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Die Ätiologie (v. griech.????? = ?Ursache? und ????? = ?Vernunft, Lehre?) bezeichnete in der Antikein einigen philosophischen Schulen die Lehre von den Ursachen. Heute herrscht die medizinische Bedeutung des Begriffs vor.
Das Adjektiv ätiologisch bezeichnet dementsprechend:
- die Ätiologie betreffend
- ursächlich, begründend, kausal
Inhaltsverzeichnis
- 1 Medizin
- 1.1 Die drei ?C? der Ätiologie
- 1.1.1 Causa (lat. für ?Ursache?)
- 1.1.2 Contributio (lat. für ?Förderung, Beitrag?)
- 1.1.3 Correlatio (lat. für ?Korrelation, Zusammenhang?)
- 2 Religion und Mythologie
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Medizin
Der Begriff ?Ätiologie? bezeichnet in der Medizin und besonders in der Epidemiologie
- die Lehre von den Ursachen der Krankheiten.
- die Gesamtheit der Faktoren, die zu einer gegebenen Krankheit geführt haben.
Siehe auch Pathogenese, Pathologie.
Die drei ?C? der Ätiologie
Es gibt drei grundlegende Methoden der Ätiologie, und jede kennt einen unterschiedlichen Grad der Gewissheit, mit der die Ursache einer Krankheit oder eines Leidens herausgefunden wird. Die Kenntnis der ?drei C? kann auch dem Patienten dabei helfen, bei einer schwer wiegenden Diagnose nicht den Kopf zu verlieren, sondern rational sein Verhalten zu überdenken. Dies gilt vor allem bezüglich der Fragen ?Was habe ich falsch gemacht?? oder ?Bin ich schuld an meinem Leiden??.
Causa (lat.für ?Ursache?)
Bei häufigeren und besser untersuchten medizinischen Phänomenenkann man nach ?kausalen? Gründen einer Krankheit suchen. Das heißt, wenn Ereignis A eintritt, dann muss auch Ereignis B eintreten. Beispiele dafür sind etwa:
- Beim Rauchen: Nikotinkonsum verringert immer den Durchmesser von Blutgefäßen und verschlechtert damit u.a. die Durchblutung des Körpergewebes. Das bedeutet, dass ein Ende des Nikotinkonsums immer eine verbesserte Durchblutung zur Folge hat.
Contributio (lat. für ?Förderung, Beitrag?)
Bei Contributio gibt es immer noch einen starken Zusammenhang im Sinne einer Ursache-Folge-Beziehung, aber dieser ist nicht mehr so stark wie bei der vorherigen Kategorie. Generell gilt: Wenn Ereignis A eintrifft, dann trifft Ereignis B häufiger ein als sonst. Faktor A trägt also zu Zustand B bei.
- Wieder ein Raucher-bezogendes Beispiel: Nicht jeder Raucher bekommt Lungenkrebs, aber Raucher bekommen häufiger Lungenkrebs als Nichtraucher. Mit dem Rauchen aufzuhören bedeutet also, dass dies die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken, verringert.
Correlatio (lat. für ?Korrelation, Zusammenhang?)
Die Korrelation wird ebenso bei seltenen Krankheiten verwendet wie bei Krankheiten, die keine klaren bzw. erforschten Ursache-Folge-Beziehungen haben. Sobald man also in einem Zeitungsbericht etwas von ?Es wurde ... ein Zusammenhang gefunden zwischen Migräne und Herzproblemen? liest, sollte man an die Korrelation denken. Noch konnte niemand beschreiben oder belegen, wie und weshalb Migräne zu Herzproblemen oder Herzprobleme zu Migräne führen kann, sondern es wurde lediglich festgestellt, dass Personen mit Eigenschaft A häufig auch die Eigenschaft B besitzen und umgekehrt. Die Korrelation unterscheidet nicht zwischen Ursache und Folge. Beispiele:
- Japanerhaben die höchste Lebenserwartung von allen Erdbewohnern. Dies heißt nicht, dass man länger oder gesünder lebt, sobald man die japanische Staatsbürgerschaft besitzt oder in Japan wohnt. Es bedeutet lediglich, dass der japanische Lebens- und Ernährungsstil offensichtlich die Gesundheit fördert, aber es muss noch herausgefunden werden, welche Eigenheiten der japanischen Lebensweise die Gesundheit verbessern.
- Personen, die zwischen ihrem 20. und 50. Lebensjahr eine geistig bzw. intellektuellherausfordernde Tätigkeit nachgehen, erkranken weniger häufig an Alzheimer. Dies ist die Tatsache auf der Correlatio-Ebene. Die interessante Frage lautet jetzt:
- Bricht die Alzheimer'sche Krankheit schon in der Jugendzeit aus und verhindert die Aufnahme einer geistig anspruchsvollen Tätigkeit oder
- verhindert eine geistig anspruchsvolle Tätigkeit die Alzheimer'sche Krankheit? englisch
In der Regel arbeitet die medizinische (und auch die naturwissenschaftliche) Forschung so, dass zuerst eine Korrelation (Correlatio) festgestellt wurde. Nach genaueren Untersuchungen kann man – oder auch nicht – herausfinden, ob es einen Ursache-Folge-Zusammenhang gibt (Contributio). Oft ist es der letzte Schritt, einen kausalen Zusammenhang (Causa) herauszufinden.
Hier [1]gibt es weitere englischsprachige Informationen und Beispiele, dies im Zusammenhang mit Lippenspalten- bzw. Hasenscharten-Krankheit (engl. cleft lip).
Religion und Mythologie
In der Religionund Mythologiespricht man von einer Ätiologie, wenn eine Erzählung über Vorgänge der Vergangenheit den Zustand in der Gegenwart begründen soll. So ist etwa in der biblischen SchöpfungsgeschichteGottesAusruhen am siebten Tag eine Ätiologie für die Sabbatruhe. Entsprechende Ursprungslegenden gab es in der Antike zur Erklärung von Ortsnamen, eigentümlichen Gesteinsbildungen, Pflanzen, Tieren, lokalen Kulten u.Ä. Derartige Erzählungen sammelte in hellenistischer Zeitder Dichter Kallimachosund stellte sie in seinen ?Aitia? zusammen.
Die Erzählforschungkennt den Begriff der ?ätiologischen Sage? oder Erklärungssage. Diese Erzählung soll etwas Unerklärliches deuten.
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