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Die Ölkur (auch Ölziehen oder Ölsaugen) ist eine Methode der Naturheilkunde, bei der der Mund mit Pflanzenölengespült wird. Dies soll dem Mund Giftstoffe entziehen und viele Krankheiten heilen oder lindern. Obwohl wissenschaftlicheNachweise irgendeiner Wirkung fehlen, wird die Methode in Zeitschriften und Webforen häufig aufgegriffen, weil sie preiswert und ohne besondere Fertigkeiten zuhause durchführbar ist.
Dabei soll ein Esslöffel kaltgepresstes Sonnenblumenöl ca. 15 Minuten langsam im Mund hin und her bewegt und zwischen den Zähnen durchge'zogen' werden. Dieses Öl soll anschließend ausgespuckt und der Mund mit Wasser ausgespült werden. Das ganze solle den Empfehlungen zufolge am besten morgens etwa acht bis 14 Tage lang erfolgen. Olivenöl ist ebenso in anderer Quelle empfohlen worden.
Das zugrundeliegende Krankheitsmodell, nachdem sich "Gifte" und "Schlacken" im Körper anhäufen, welche entfernt werden müssten, ist von der Schulmedizinseit dem 18. Jahrhundert aufgegeben worden; in der Alternativmedizinist es jedoch noch immer sehr verbreitet (vgl. Ausleitende Verfahren, Ayurveda, Viersäftelehre).
Die offenbar nur im deutschsprachigen Raum kursierenden Behandlungsempfehlungen lassen sich auf zwei Publikationen in den Zeitschriften Natur und Heilen (Autor: Günther W. Frank) und Natur und Medizin im Jahr 1991 zurückverfolgen. Beide Artikel berufen sich auf einen russischen Arzt namens Fedor Karach, welcher das Verfahren auf einem angeblichen "All-ukrainischen Kongress der Onkologen und Bakteriologen" vorgestellt haben soll. Karach wiederum habe die Ölkur von sibirischen Schamanenübernommen. Genaue Zeit- und Quellenangaben hierzu fehlen, zitierfähige Publikationen eines Dr. Karach liegen nicht vor.
Im Novemberheft 2001 der "Natur und Heilen" hat Norbert Messing einen umfangreichen Artikel zur Ölziehkur publiziert. Hier sind eine Reihe von Quellen (maßgeblich Bücher) angegeben (siehe unten). Unter anderem wurde die Methode auch von der Carl und Veronica Carstens Stiftung untersucht.
Hier wird auch ein Wirkmodell beschrieben. Die Entgiftungswirkung beruhe auf einer Aktivierung der Speicheldrüsen durch die Kaubewegungen. Die Speicheldrüsen sollen neben der Verdauungs- auch Ausscheidungsfunktionen haben. Das Öl schließe die Gifte ein und ermögliche es dem Organismus so, sie auszuscheiden.
Die "Entschlackung" wird gegen Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Hautprobleme, Rheuma, Arthrose, Blasenleiden, Nierenleiden u.a. empfohlen. Den Empfehlungen zufolge ist es wichtig, dass das Öl nach dem Spülen nicht heruntergeschluckt wird, da es mit Giftstoffen und Bakterien belastet sei. Dies wurde labortechnisch nachgewiesen.
Literatur
- Norbert Messing: "Heilen mit Sonnenblumenöl - 10 Jahre Ölziehkur, Zwischenbilanz einer sensationellen Erfolgsgeschichte" in "Natur und Heilen", Heft 11/2001, S. 12-21
- G. Harmisch: "Die Ölzieh-Therapie", Turm Verlag
- Messing: Gesund + fit durch Ölsaugen, Bio-Ritter Verlag
Websites
- http://www.kombu.de/oelsaug.htm
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