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Aromatherapie

Aromatherapie bezeichnet die Anwendung ätherischer Ölezur Beeinflussung von Gesundheit und Wohlbefinden. Geprägt wurde der Begriff in den 1920erJahren von dem französischen Chemiker René Maurice Gattefossé.

Die in der Aromatherapie verwendeten ätherischen Öle werden aus Pflanzenextrahiert. Größere Anteile sind zum Beispiel in Kamille, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Jasminund Sandelholzenthalten, die deshalb häufig zur Gewinnung ätherischer Öle genutzt werden.

Ätherische Öle sind Arzneimittel, weshalb bei ihrer medizinischen Nutzung das Arzneimittelgesetz Anwendung findet. Sie sind Bestand des DAB (Deutsches Arzneibuch) und des Ph. Eur. (Europäisches Arzneimittelbuch) und in über 2000 Medikamenten enthalten. Gleichzeitig sind ätherische Öle kosmetische Mittel und in kosmetischen Präparaten enthalten. Aus diesem Grund finden die Regelungen der europäischen Kosmetikverordnung Anwendung. Weiterhin sind sie Lebensmittel und Bedarfsgegenstände, und somit Teil des Lebensmittel- und Bedarfsständegesetzes (LMBG).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Wirkungsweise
  • 2 Gefahren
  • 3 Historisch
  • 4 Anwendung in Privathaushalten
  • 5 Links

Wirkungsweise

Aromatherapie ist die gezielte Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen mit ätherischen Ölen. Sie ist Bestandteil der Phytotherapie(Pflanzenheilkunde) und Teil komplementärmedizinischer Methoden. Der deutsche Gesetzgeber definiert als Therapeuten - Personen, die im Besitz der Erlaubnis zur beruflichen Ausübung der Heiltätigkeit sind - also Ärzte und Heilpraktiker. Die Aromatherapie ist in Deutschland nur in einer berufsergänzenden Ausbildung zu erlernen, da sie neben Kenntnissen in Anatomie, Physiologie, Pathologie ebensolche in Botanik und Phytopharmakologie voraussetzt, ebenso diagnostische Fähigkeiten.


Ätherische Öle sind keine Arzneimittelim engeren Sinne, was aber einem therapeutischen Gebrauch nicht entgegen stehen muss. Sie sind frei verkäuflich und von jedem anwendbar. Duftstoffe können auf zweifache Weise auf den menschlichen Körper einwirken:

  • Der Geruchssinnwird angesprochen; dies führt zu einer Sinneswahrnehmung mit all den damit verbundenen Nebeneffekten (Gefühlseindruck, Erinnerung, reflektorische Beeinflussung verschiedener Körperfunktionen, etc.). Der Duft von Eukalyptus- und Pfefferminzöl wirkt schleimlösend bei Erkältungen und befreit die Nase von Schnupfen.
  • Die eingeatmeten Verbindungen werden durch die Nasenschleimhautund/oder Bronchienschleimhaut resorbiertund gelangen so über das Blutzu den Organen, an denen sie eine Wirksamkeit zeigen können. Vor allem wegen der hohen Bindungsfähigkeit der Duftstoff-Molekülean Fette und der damit verbundenen leichteren Blut-Hirn-Schranken-Passage, folgt auch eine deutliche Wirkung auf das zentrale Nervensystem. Die Moleküle können im Blut nachgewiesen werden. Lavendelöl soll zum Beispiel beruhigend wirken, Thymian aktivierend, Jasminöl stark anregend, Orangen- und Zitronenöl sollen die Stimmung aufhellen.
  • Aromatherapie-Massage Die Kombination von Massagen und Ölen bietet zahlreiche Vorteile. Sie ist im Prinzip die zentrale Methode professioneller Aromatherapeuten auf dem Sektor der alternativen Gesundheitspflege. Wesentlich geprägt wurde dieses Anwendungsgebiet von der französischen Pionierin Marguerite Maury: Sie untersuchte die stärkende bzw. heilende Wirkung von Aromen, wenn man sie auf die Haut aufträgt. Dies erfordert jedoch fundierte Kenntnisse zur Anatomie und Massage sowie über die Eigenschaften der einzelnen ätherischen Öle.

Gefahren

Ätherische Öle sind Stoffe, die ? richtig dosiert ? in der Regel wenig Nebenwirkungen haben. In hohen Dosen können die ätherischen Öle allerdings auch toxischund damit gefährlich sein. Deshalb ist es wichtig, die Öle niemals unverdünnt anzuwenden und sich an Dosierungsrichtlinien zu halten.

Vor allem bei Kindern, Schwangeren und geschwächten Personen sollte man mit der Anwendung ätherischer Öle - beispielsweise bei Erkältungen- sehr vorsichtig sein. Ätherische Öle sind sehr stark konzentriert und können auf der empfindlichen Haut zu Verätzungenführen. Bei Kleinkindernsollte auf die Anwendung ätherischer Öle verzichtet werden.

Im Zusammenhang mit dem "Mainstream" naturheilkundlichen Interesses ist in den letzten Jahren eine Flut pseudowissenschaftlicher, zum Teil esoterischerArtikel zur Aromatherapie erschienen. Vieles ist so als Aromatherapie bezeichnet worden, was eigentlich nichts mit wirklicher Therapie zu tun hat - allenfalls mit der Parfümierung von Räumen. Der sinnvolle Umgang mit Aromastoffen ist in dieser Folge in den letzten Jahren ein wenig abhanden gekommen: Kaum eine Wohnung, kaum eine Boutique, leider auch kaum eine naturheilkundliche Praxis, die nicht mehr oder minder nachhaltig "parfümiert" wird. Dabei wird übersehen, dass der Organismus so überfordert wird und das Gegenteil von dem erreicht wird, was beabsichtigt war.

Übersehen wird auch, dass ein Großteil der verkauften Aromaöle nicht mehr aus natürlichen Quellen stammt, sondern es synthetisch oder halbsynthetisch hergestellte Öle sind, die sicher nichts mehr von der Wirkung haben, die das namensgleiche Originalprodukt hat. Es gibt gar nicht genügend Teebäume, um die Unmenge an aromatischem Teebaumölzu produzieren, das der Markt verlangt.

Übersehen wird schließlich auch, dass viele Aromaöle Giftstoffeenthalten, was gerade ihren innerlichen Gebrauch, aber auch das Auftragen auf die Haut nicht ungefährlich macht. Gerade das erwähnte und beliebte Teebaumöl hat einen hohen Gehalt an Terpenen, welche in hohem Maße lebertoxisch sind.

Historisch

Schon zur Zeit der alten Hochkulturen in Mesopotamienund Ägyptenwurden Duftstoffe, bzw. Pflanzenteile, meist in Form von Räucherwerkfür therapeutische und rituelle Zwecke angewandt, davon leitet sich der Begriff Parfumab: lat.per fumum - durch den Rauch. Der römische Geschichtsschreiber Pliniusberichtet etwa von der Anwendung von Pfefferminzblättern zur Reinigung von Krankenräumen.

Anwendung in Privathaushalten

Die Verwendung von Duftstoffenin Privathaushalten ist schon längst üblich geworden, auch wenn selten das Wort Aromatherapie dafür herangezogen wird. Erkältungsbäder, Massageöleund Duftlampensind Beispielprodukte dafür. Aromatherapie wird auch als ergänzende Erweiterung für das private Whirlpool (Becken)angeboten. Dabei werden dem aufgeheizten Wasser Duftstoffe beigemengt, die durch die ständige Umwälzung durch Düsenpumpen besonders gut während des Bades aufgenommen werden können.

Links

  • Aromatherapie
  • The Claims of Aromatherapy - Kritischer Artikel des CSICOP(engl.)
  • Scents and Nonsense: Does Aromatherapy Stink? - Kritischer Artikel des "American Council on Science and Health"(engl.)
  • Aromatherapy - Kritischer Artikel aus "The Skeptic`s Dictionary"(engl.)
  • Aromatherapy: Making Dollars out of Scents(engl.)
  • Kommentar zum Urteil des SUPERIOR COURT OF THE STATE OF CALIFORNIA gegen die Firma AROMA VERA, INC., et al.(engl.)
  • Aromatherapie - Einführung



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Aromatherapie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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