchte
  • Einige Gemüsesorten (Sauerkraut, Tomaten)
  • Einige Obstsorten (Bananen, Rote Pflaumen, Melanzane, Birnen, Orangen, Kiwi, Erdbeeren)
  • Alkohol, insbesondere Bier, (Rot)Wein
  • Schwarzer Tee
  • Bohnen und Hülsenfrüchte (besonders Kichererbsen und Sojabohnen, auch Erdnüsse)
  • Sojaprodukte (Sojamilch, Sojasahne, Tofu, Sojasoße)
  • Produkte aus Weizen und Soja
  • Schokolade, Kakao, Knabbergebäck, Süßigkeiten mit Konservierungs- und/oder Farbstoffen
  • Weinessig (besonders Rotweinessig)
  • Alle eingelegten Gemüse aus der Dose/dem Glas
  • Nüsse, Walnüsse, Cashewkerne
  • Hefe
  • alter, d.h. stark gereifter Käse

Nahrungsmittel, die Histamin freisetzen (Histaminliberatoren):

  • Avokado
  • Erdbeeren
  • Zitrusfrüchte
  • Tomaten
  • Kiwi
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse, insbesondere Walnüsse
  • Ananas
  • Papaya
  • Kakao und Schokolade

Diaminoxidase blockierende Nahrungsmittel:

  • Alkohol
  • Kakao
  • schwarzer und grüner Tee
  • Mate Tee
  • Energy Drinks (Bestandteil Theobromin blockiert die DAO)

Zusatzstoffe mit Histamin

  • Farbstoffe: Tartrazin (E 102), Chinolingelb (E-102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Amaranth (E 123), Cochenillerot A (E 124), Erythrosin (E 127)
  • Konservierungsstoffe: Sorbinsäure und Salze (E 200-203), Benzoesäure und Salze (E 210-213), PHB-Ester (E 220-227), Dipheyl und Orthaphenyl (E 231-232), Thrabenrudazol (E 223)
  • Sonstige: Nitrate (E 251-252), Glutamate (E 620-625)
  • Säureregulatoren (Di-, Tri- und Polyphosphate)
  • Antioxidantien: Butylhydroxianisol (BHA), -droxitoluol (BHT)

Histaminarme Lebensmittel

Lebensmittel mit geringem Histamingehalt. Aufgrund weiterer, ebenfalls vorliegenender Unverträglichkeiten/Kreuzallergien ist zu beachten, daß die Histaminarmut eines Lebensmittels allein noch nichts über seine Verträglichkeit für den Betroffenen aussagt.

  • Fleisch (frisch, gekühlt, gefroren)
  • Fisch (frisch oder tiefgefroren)
  • Frisches Obst (Melone, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Litchi, Mango, Khaki, Rhababer, Kirschen, Blaubeeren, Johannisbeeren, Aprikosen, Äpfel)
  • Frisches Gemüse (Grüner Salat, Kohlsorten, Rote Beete, Kürbis, Zwiebel, Radieschen, Rettich, Rapunzel, Paprika, Karotten, Brokkoli, Kartoffeln, Gurke, Lauch, Zuccini, Mais, Spargel, Knoblauch)
  • Getreide, Teigwaren (Dinkel-, Mais-, Reisnudeln, Hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrot, Reis, Haferflocken, Reiswaffeln Mais-, Reis-, Hirsemehl)
  • Milchersatz (Reis-, Hafer-, Kokosmilch)
  • alle nicht zitrushaltigen Obstsäfte, alle Gemüsesäfte (außer Sauerkraut)
  • Kräutertee
  • Grüner Tee
  • Proteine: Eigelb, Lopino (strittig, da ebenfalls Hülsenfrucht)

Weblinks

  • http://www.nahrungsmittel-intoleranz.com- Informationen, Rezepte und Forum zur Histaminose
  • http://www.libase.de DER Treffpunkt für Personen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Internetportal für Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen

Literatur

  • Reinhard Jarisch: Histamin-Intoleranz, Histamin und Seekrankheit, Thieme, ISBN: 3131053828
  • Thilo Schleip: Histamin-Intoleranz, Trias, ISBN: 3830432046





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