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Holotropes Atmen

Holotropes Atmen (oder: holotrope Atemarbeit) ist eine spezielle Atemtechnik, mit deren Hilfe man in Erfahrungsbereiche (engl: nonordinary states of conciousness) eintreten kann, die dem Bewusstsein im Allgemeinen so nicht zugänglich sind. Das Ziel dieser Technik ist die Bearbeitung und Integration bislang unzureichend integrierter Persönlichkeitsanteile und eine Hinbewegung auf Ganzheit, was durch den Begriff holotrop zum Ausdruck gebracht werden soll. Die Technik wurde von Stanislav Grofentwickelt, der für diese Technik den Begriff "holotrop" prägte, was soviel wie "auf Ganzheit ausgerichtet" bedeutet (vom griechischen holos "ganz" und trepein "sich richten auf" oder "sich begeben").


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Vorgehensweise
  • 2 Historische Entwicklung
  • 3 Erfahrungsbereiche
  • 4 Kontroverse Sichtweisen
  • 5 siehe auch
  • 6 Weblinks

Vorgehensweise

Die Technik der holotropen Atemarbeit besteht aus mehreren Elementen:

  • beschleunigtes und vertieftes Atmen (gewollte Hyperventilation)
  • evozierende Musik (z.B. Instrumental- oder spezielle Filmmusiken)
  • Körperarbeit (z.B. Druckmassage falls angezeigt)

im Anschluss:

  • Mandalamalen
  • sog. Sharing (eine Art Erfahrungsaustausch)

Der Prozess, der zwischen 1,5 und 3 Stunden dauert, wird durch passend ausgewählte Musik unterstützt. Er hat Phasen, erreicht einen Höhepunkt und klingt dann wieder ab. Die Klienten liegen dabei auf einer Matratze und werden von einem Therapeutenbegleitet. Im Laufe des Prozesses kann es zu starken emotionalen Ausbrüchen kommen (Katharsis), die der Therapeut unterstützend (z.B. durch Körperarbeit) begleitet.

Holotropes Atmen wird auch oft in Gruppenform durchgeführt. Dabei bilden die Klienten Zweiergruppen und unterstützen sich dabei unter Anleitung des Seminarleiters untereinander - einer arbeitet und ein weiterer begleitet. Ein oder mehrere Therapeuten unterstützen, wo Hilfe nötig ist.

Ähnlichkeiten bestehen zu den Methoden Bioenergetikvon Alexander Lowenund Rebirthing.


Historische Entwicklung

Stanislav Grofexperimentierte viele Jahre mit LSDin der Psychotherapie. Dabei machte er die Erfahrung, dass aufgrund der veränderten Bewusstseinszustände die Klienten sehr schnell mit Bewusstseinsregionen in Kontakt kamen, die für Therapie wichtig sind, die aber normal durch viele Abwehrmechanismen verborgen bleiben.

Da die LSD-Therapie umstritten und in vielen Ländern auch gesetzlich nicht zulässig ist, forschte er nach anderen Formen, diese Zustände zu erreichen. Er entdeckte, dass durch kräftiges tiefes Atmen ähnliche Bewusstseinszustände erreichbar sind. Hierbei kommt es zu einer Sauerstoffanreicherung im Körper bzw. verstärktem Abatmen von Kohlendioxyd, ähnlich wie bei der spontanen Hyperventilation.


Erfahrungsbereiche

Während der Übung des holotropen Atmens können die dabei gemachten Erfahrungen wie folgt kategorisiert werden:

  • sensorische Barriere: visuelle Wahrnehmungen von Formen und Farben
  • Verstärkung psychosomatischer Affekte
  • Wiedererleben biographischer Sequenzen
  • Erfahrungen perinataler (geburtstraumatischer) Muster (Perinataler Matrizen)
  • transpersonale Erfahrungen


Für diese genannten Bereiche liegen weltweit mehrere tausend bis zehntausend fache Erfahrungen (d.h. Erfahrungsberichte) aus Workshops mit ausgebildeten (auch kassenzugelassenen) Therapeuten vor.

Kontroverse Sichtweisen

Außerhalb eines durch ausgebildete Atemtherapeuten angeleiteten Rahmens kann Hyperventilationauch spontan und unbeabsichtigt d.h. als Symptomauftreten und ist in diesem Rahmen von den Betroffenen zumeist unerwünscht, da es von starken psychosomatischen Symptomen bis hin zur Panik begleitet sein kann. Bei Hyperventilation(der gewollten und der spontanen) kann es zu Muskelverkrampfungen, typischer Pfötchenstellung der Hände, zu Kribbeln und zu Taubheitsgefühl (besonders um den Mund herum) und zu Schwindel kommen. In der klassisch schulmedizinischen Sichtweise wird das spontane Hyperventilierenals Symptom angesehen, das mit geeigneten Mitteln eingedämmt und zum Verschwinden gebracht werden sollte. Aus der Sicht des holotropen Atmens werden die auftretenden Symptome in diesem Rahmen als Begleitumstände eines Transformationsprozesses angesehen. Erfahrungsgemäß verändert sich die Symptomatik mit fortgesetzem holotropen Atmen bis zum vollständigen, dauerhaften Verschwinden des Symptoms. Während beim spontanen Hyperventilieren Streß als Ursache und die Hyperventilation das Symptom ist, ist es bei der gewollten Hyperventilation so, daß die damit einhergehenden Streßfaktoren (Psychosomatik und Erleben) Begleiterscheinungen sind, die ansonsten unterschwellig vorhanden sind und auf diese Weise deutlicher sichtbar gemacht, bearbeitet und abgelöst werden können. Dabei haben die Teilnehmer zu jeder Zeit die Wahlmöglichkeit, die gewollte Hyperventilation abzuschwächen oder abzubrechen und die Wirkung abklingen zu lassen bestimmen damit das genaue Maß ihrer Konfrontation und Bewältigung mit noch ungelösten Streßfaktoren zu bestimmen. Ein Unterbinden der Hyperventilation bedeutet aus Sicht des holotropen Atmens ein Unterbrechen der Transformation. Ein Fortsetzung Begleitung eines solchen Erfahrungsprozesses setzt allerdings dafür speziell ausgebildete Therapeuten voraus.

siehe auch

Transpersonale Psychologie


Weblinks

  • Forum holotropes Atmen.de, Gemeinschaftsseite zertifizierter Trainer
  • Schweizerische Vereinigung für Holotrope Atemtherapie (SVHA)
  • Holotrope Atemarbeit: Neue Wege in der psychologischen Schmerztherapie
  • [1], Seminare und Einzelsitzungen.en:Holotropic Breathwork

pl:Oddychanie holotropowe

Von "http://de.wikipedia.org/Holotropes_Atmen"



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Holotropes Atmen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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