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| Hydrotherapie
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| WissenschaftlicheKlassifikation
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| Wissenschaft: | Medizin
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| Fachrichtung: | Alternativmedizin
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| Behandlungsmethode: | Hydrotherapie
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| Behandlungsmethoden
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- Wassertreten
- Druckstrahlgüsse, Blitzgüsse
- Bewegungsbad
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| Abgrenzung zu
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Die Hydrotherapie (griech.hydros = Wasser) ist die methodische Anwendung von Wasserzur Behandlung akuter oder chronischer Beschwerden, Stabilisierung der Körperfunktionen ('Abhärtung'), zur Vorbeugung, Rehabilitationund Regeneration. Größtenteils wird der Temperaturreiz des Wassers, weniger der Druckoder der Auftriebals therapeutischerReizausgenutzt.
Verwendet wird Wasserin allen drei Aggregatzuständen
- Eis
- kaltes/temperiertes/warmes Wasser
- Dampf
Inhaltsverzeichnis
- 1 Anwendungsformen
- 2 Behandlungsmethoden
- 3 Historisches
- 4 Zitate
- 5 Siehe auch
- 6 Literatur
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Anwendungsformen
- Waschungen
- Wickel, Auflagen und Kompressen, Packungen
- Güsse
- Bäder (Teil- und Vollbäder) mit und ohne Zusätze
- Sauna, Dampfbäder
Behandlungsmethoden
- Wassertreten: die Patienten durchstapfen ein Becken mit etwa kniehohem, kaltem Wasser.
- KneippscheGüsse oder Flachgüsse: mit geringem Druck zielt ein Wasserstrahl auf Arme, Bein, Rücken, Gesichtoder den ganzen Körper des stehenden Patienten.
- Druckstrahlgüsseoder Blitzgüsse: ein Wasserstrahl wird mit mittlerem oder starkem Druck (bis 3 bar) auf den Körper gerichtet.
- Wickelund Packungen: auf ein feuchtes Innentuch, das entweder nur einzelne Körperstellen oder mehr als 50% der Körperoberfläche bedeckt, wird mit einem trockenen Innen- und Außentuch abgedeckt.
- Abreibungen: ein feuchtes Tuch wird auf den betroffenen Körperteil gelegt und mit der Hand abgerieben, um die Durchblutunganzuregen.
- Bewegungsbad: bei Wirbelsäulenerkrankungenoder Frakturenwerden im Wasser gymnastischeÜbungen, manchmal in Kombination mit Unterwassermassagen, durchgeführt.
Bild:Stangerbad.jpg Stangerbad
- Bäder: man unterscheidet Teilbäder, bei denen Arme und Beine kaltem und/oder heißem Wasser ausgesetzt werden, und Bürstenbäder, bei denen der Patient mit Bürstenmassiert wird, oder das Stangerbad, bei dem das Wasser in der Wanne galvanischenStromleitet. Der sanfte Stromreiz wirkt schmerzlindernd und durchblutungsfördernd.
- Dämpfe: die Patienten werden heißem Wasserdampfausgesetzt, der eventuell mit Kräuternversetzt ist, auch in Saunen oder türkischen Dampfbädern.
Historisches
Bild:S-hahn-1.jpg Siegmund Hahn, Begründer der Wassertherapie in Deutschland
Bild:Vincenz-Prießnitz-1.jpg Vincenz Prießnitz
Wasserbehandlungen gibt es schon seit Jahrtausenden. So glaubten bereits die Griechen, dass das WasserHeilkraftbesitze. Auch die Römerbauten öffentliche Bäder, die sich zur Erholungs- und Gesellschaftszentren der Städte entwickelten (= Vorläufer der heutigen Kurorte). Als Vater der Hydrotherapie wird der römische Ehrenbürger Antonius Musa angesehen, der angeblich 23 v. Chr. den Kaiser Augustusmit kalten Bädern geheilt haben soll.
Im 15. Jahrhundertwurde der Ruf der Hydrotherapie geschädigt, weil man glaubte, Wasser übertrage Infektionskrankheiten. Erst im 18. Jahrhundertwurde sie wieder beliebter.
Als tatsächliche Begründer der "Wassertherapie" bzw. Hydrotherapie in Deutschland gelten die niederschlesischen Ärzte Siegmund Hahn(1664-1742) und besonders dessen Sohn Johann Siegmund Hahn(1696-1773), dessen Buch von 1738 erst - 100 Jahre später - 1849 der damalige Philosophie-Student Sebastian Kneipp(1821-1897) in der Münchener Hofbibliothek fand und daraus später seine eigene Therapie entwickelte. Beide "Wasserhähne" waren Stadtphysikus in Schweidnitz.
Vincenz Prießnitz(1799-1851) behandelte seine eigenen Beschwerden mit kalten Kompressenund hatte damit Erfolg. Er gründete ein Therapiezentrum, in dem er versuchte, seine Patienten mit Schockmethoden abzuhärten. Beispielsweise schnallte er sie auf eisernen Liegen fest und ließ eisiges Wasser aus 6m Höhe auf sie herabschütten.
Pfarrer Sebastian Kneippwandte weniger heftige Methoden an. Auch er hatte Kaltwasserbehandlung erstmals erfolgreich an sich selbst getestet. Um seine Tuberkulose zu behandeln, stieg er jeden Tag in die eiskalte Donau. Seine hydrotherapeutischen Maßnahmen ergänzte er durch die Pflanzenheilkunde.
Zitate
"Es ist ganz unglaublich, was die Güsse mit Wasser vermögen. So sieht man öfters Beispiele von Heilungen, die Manchem fast unglaublich scheinen, weil für solche Leiden sonst keine Mittel vorhanden sind. Ein Mädchen war daran, sich aus der Nase todt zu bluten, so heftig drang das Blut dem Kopfe und der Nase zu; eine Gartengießkanne voll Wasser auf den Nacken und Kopf machte der Blutung augenblicklich ein Ende [...].
Christian hat nach Aussage der Ärzte Lungenemphysem, herrührend von einer vorausgegangenen Lungenentzündung. Hier ist doch klar, daß bei der Heilung viel Schleim zurückgeblieben ist, der noch an den inneren Organen angeklebt hängt und nicht weiter gebracht werden kann. Sechs Obergüsse und Brustgüsse habe Alles losgemacht; ein Masse Schleim hat sich gelöst, und der Kranke athmet jetzt ganz gesund."
von Sebastian Kneipp: So sollt ihr leben! Winke und Rathschläge für Gesunde und Kranke. Kempten, 1889(4. Auflage); S. 351 ff. ISBN 3881400664
Siehe auch
Balneologie, Naturheilkunde
Abgrenzung zur Bädertherapie: siehe Balneotherapie
Literatur
- Helfricht, Jürgen: Der Pionier der Naturheilbewegung Vincenz Prießnitz (1799 - 1851) und die Rezeption seiner Hydrotherapie im deutschsprachigen Raum bis 1918. - Dissertation Philosophische Fakultät der Palacký-Universität Olomouc, Lehrstuhl für Geschichte 2004
- Helfricht, Jürgen: Die Erfolgsrezepte sächsischer Naturheiler. - Taucher Verlag Taucha 2004
- Helfricht, Jürgen: Friedrich Eduard Bilz (1842 1922) - Altmeister der Naturheilkunde in Sachsen. - Sinalco AG Detmold und Stadtverwaltung Radebeul 1992
- Michael, Anderson - Heilen mit Wasser (2.Auflage, 1995)
- Otto, Gilbert - Hydrotherapie und Balneotherapie in Theorie und Praxis (11. Auflage, 1990)en:Hydrotherapy
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