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Unter Indikation (v. lat.indicare ?anzeigen?), Abkürzung: Ind., versteht man den Grund oder Anlass für die Durchführung einer medizinischenUntersuchung oder Behandlungsmaßnahme, der diese rechtfertigt.
Man kann eine
absolute (vitale) Indikation (z. B. Notoperation bei Lebensgefahr)
von einer relativen Indikation unterscheiden, bei welcher auch andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen.
- Ist eine Maßnahme indiziert, dann ist sie sinnvoll begründet.
- Ist eine Maßnahme nicht indiziert, dann ist sie medizinisch sinnlos.
Eine Kontraindikationbezeichnet im Gegensatz dazu einen Zustand oder eine Situation, in dem eine medizinische Maßnahme nicht durchgeführt werden darf.
Über die Durchführung der Behandlungsmaßnahme besteht auch bei gegebener Indikation Aufklärungspflicht.
Die Indikation für medizinische Maßnahmen ist nicht immer eindeutig definiert. Ein extremes Beispiel sind Schönheitsoperationen, die medizinisch nur selten indiziert sind. Aber auch bei anderen Diagnose- oder Therapieverfahren wird die Indikationsstellung von verschiedensten Faktoren beeinflusst:
- dem Allgemeinzustand, Alter, Vorerkrankungen und Vorgeschichte des Patienten: z. B. Ablehnung von Herztransplantationenbei Greisen, Insulintherapiestatt Zuckertablettenbei schwangeren Diabetikerinnen.
- dem Fortschritt des medizinischen Wissens: wegen der nachgewiesenen, präventiven Bedeutung werden Darmspiegelungenin den Vorsorgekatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen; wegen der besseren Behandlungsergebnisse von Herzkathetereingriffenbeim Herzinfarktwird seltener die Indikation zur Thrombolysebehandlunggestellt.
- dem Können des Arztes: z. B. bei schwierigen Operationen.
- finanziellen Aspekten: z. B. Kernspintomographieals Vorsorgeuntersuchung.
- den Präferenzen des Patienten: z. B. Ablehnung von Bluttransfusionenaus religiösen Gründen, Wunsch nach speziellen Untersuchungen aus Angst vor bestimmten Erkrankungen.
- lokalen Gegebenheiten: (Nicht-)Vorhandensein von medizinischen Großgeräten (z. B. Kernspintomograph) oder medizinischer Spezialabteilungen (Gefäßchirurgie, Psychiatrie, Kinderurologie o. ä.) an einem Krankenhaus oder in einer Stadt.
Wichtige Indikationsgruppen sind Schmerzen, Husten, Hypertonie, Magenerkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Depressionen, Infektionen, Hautkrankheiten, Augenerkrankungen, Bronchialleiden und Schnupfen.
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