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Unter einer ChelatTherapie wird die therapeutsche Verwendung von Chelatbildner (z.B. EDTA) verstanden.
Schwermetallentgiftung
Chelat-Therapien werden bei schweren Vergiftungen durch Schwermetallein der Medizin eingesetzt.
Schwermetalle wie Blei, Quecksilber u.a. werden im Körper anstelle der üblichen Metalle eingebaut und reichern sich auch bei chronischer Belastung im Gewebe, z.B. in den Knochen, an. Auch bei Beseitigung der ursprünglichen Quelle bleibt der Körper weiterhin der Belastung, die durch allmähliches Freisetzen des gespeicherten Schwermetalls aus dem Körper entsteht, ausgesetzt. Chelate beschleunigen die Ausscheidung der akkumulierten Schwermetalle. Die Nebenwirkungen (siehe unten) sind sorgfältig mit dem Schädigungspotential der Vergiftung abzuwägen.
Alternativmedizinisch
Alternativmedizinisch werden Chelat-Therapien als ?Rohrfrei der Arterien? beworben und in Form von Infusionen durchgeführt. Sie sollen hilfreich sein bei der Arteriosklerose, Schlaganfall, Schwindel, Tinnitus, Depression und sogar Autismus. Eventuelle Bypass-Operationen der Herzkranzgefässe sollen so beispielsweise unnötig werden. Unterstellt wird hier eine positive Wirkung durch Bindung und Ausscheidung von Kalzium-ionen. Dieses Konzept konnte weder in experimentellen Studien noch in kontrollierten klinischen Studien bestätigt werden, entsprechende Studien zeigten keinen nachweisbaren Effekt. Als unerwünschte Wirkung kann es aufgrund eines Kalziummangels zu Störungen der Blutgerinnung kommen, des weiteren wurden Nierenschäden und Leberschäden nach einer Chelat-Therapie bekannt. Niedrige Kalziumwerte können zu Herzrhythmusstörungen führen. Nebenwirkungen treten auch in Form von Dermatosen durch Zn++-Ionen-Verluste auf, wichtige Spurenelemente und Mineralstoffen können dem Körper entzogen werden.
Aus diesen Gründen haben amerikanische und deutsche Ärzteverbände und die amerikanische Gesundheitsbehörde schon vor mehr als 10 Jahren vor der Chelat-Therapie gewarnt: »Sie ist abzulehnen, weil sie gefährlich und unwirksam ist«. 1998 hat eine amerikanische Verbraucherzeitschrift (?FDA Consumer?) die Chelattherapie in die ?Top Ten? der als ?Gesundheitsschwindel? erkannten Methoden eingereiht.
Die relativ hohen Kosten einer Chelat-Therapie (mehrere tausend Euro für die entsprechenden Infusionen) werden in diesen Fällen von den Krankenkassen nicht übernommen.
Weblinks
- http://www.quackwatch.org/01QuackeryRelatedTopics/chelation.html
- Die AOK zur Chelattherapie
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Chelat-Therapie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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