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Unter Analgesie (gr.an - ohne, algos - Schmerz) versteht man in der Medizindas Ausschalten von Schmerzen. Dieses kann entweder durch Verringerung oder Unterbrechung der Erregungsweiterleitungoder durch medikamentöse"Eingriffe" (Analgetika) erzeugt werden. Der Begriff wird teilweise synonymzur Anästhesieverwendet. Während bei dieser jedoch sämtliche Empfindungen ausgeschaltet werden, bleibt beispielsweise die Berührungsempfindlichkeitunter Analgesie erhalten. Im Falle des Vorliegens einer Verletzungmit Durchtrennung von sensiblem Nervengewebe ist mit der Analgesie im Regelfall auch eine Anästhesie verbunden. Normalerweise kommt es daher auch bei örtlicher Schmerzausschaltung (lokaler Analgesie) durch den prinzipiellen Wirkmechanismus der eingesetzten Medikamente zur Lokalanästhesie.
Schmerzbekämpfungist eine wesentliche Aufgabe der Medizin. Analgesie kann auf verschiedenen Wegen herbeigeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Medikamentöse Analgesie
- 2 Andere Formen der Analgesie
- 3 Krankhafte Analgesie
- 4 Siehe auch
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Medikamentöse Analgesie
- Nichtsteroidale Analgetika werden auch als NSAIDs(engl. non-steroidal anti-inflammatory drugs) bezeichnet und sind die am häufigsten angewandten Medikamente überhaupt. Zu ihnen gehören unter anderem Wirkstoffewie Acetylsalicylsäure(Aspirin®), Paracetamolund Ibuprofen. Ihre Einsatzgebiete liegen im Bereich der Bekämpfung leichter und mittlerer Schmerzen, der Behandlung von Entzündungensowie der Fieberbekämpfung.
- Analgetika vom Morphintyp (Opioide, z.B. Codein, Tramadolund Fentanyl) basieren auf sehr potenten Wirkstoffen und werden zur Unterdrückung starker Schmerzen eingesetzt. Ihr Hauptnachteil liegt in ihrem potentiell suchtauslösenden Wirkmechanismus, weshalb sie meist unter das Betäubungsmittelgesetzfallen. Daneben wirken sie mehr oder weniger stark atemdepressiv.
- Migränetherapeutika (z.B. Ergotaminund Sumatriptan); ihr Wirkmechanismus beruht u.a. auf einer Verengung zentraler Blutgefäße(Vasokonstriktion).
- Adjuvante Analgetika sind Substanzen, die selbst keinen unmittelbar schmerzstillenden Effekt besitzen, jedoch mittels Wirkung auf Begleitfaktoren die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Beispiele finden sich unter den trizyklischen Antidepressiva(vor allem Amitriptylin) oder den Antiepileptika(z.B. Carbamazepin).
Andere Formen der Analgesie
Außerdem besteht die Möglichkeit der physikalischen Schmerztherapie. Ihre einfachste Form ist generelle Ruhe oder Ruhigstellung des betroffenen Körperteils. Hierdurch wird die Reizung von Schmerzrezeptorenverringert. Je nach Ursache des Schmerzes besteht die Möglichkeit seiner Verringerung auch durch Wärme- oder Kältetherapie. Weiterhin werden angewandt:
- Krankengymnastikund Bewegungstherapie: Heilungsprozesse werden gefördert und die Schmerzen gehen schneller zurück. Ein ähnliches Ziel verfolgt die Massage.
- Mittels elektrischer Stimulation anderer Reizrezeptoren wird die Weiterleitung des Schmerzreizes an die Sinneszentren gehemmt und der Schmerz weniger deutlich wahrgenommen. Es wird spekuliert, dass ein Wirkmechanismus der Akupunkturauf diesem Prinzip basiert.
- PsychologischeBehandlung kann in einigen Fällen zu einer deutlichen Verringerung der Symptomeführen (psychosomatischeSchmerzen). Auch durch Hypnosekann eine Analgesie herbeigeführt werden (z.B. während einer Zahn-OP oder geburtsbegleitend).
- Im Extremfall kann eine neurochirurgischeBehandlung mittels Nervendurchtrennung die Schmerzen beenden.
Krankhafte Analgesie
Neben der medizinisch herbeigeführten Analgesie existieren auch krankhafte Formen der Schmerzunempfindlichkeit. Sie können sowohl durch Verletzungen (Nervenverletzungen, Querschnittlähmung) als auch von einem angeborenen Defekt verursacht werden. Bei angeborener Schmerzunempfindlichkeit fügen sich die Betroffenen häufig selber schwere Schäden zu (Automutilation).
Siehe auch
Schmerztherapie, Betäubungsmittel, Palliation
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Analgesie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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