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Bei den Spenglersan-Kolloiden handelt es sich um mikrobiologische, homöopathischeImmunmodulatoren, die in der AlternativmedizinVerwendung finden. Sie sind aus Antigenen und Antitoxinen verschiedener Bakterienstämmezusammengesetzt und auf D9 potenziert.
Die Spenglersan-Kolloide gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie sind von Dr. Carl Spengler, einem bekannten Schweizer Arzt und Forscher und Mitarbeiter Robert Kochs, des Entdeckers der Tuberkulosebakterien, entwickelt worden.
Darreichungsformen
Die Spenglersan-Kolloide kommen perkutan in Tropfenform zur Anwendung, d.h. sie werden an einer möglichst zarten Hautstelle mit dem Daumenballen vom Patienten selbst eingerieben. Das können die Ellenbeugen, die Innenseiten der Oberschenkel oder die Bauchhaut sein. Bei Säuglingen werden die Tropfen mit dem Unterärmchen des Kindes in die Bauchhaut eingerieben. Bei der Verordnung mehrerer Kolloide wird die Anwendung jeweils im Abstand von etwa zwei Stunden vorgenommen. Bei der mukosalenAnwendung können die sekundären lymphatischen Organe wie Waldeyer-Rachenring mit Tonsilla palatina, Tonsilla pharyngea und Tonsilla lingualis erreicht werden. Bei der sublingualen Arzneistoffabsorption wird der große Blutkreislauf direkt erreicht und ein First-pass-Effektin der Leber vermieden.
Wirkung
Die Spenglersan-Kolloide sollen aufgrund einer Vielzahl verschiedener Antigen-Determinanten eine erregerunspezifische Stimulation und Modulation des zellulären Immunsystemsbewirken; durch Stimulation der Phagozytose-Aktivität und der Zytotoxizität von Makrophagen, NK-Zellen und zytotoxischen T-Lymphozyten, Induktion und Regulation von Zytokinenund Adhäsionsmolekülen, Regulation von Entzündungsreaktionen, und Änderung der Mikrozirkulation. Aufbauend auf die Tatsache, dass viele Erkrankungen auf Mischinfektionen, Störungen der körpereigenen Abwehr, wie Hypo-und Hyperreaktivität des Immunsystems (Regulationsschwäche,-blockade) beruhen- wie beispielsweise Infektionen, Karzinome, allergische Erkrankungen, rheumatischeLeiden, Autoimmunerkrankungenetc.- wird für die Spenglersan-Kolloide ein breites Indikationsspektrum beansprucht. Die Therapie mit den Spenglersan-Kolloiden ist nebenwirkungsarm und gut verträglich.
Der wissenschaftliche Nachweis für eine Wirkung gegen die genannten Erkrankungen wurde bisher nicht erbracht. Speziell Krebskranke warnt die Deutsche Krebsgesellschaftvor dem ungenügend belegten Verfahren [1]. Die deutschen Krankenkassenerstatten die Behandlung nicht.
Literatur
- Bundschuh, Gerhard: Somatische Effekte nach Applikation geringster Wirkstoffdosen. Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 46,5 (2005)
- Meckel-Spenglersan GmbH (Hrsg.): Erfahrungsmedizin im Wandel der Zeit, Die Spenglersan-Ärztetagungen, Karl F.Haug Verlag, Hüthig GmbH, Heidelberg 1997, ISBN 3-7760-1669-8
- Rauscher, Claudius Chr.: Praxisorientierte Immundiagnostik und Immuntherapie bei Karzinomerkrankungen unter Berücksichtigung der Spenglersan-Kolloide, Verlag Urban und Vogel, München 2004, ISBN 3-89935-199-1
- Rilling, Siegfried: Vom Tuberkulinum zum Immunotherapeutikum. Die Spenglersan-Therapie, Karl F.Haug Verlag, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Heidelberg 1993, ISBN 3-7760-1335-4
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