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Schlafmittel (Hypnotica) sind Stoffe, die den Schlafvorgangfördern oder einleiten. Dabei gibt es fließende Grenzen zu den Beruhigungsmitteln (Sedativa) einerseits und zu den Betäubungsmitteln (Narkotika) andererseits. Schlafmittel basieren auf synthetisch hergestelltenoder natürlich vorkommenden pflanzlichenWirkstoffen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Pflanzliche Schlafmittel
- 2 Chemische Schlafmittel
- 3 Weitere Schlafmittel
- 4 Medikamentöse Anwendung
- 5 Missbrauch
- 6 Siehe auch
- 7 Weblinks
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Pflanzliche Schlafmittel
Zu den pflanzlichen Schlafmitteln gehören beispielsweise die Präparate auf Baldrianbasis. Sie sind in der Regel nicht oder schwach wirksam und rezeptfrei. Daneben werden oft Kombinationen aus Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Maulbeereund Melisseverwendet. Pflanzliche Schlafmittel sind im Allgemeinen gut verträglich. Sie besitzen wegen ihrer im Vergleich zu den meisten chemischen Mitteln geringen Wirkstoffdosierung auch entsprechend geringere Nebenwirkungen. Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zur Bedienung von Maschinen ist natürlich gleichwohl eingeschränkt, sobald eine schlaffördernde Dosis eingenommen wird. Auch das Abhängigkeitspotenzial, das bei vielen chemischen Mitteln vorhanden ist, ist bei Verwendung von milden rezeptfreien Phytopharmakageringer. Arzneimittel pflanzlicher Herkunft sind aber nicht prinzipiell harmloser, wie die Zubereitungen aus dem Schlafmohn(Morphium) zeigen.
Chemische Schlafmittel
Neben den pflanzlichen Schlafmitteln gibt es mehrere chemische Schlafmittel. Sie lassen sich in mehrere Gruppen einteilen:
- Chloralhydrat (Trichloracetaldehyd)
- Paraldehyd
- Antihistaminika älteren Typs, die eigentlich als Antiallergikaverwendet werden, verursachen als Nebenwirkung Müdigkeit. Diese Tatsache macht man sich zu Nutze und verwendet einige davon als Schlafmittel, z.B. Diphenhydramin. Sie sind nicht verschreibungspflichtig und das Abhängigkeitsrisiko ist geringer als bei anderen chemischen Schlafmitteln.
- Tranquilizer entsprechender Wirkung sind häufig benutzte Schlafmittel, da sie sich zum Angstabbauund zum Entspannen eignen. Manche Tranquilizer beinhalten ein erhöhtes Suchtrisiko. Eine übermäßige Dosierungführt manchmal zur gegenteiligen ("paradoxen") Wirkung.
- Benzodiazepine sind eine Stoffgruppe mit beruhigenden, angstlösenden, krampflösenden und schlaffördernden Wirkungen in unterschiedlicher Wirkungsdauer, Stärke und Kombination. Hierzu gehören die heute am häufigsten verwendeten Schlafmittel. Sie unterliegen der Verschreibungspflicht. Todesfälle durch falsche Anwendung sind selten. Die Suchtgefahr gilt als hoch (psychisch, teils auch körperlich, weshalb nach längerem Konsum unbedingt ausgeschlichen werden sollte anstatt abrupptes absetzen). Gebräuchliche Vertreter sind z. B. Diazepam, Triazolam, Flurazepamoder Temazepam.
- Barbiturate sind gefährliche Schlafmittel, die in Verbindung mit Alkohol tödlich sein können. Da sie eine relativ hohe Halbwertszeit besitzen, haben sie unerwünschte Neben- und Nachwirkungen wie Müdigkeit am folgenden Tag ("Hangover"). Ferner unterdrücken sie den erholungswichtigen REM-Schlaf. Barbiturate werden deshalb heute kaum noch verwendet.
- Sonstige: siehe Contergan.
Weitere Schlafmittel
Neben den pflanzlichen und chemischen Schlafmitteln gibt es weitere Stoffe, die den Schlaf fördern. So können neben dem Konsum von Alkoholauch Antidepressivaoder Analgetika(Schmerzmittel) schlaffördernd wirken. Hierbei ist zu beachten, dass es sich um eine Art Missbrauch handelt.
Bei einigen Menschen wirken neben dem so genannten Schäfchen zählen
auch körperliche Anstrengung (Abendspaziergang) als Schlafmittel.
Weiterhin helfen auch Entspannungsmethoden wie Autogenes Trainingbeim Einschlafen, da StressSchlafprobleme befördert, ohne dass es sich um eine Krankheithandelt.
Bei Menschen mit einem verschobenen Schlaf-Wach-Rhythmus kann helles Licht als sogenannte Lichttherapiezu einer Normalisierung der inneren Uhr führen.
Medikamentöse Anwendung
Medikamentöse Schlafmittel werden als "Hypnotika" bezeichnet.
Viele sind verwandt mit den Sedativa, den Beruhigungsmitteln. Sie erleichtern dadurch das Einschlafen. Häufig verwendet man hierfür Substanzen, die nur kurz wirken und nach 1 bis 4 Stunden abgebaut sind.
Stärkere Mittel und vor allem solche mit einer längeren Wirkungsdauer verwendet man, um das Durchschlafen zu ermöglichen.
In höherer Dosierung werden kurz wirksame Schlafmittel auch verwendet, um einen Patienten bei einer unangenehmen Untersuchung (beispielsweise Magen- oder Darmspiegelung) ruhig zu stellen, ohne ihn durch eine Narkoseganz bewusstlos zu machen.
Eine Behandlung mit medikamentösen Schlafmitteln erfolgt, wenn der Patient über längere Zeit Schlafprobleme hat. Hierbei ist die Beaufsichtigung durch einen Arzt dringend notwendig, da sonst leicht ein Missbrauch entstehen kann.
Missbrauch
Es gibt mehrere Gründe und Formen des Missbrauchsvon Schlafmitteln. Über einen längeren Zeitraum eingenommene Schlafmittel führen oftmals zur Abhängigkeitoder werden bewusst als Drogeeingesetzt.
Es gibt auch Fälle, in denen körperliche Überlastungssymptome (Schlaflosigkeit etc.) durch Schlafmittel behandelt werden. Dies ist jedoch wenig sinnvoll, da nur die Symptomebekämpft werden, die eigentliche Ursache aber keine Beachtung findet.
Eine kriminellen Art des Missbrauchs von Schlafmitteln sind die sog. K.-o.-Tropfen.
Siehe auch
Schlafstörung, Schlafhygiene, Circadiane Rhythmik
Weblinks
- http://www.schlafmedizin.de/information/schlaf/schlafmittel.html
- http://www.m-ww.de/pharmakologie/arzneimittel/schlafmittel/
- http://www.unizh.ch/phar/sleep/buch/KAP5.htm
- Behandlung von Schlafstörungen durch verschiedene Maßnahmen / MittelDas Informationsportal zum Thema Schlaf
- Bundesverband Schlafapnoe Deutschland BSD e.V. hier finden sie Listen von niedergelassenen Ärzten mit Screeningpraxen für Schlafmedizin, Schlaflabore, Schlafmediziner und Selbsthilfegruppen nach PLZ sortiert
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schlafmittel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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