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Nervensystem

Als Nervensystem wird ein Organsystemder Tiere bezeichnet, welches gemeinsam mit den Sinnesorganenund dem endokrinen System(Hormonsystem) für die Verarbeitung und Reaktion des Organismus auf Umweltveränderungen zuständig ist. Das Nervensystem realisiert eine der Grundeigenschaften des Lebens, die Reizbarkeit(Irritabilität).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Evolution
    • 1.1 Niedere Tiere
    • 1.2 Gliederfüßer
    • 1.3 Kopffüßer und Wirbeltiere
  • 2 Aufbau
  • 3 Weblinks

Evolution

Im Verlauf der Evolutionund mit der Höherentwicklung einzelner Abteilungen des Tierreiches ist eine deutliche Tendenz zur Konzentration und damit einhergehender Spezialisierung von Teilen des Nervensystems festzustellen. Während bei primitiven Tieren noch manchen Einzelneuronen spezielle Funktionen zufallen (z. B. Schrittmacherneurone, die den Takt für elementare Körperbewegungen von Würmern vorgeben), verrichten in hochkomplexen Nervensystemen bis zu mehreren Milliarden Neuronen im Verbund spezielle Aufgaben.

In Nervensystemen mit Zentralganglien kann die Erregungsleitungder Neurone in Afferenzen(von den Sensorenzum Gehirn) und Efferenzen(vom Gehirn zu den Effektoren, z. B. Muskeln) unterteilt werden.

Niedere Tiere

Als primitivste Nervensysteme gelten die relativ homogenen Nervennetzevon Schwämmenund Nesseltieren. Bei Nesseltieren findet man Markstränge.

Gliederfüßer

Bei den Gliederfüßernkommt es bereits zur Ausbildung von höheren Verarbeitungszentren in Form mehrerer Nervenknoten (Ganglien). Diese Ganglien sind durch zwei Nervenstränge strickleiterartig miteinander verbunden, weshalb man hier von einem Strickleiternervensystem spricht. Bei den meisten dieser Tiere ist das Oberschlundganglionbesonders groß ausgebildet. Es übernimmt bereits Funktionen eines ?Gehirns?, insbesondere die Verarbeitung von Sinnesreizen. Die Ganglien der Körpersegmente steuern häufig die Bewegungen der Bein- und Flügelmuskulatur weitestgehend autonom. Die Strickleiternervensysteme liegen (mit Ausnahme des Oberschlundganglions) unterhalb des Verdauungsapparates. Daher spricht man auch vom Bauchmark.

Kopffüßer und Wirbeltiere

Besonders stark zentralisiert sind die Nervensysteme von Kopffüßernund Wirbeltieren. Bei ihnen werden sehr viele Funktionen des Nervensystems und der Muskeln zentral gesteuert. Man spricht daher von einem Zentralnervensystem. Dieses besteht aus dem Gehirnund dem Rückenmark.

Die außerhalb des Zentralnervensystems liegenden neuronalen Strukturen werden zum peripheren Nervensystem gezählt. Das periphere Nervensystem wird wiederum in das somatische Nervensystemund das vegetative Nervensystem(auch viszerales oder autonomes Nervensystem, bestehend aus Sympathikus, Parasympathikusund enterischem Nervensystem) untergliedert. Das vegetative Nervensystem ist vorwiegend mit der Steuerung der Tätigkeit der außerhalb des Bewusstseinsablaufenden Körperfunktionen betraut.

Aufbau

Grundbaustein des Nervensystems ist das Nervengewebe. Es besteht aus vernetzten Neuronen(Nervenzellen), deren Zellkörper als Somata(oder Perikarya) und deren Fortsätze als Nervenfasern(Axoneund Dendriten) bezeichnet werden.

Bei höheren Lebewesen besteht das Nervengewebe auch aus Gliazellen. Diese bilden ein Stützgewebe und unterstützen die Tätigkeit der Nervenzellen ohne selbst direkt an der Verarbeitung von Sinnesreizen beteiligt zu sein.

Weblinks

  • http://www.bio2.rwth-aachen.de/teaching/WS99/neurows9900.html



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nervensystem aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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