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Anticholinerges Syndrom ist ein krankhafter Zustand des vegetativen Nervensystems, bei dem der Nervus vagus(Parasympathikus) in seiner bremsenden und dämpfenden Funktion weitgehend ausgeschaltet wurde.
Meist tritt das Syndrom im Rahmen von Vergiftungen mit Atropin, Antidepressiva, Neuroleptika, Antihistaminikaoder nach Einnahme von giftigen Pflanzen (Fliegenpilz, Pantherpilz, Tollkirsche) auf.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einteilung
- 2 Symptome
- 3 Therapie
- 4 Links
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Einteilung
Man unterscheidet ein peripheres und ein zentrales anticholinerges Syndrom. In der Praxis treten meist sowohl zentrale als auch periphere Symptome auf.
Beim zentralen anticholinergen Syndrom gibt es zwei Verlaufsformen:
- ruhige Form mit Schläfrigkeit bis zum Koma,
- erregte Form mit Unruhezuständen, Halluzinationen
Wichtig ist eine Einteilung nach dem Schweregrad:
- Schwere Form
- Tachykardieüber 150 / min
- Komamit Beatmungspflichtigkeit
- Extreme Unruhe und Agitiertheit
Symptome
Man unterscheidet periphere von zentralen Symptomen.
Zentrale Symptome sind diejenigen, die das Zentrale Nervensystem(Gehirn) betreffen. Es können zwei Verlaufsformen unterscheiden werden.
1. DeliranteForm mit
- Angst, Unruhe
- Verwirrtheit, Desorientiertheit
- visuelle oder auditive Halluzinationen
- Bewegungsstörungen (Myoklonien, Dysarthrie)
- Krampfanfälle
2. Somnolente Form
- verzögertes Erwachen nach der Narkose
- Schläfrigkeit (Somnolenz) bis hin zum Koma
- im Extremfall bis hin zum Atemstillstand
Bei beiden Verlaufsformen können die folgenden peripheren Symptome auftreten:
- trockene, heiße, gerötete Haut durch
- Verminderte Schweißproduktion
- Fieber(Hyperthermie)
- weite Pupillen (Mydriasis)
- Akkomodationsstörungen(=> Verschwommen Sehen)
- Mundtrockenheit, Durst durch
- Verminderte Speichelproduktion
- verminderte tracheobronchiale Sekretion
- Schluckstörungen
- Herzrhythmusstörungen
- zu schneller Puls (Tachykardie)
- Supraventrikuläre Extrasystolen
- Selten (bei hoher Dosis) AV-Überleitungsstörungen
- Magen-Darm Atonie
- Harnverhaltung (durch Blasenatonie)
Therapie
Patienten mit einem anticholinergen Syndrom müssen auf einer Intensivstation überwacht werden. Bei Unruhe und Halluzinationen ist eine Fixierung notwendig. Bei Tablettenintoxikationen werden sie magengespült, um noch Tablettenreste zu entfernen. Es wird das Gegenmittel Physostigminverabreicht. Manchmal wird versucht durch eine forcierte Diurese eine schnellere Ausscheidung aus dem Körper zu erreichen.
Links
- http://info.multimedica.de/public/html/gufischer/KLF/ASFBI000F/0003/0002/ASFBI003FXXFF00210.html
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