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Antioxidative Therapie

Die schulmedizinischeBehandlung von Krebserkrankungenberuht vorwiegend auf eingreifenden, nebenwirkungsreichen Maßnahmen wie Chirurgie, Chemotherapieund Strahlentherapie. Sehr oft versuchen die behandelnden Ärzte, Heilpraktikerund auch die Patienten selbst, ergänzende und begleitende milde, komplementäreMethoden anzuwenden. Der erklärte Zweck solcher Verfahren ist fast immer, die körpereigenen Abwehrkräfte (Immunsystem) zu "stimulieren" oder zu unterstützen und die Nebenwirkungen der schulmedizinischen Verfahren zu verringern.

Antioxidantien sind pflanzliche oder chemische Stoffe mit antioxidativem Charakter, d.h. sie binden in vitro (d.h. im Reagenzglas) aggressiv oxidierendeMoleküle, insbesondere die sogenannten Sauerstoffradikale, welche in vielen Stoffwechselvorgängen freiwerden. Weil freie Sauerstoffradikale auch eine zentrale Rolle bei der Karzinogenese (Krebsentstehung) durch chemische Karzinogeneund ionisierende Strahlungspielen, könnten radikalbindende Substanzen möglicherweise auch die Krebsentstehung beim Menschen beeinflussen.

Tatsächlich hat man in Krebsgewebe einen gegenüber normalem Gewebe geringeren Gehalt an antioxidativen Stoffen gefunden. Einzelne klinische Studien an Patienten haben ergeben, dass die Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie unter antioxidativer Begleitmedikation tendenziell geringer ausfallen. Auch gibt es zahlreiche Studien an Zellkulturenund Versuchstieren (insbesondere transgenen Ratten), die bestätigt haben, dass Mikronährstoffe die Entwicklung von künstlich hervorgerufenen Tumoren hemmen.

Ob die Laborergebnisse aber auf den Menschen übertragbar sind, und somit eine echte Krebsprävention (Vorbeugung) durch bestimmte Ernährungsformen möglich ist, ist allerdings umstritten. Personen, deren Ernährung viel Obst und Gemüse oder Vitaminzusätze enthält, sollen um ca. 20 % seltener an bestimmten Krebsformen erkranken. Andererseits hat eine 2004 veröffenlichte Langzeitstudie keinen Unterschied der beiden Gruppen gezeigt [1].

Es ist außerdem methodisch fragwürdig, die möglicherweise zur Krebsvorbeugung geeigneten Stoffe unkritisch zur Krebsbehandlung einzusetzen, vor allem wenn der Einsatz parallel zur konventionellen Therapie erfolgt. Theoretisch wäre es denkbar, dass die antioxidativen Stoffe auch die Krebszellen - ebenso wie das gesunde Gewebe - vor der Vernichtung durch Chemo- und Strahlentherapie schützen können, also nicht nur die Nebenwirkungen, sondern auch die erhoffte Hauptwirkung dieser Therapien verringern. Ionisierende Strahlung und viele Chemotherapeutika erzeugen nämlich in den Zielzellen Sauerstoffradikale und zerstören sie auf diese Weise. Auch diese konträre These wurde bislang nur im Tierexperiment (z.B. an Mäusen) belegt.

Substanzen mit antioxidativer Wirkung sind

  • die VitamineC und E, das Coenzym Q-10
  • sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe(zu verstehen im Gegensatz zu den "primären" Stoffen Fett, Kohlenhydrate und Protein): Karotinoide, Flavonoide, Polyphenoleu.a.,
  • die tierischen Enzyme Superoxiddismutaseund Katalase,
  • die SpurenelementeManganund Selen.

Ungeachtet der offenen Fragen gibt es zahlreiche Anwender und Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, Rohkost, Saftfasten, vegetarischer Ernährung und den sogenannten Krebsdiäten. Einige Beispiele:

  • Vitamin Cnach Linus Pauling
  • Curcumin(siehe auch Kurkuma)
  • Zellular-Medizinnach Rath
  • Saftkur nach Breuß
  • Gerson-Krebsdiät (Kalium, Iod, Vitamine, Schilddrüsenhormone, Reinigungseinläufe)
  • Trennkost nach Kuhl
  • Moerman-Diät (Iod, Zitronensäure, Hefe, Weizen, Schwefel, Vitamine)
  • Rote-Beete-Diät nach Seeger (tgl. 1 kg Rote Beete)

Keine der genannten Diäten und Nahrungsergänzungen hat eine wissenschaftlichnachgewiesene Wirkung gegen Krebs.


Siehe auch: Krebsdiät- Sekundäre Pflanzenstoffe- Mikronährstoff (Medizin)

Weblinks

National Cancer Institute über Krebs und Ernährung (englisch)

die Breuß Therapie

Von "http://de.wikipedia.org/Antioxidative_Therapie"



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