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Bild:Index finger.jpg Der Zeigefinger
Der Zeigefinger (lat.: Index) ist Teil der Hand. Er ist der zweite Fingerund befindet sich zwischen dem Daumenund dem Mittelfinger. Er trägt seinen Namen, da er bevorzugt dafür verwendet wird, um auf ein Objektoder in eine Richtungzu zeigen. Unter Fingerzeig versteht man einen Hinweis. Der Zeigefinger wird von allen Fingern am häufigsten genutzt (ohne Greifen). Er kann im Gegensatz zu den anderen Fingern, aber ebenso wie der Daumen relativ unabhängig bewegt werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Anatomie
- 1.1 Länge des Zeigefingers
- 2 Schrift
- 3 Gestik
- 3.1 Zeigefinger alleine
- 3.2 Zeigefinger mit anderen Fingern
- 3.3 Symbolik des Zeigens
- 3.4 Kunst
- 3.5 Aphorismen
- 4 EDV
- 5 Siehe auch
- 6 Literatur
- 7 Weblinks
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Anatomie
Vom Zeigefinger führen zwei Sehnenzu den Unterarmmuskeln. Der gebeugte Finger wird mit dem Zeigefingerstrecker (Extensor indicis, Grafik) auf der Ellenrückseitegestreckt. Vom zweiten bis zum fünften Finger münden je eine Sehne in einen Unterarmstrecker, den langen gemeinsamen Fingerstrecker (Extensor digitorum, Grafik). Extoren sind streckende Muskeln des Unterarmes mit einer Wirkung im Handgelenk. Mit dem 12. Lebensmonat sollten Säuglingein der Lage sein mit dem Zeigefinger auf Gegenstände zu deuten.
Länge des Zeigefingers
- Eine beim British Journal of Psychology eingereichte Studie(Brosnan 2004) der renommierten University of Bath in Großbritannienhat gezeigt, dass männliche Naturwissenschaftlerüberdurchschnittlich lange Zeigefinger haben (so lang wie die Ringfinger). Dieses schon vor der Geburt festgelegte Längenverhältnis ist an den Hormonspiegelgekoppelt und verweist auf höhere Östrogenabgabenan das Ungeborene im Mutterleib. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass dieser erhöhte Östrogenspiegel eine stärkere Entwicklung der rechten Gehirnhäfte bewirkt, was mit der Eignung zum Naturwissenschaftler korrelliert.
- Eine weitere Studie der kanadischen University of Alberta (Hurd 2005) an 300 Studenten kommt zu dem Ergebnis, dass Männer mit einem verglichen zum Ringfinger deutlich kürzeren Zeigefinger zu körperlicher Gewaltbereitschaftneigen (nicht aber zu verbaler Aggressivität). Dieses Längenverhältnis geht auf eine höhere Testosteronproduktionim Mutterleib zurück. Männer mit kürzeren Zeigefingern seien körperlich leistungsfähiger und würden von Frauen als maskulinerempfunden. Bei Frauen konnte dieser Zusammenhang nicht nachgewiesen werden, da bei ihnen der Längenunterschied wesentlich kleiner ausfällt. Von der Fingerlänge könne jedoch nicht auf die Persönlichkeitgeschlossen werden. Es lassen sich nur 5% der Unterschiede der aus Persönlichkeitstests gewonnenen Resultate auf das Längenverhältnis zurückführen.
Schrift
Bei der Schreibschriftführt der Zeigefinger den Stift. Bei der Blindenschriftwerden die Zeichen mit den Fingerspitzender Zeigefinger ertastet. Der rechte Zeigefinger liest dabei eine Zeile zu Ende während der linke Zeigefinger am Anfang der neuen Zeile steht, worauf der rechte wieder zum linken aufschließt. Das Maschinenschreibenauf einer Tastaturnur mit den beiden Zeigefingern (statt mit allen 10 Fingern) bezeichnet man auch umgangssprachlichals 2-Finger-Adler-Such-System.
Gestik
Zeigefinger alleine
- Ausgestreckter Zeigefinger nach oben: Aufgemerkt! Drohung(Erhobener oder moralischer Zeigefinger)
- Nach oben ausgestreckter Zeigefinger pendelt nach links und rechts: Nein(Dudu-Finger)
- Nach vorne ausgestreckter Zeigefinger pendelt nach oben und unten: Belehrung oder Drohung, Das machst du nicht nochmal!
- Zeigefinger beschreibt einen Kreis an der Kopfseite: Du bist verrückt
- Zeigefinger tippt an die Schläfeoder Stirn: Du bist verrückt! (den Vogel zeigen)
- Zeigefinger tippt flach an die Schläfe: Denk mal nach! (Köpfchen muss man haben)
- Der Zeigefinger wird aus einer (zu einer anderen Person gerichteten) Faustheraus gestreckt, und wieder zum eigenen Körper hin gekrümmt, wieder ausgestreckt, usw.: Komm her!
- Ausgestreckter Zeigefinger wird nach oben zeigend auf die geschlossenen Lippen gelegt: Schweig! (pst!)
- Zeigefinger wird an den Nasenflügel gelegt: Ich überlege
- Zeigefinger tippt an den Nasenflügel: Geheimes Zeichen (gerne in Hollywoodfilmengenutzt)
- Zeigefinger tippt auf eine Unterlage (Tisch): Ich bestehe darauf! (jetzt und hier)
- Nach oben gesteckter Arm (und Zeigefinger): Ich melde mich, Ich habe eine Idee
- Ein in die Wange gedrehter Zeigefinger hat je nach Kulturkreis unterschiedliche Bedeutungen: Italien: Gut!, Spanien: ein Verweis auf Homosexualität
Zeigefinger mit anderen Fingern
- Zeigefinger und Mittelfinger werden in gestrecktem Zustand gegeneinander geschlagen: Symbol für eine Schere (schnipp schnapp)
- Zu einem V nach oben ausgestreckte und auseinandergespreizte Zeige- und Mittelfinger: Deutschland: Victory-Zeichen (Sieg); Australien, mit dem Handrücken zum Gegenüber: Verzieh Dich!
- Mit Daumen und Zeigefinger einen Ring bilden: Deutschland: perfekt!; Frankreich: Null oder wertlos; USA: Arschloch; Südosteuropa: weibliches Genital, in Verbindung mit einer Auf-und Abbewegung: obszöne Geste; Japan: man bettelt mit dieser Geste
- Zeigefinger gestreckt, Daumen gestreckt jedoch am ersten Gelenk eingeknickt: Pistole (Kinderspiel) (Peng Peng)
- Über die Fingerkuppe der Pistole pusten: Dem hab ich es gegeben!
- Mit dem Zeigefinger und Mittelfinger von unten an die Nase stoßen: Frankreich: Das mache ich mit Links (mit den Fingern in der Nase)
- In vielen Kulturkreisen (z.B. den USA) wird der nach oben ausgestreckte Zeigefinger dazu verwendet, die Zahl Einsdarzustellen (z.B. bei einer Bestellung). Im deutschen Kulturkreis wird dagegen für diese Aufgabe meistens der Daumen verwendet.
Symbolik des Zeigens
Ein Verweis mit der flachen Hand statt eines direkten Draufdeutens mit dem Zeigefinger (Befehlston) auf einen Gegenstand oder eine Person gilt als höflicher. Der ausgestreckte Zeigefinger gilt seit der Antike als Geste der Kraftübertragung. Der Zeiger überträgt dabei seine Kraft auf den Gezeigten. Das heutige Tabu nicht mit Fingern auf Andere zu zeigen hat seinen Ursprung in dieser Symbolik. Die Menschen hatten Angst, dass die Kraft des Zeigers auf den Gezeigten übergeht, der Zeiger also seine Kraft verliert. Als besonders gefährlich galt es auf Kranke oder Leidtragende zu zeigen, da man annahm, dass diese Geste das Leid des Gezeigten anzieht. Kleinen Kindern wurde versucht diese Gebärde abzugewöhnen indem man ihnen sagte sie erstächen damit einen Engel. Wer in der Türkei auf ein Grab zeigt muss nach türkischen Glauben damit rechnen, dass der Finger austrocknet.
Kunst
Bild:Creation of Adam.jpg "Die Erschaffung Adams", bekanntes Detail aus dem Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle
Ein berühmtes Beispiel für das gleichzeitige Zeigen und Übertragen von Kraft ist in dem Fresko "Die Erschaffung Adams" von Michelangeloin der Sixtinischen Kapelledargestellt. Gott streckt seinen Zeigefinger aus und erschafft Adam. Im Fresko selbst wird der Augenblick nach der Berührung gezeigt, Adam lässt bereits seinen eigenen Zeigefinger sinken. Ein neueres Beispiel ist in einer Szene des Films E.T.zu sehen (Szene auf einem Filmplakat).
Johannes der Täuferwird auf christlichen Bildwerken meist mit dem deutenden Zeigefinger dargestellt (Isenheimer Altar). Die Funktion des Täufers und seines Fingers ist die, Weiser zu sein auf den Größeren, der kommt (Der Finger des Johannes).
Ein nach oben gerichteter Zeigefinger gilt als typisch für die Malweise von Leonardo da Vinci. Beispiele: Johannes der Täufer, Das Letzte Abendmahl
Aphorismen
- Wer mit dem Zeigefinger auf andere Leute zeigt, sollte nie vergessen, dass drei Finger seiner Hand auf ihn selbst zeigen. (Gustav Heinemann)
- Der Zeigefinger ist ein Finger, den man zeigt, wenn man etwas zeigt. (Werner Mitsch)
- In der Nase verliert der erhobene Zeigefinger an Bedeutung. (Art van Rheyn)
- Auch die geballte Faust ist ein Fingerzeig. (Rupert Schützenbach)
- Wenn der Weise auf den Mond zeigt, sieht der Idiot nur den Finger. (aus China)
EDV
Der Zeigefinger wird bevorzugt verwendet, um einzelne Tastenund Schalter(z. B. Lichtschalter, Klingelknopf) zu drücken. Wegen der Symbolik des Knopfdrückens (Klick) stellen viele Browser(z. B. der Internet Explorer) den Mauszeigerals Hand mit ausgestrecktem Zeigefinger dar, wenn sich der Zeiger über einem Linkbefindet (Pointer).
Unicode
In Unicodegibt es sechs Symbole, die eine zeigende Hand darstellen:
- Schwarze nach links zeigende Hand: U+261A ☚
- Schwarze nach rechts zeigende Hand: U+261B ☛
- Weiße nach links zeigende Hand: U+261C ☜
- Weiße nach oben zeigende Hand: U+261D ☝
- Weiße nach rechts zeigende Hand: U+261E ☞
- Weiße nach unten zeigende Hand: U+261F ☟
Siehe auch
Literatur
Bailey, A.A., Hurd, P., Finger length ratio (2D:4D) correlates with physical aggression in men but not in women, Biological Psychology, Volume 68, Issue 3, März 2005, Seiten 215-222 (PDF)
Weblinks
- Academics find that the finger of destiny points their way, Brosnan, University of Bath
- Aggressiver Fingerzeig, Wissenschaft.de, 04.03.2005
Bild:Kohanim hands blessing photo.jpg
Gliedmaßen
Arm: Oberarm | Unterarm
Hand: Mittelhand | Handwurzel
Finger: Daumen | Zeigefinger | Mittelfinger(Stinkefinger) | Ringfinger | kleiner Finger
Bein: Oberschenkel | Unterschenkel
Fuß: Fußwurzel | Mittelfuß | Zehen
siehe auch: Extremitäten | Flügel | Flossen
en:Index finger
es:Dedo índice
fr:Index (anatomie)
nl:Wijsvinger
pl:Palec wskaziciel
sv:Pekfinger
zh:??
Seitenkategorien: Anatomie| Körpersprache
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