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Otoplastik

Unter Otoplastik (von lat. os, gen. otis = "Ohr" und griech. plastein = "formen, gestalten") versteht man die Herstellung von Formpassstücken für z.B. Hörhilfenoder Gehörschutz. Der Begriff wird dabei sowohl für den Herstellungsvorgang als auch für das fertige Produkt verwendet. Darüber hinaus kann auch eine kosmetische Operation am Ohr, z.B. der Wiederaufbau einer durch Unfall oder Krankheit beschädigten Ohrmuschel als Otoplastik bezeichnet werden. In diesem Artikel ist nur von der Herstellung von Formpassstücken die Rede.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Herstellung
  • 2 Typische Anwendungsgebiete für Otoplastiken
    • 2.1 Hörhilfen
    • 2.2 Gehörschutz
    • 2.3 Kopfhörer

Herstellung

Da die Form der Ohren sowie des Gehörgangesindividuell höchst unterschiedlich ist, bildet ein Abdruck des Ohres die Grundlage für eine Otoplastik. Dafür wird nach otoskopischerUntersuchung und ggf. Reinigung des Ohres zuerst ein kleines Schaumstoffbällchen (eine sogenannte Tamponate) an einer feinen Schnur tief in den Gehörgang eingebracht. Dieses dient zum einen als Schutz für das Trommelfellund zum anderen dazu, den danach folgenden Abdruck wieder aus dem Gehörgang zu entfernen.

Danach wird das Außenohr mit Hilfe einer Abdruckspritze und speziellem (aus zwei Komponenten bestehenden) Silikonmaterial abgeformt. Dieses Material härtet in wenigen Minuten aus (wobei es natürlich elastisch bleibt) und bildet einen Negativabdruck des individuellen Ohres. Dieser wird vorsichtig entfernt und dient dem Hörgeräteakustikerals Vorlage für die Herstellung des Formpasstücks (der Otoplastik).

Der gesamte Vorgang der Abdrucknahme ist bei fachgerechter Ausführung völlig schmerzlos und unproblematisch. Von vielen Personen wird die kühle Kunststoffmasse im Ohr sogar als ausgesprochen angenehm empfunden.

Typische Anwendungsgebiete für Otoplastiken

Es gibt im wesentlichen drei typische Anwendungsgebiete für Otoplastiken:

Hörhilfen

Hörhilfen (umgangssprachlich "Hörgeräte"), die von den betroffenen Personen ständig getragen werden müssen, erfordern die genaue Anpassung der Ohrpasstücke an das individuelle Ohr, um den nötigen Tragekomfort zu ermöglichen.

Gehörschutz

Maßangefertigte Otoplastiken sind den "Standard-Stöpseln"(umgangssprachlich bekannt unter dem Markennamen "Ohropax") sowohl im Tragekomfort als auch in der Schutzwirkung erheblich überlegen. Insbesondere die Option, Wechselfilterkapseln in die Otoplastiken einzusetzen, ermöglichen eine individuell angepasste Lärmreduzierung bei gleichzeitig relativ unverändertem Frequenzgang.

Kopfhörer

Die Gestaltung kompletter Miniaturkopfhörer als Otoplastiken ermöglich das unauffällige Tragen von Kopfhörern in Situationen, bei denen ein herkömmlicher Kapselkopfhörer aus Gründen der Optik oder der Diskretion nicht angemessen ist. Dabei kann es sich um den sprichwörtlichen "Knopf im Ohr" bei z.B. Reportern, Moderatoren oder Sicherheitskräften oder aber um das sog. "In-Ear-Monitoring" bei Musikern handeln, denen ein individuell zusammengemischtes Tonsignal in rel. gemäßigter Lautstärke zur Verfügung gestellt wird. In diesem Fall dienen die "In-Ear-Kopfhörer" gleichzeitig als Schutz vor den z.T. erheblichen Lautstärkepegeln, die auf einer Bühne herrschen können.

Von "http://de.wikipedia.org/Otoplastik"



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