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Unter Blindheit versteht man den Verlust der Sehfähigkeit, die Einschränkung der Sehfähigkeit auf unter 2 Prozent oder die Einschränkung des Gesichtsfeldesauf 5 Grad und weniger.
Bild:Watch for the blind.jpg
Nicht zur Blindheit nach obiger Definition gehören die Farbenblindheitund die Nachtblindheit. Diese Krankheitsbilder werden der Kategorie Sehbehinderungenzugeordnet.
Außerdem wird blind gelegentlich als Adjektiv benutzt um Dinge ohne Fortsatz zu beschreiben (vgl. Blinddarm, Blindschacht, Blindgänger, Blindflansch; auch blinder Alarm, blinder Passagier).
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ursachen für Blindheit
- 2 Medien für Blinde
- 3 Allgemeine Hilfsmittel
- 4 Elektronische Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte
- 5 Berühmte Blinde
- 6 Formen
- 7 Museen
- 8 Zitate
- 9 Redensarten
- 10 Literaturhinweis
- 11 siehe auch
- 12 Weblinks
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Ursachen für Blindheit
- angeborene
- fehlende Elemente des Sehapparates
- fehlende Verbindung zwischen Augeund Gehirn
- unerkannte Erkrankungen wie z.B. der angeborene grüne Star
- genetische Veranlagungen, die im Laufe des Lebens zur Erblindung führen können (z.B. Retinitis Pigmentosa, Makuladegeneration...)
- erworbene
- Ablösung der Netzhaut Retinopathiebei Frühgeborenen
- am häufigsten ist der graue Star, die alterungsbedingte Trübung der Linse
- Altersblindheit bedingt durch Diabetesoder altersbedingte Makuladegeneration, kurz AMD
- langanhaltender unbehandelter Bluthochdruck
- Embolienin den versorgenden Blutgefäßen
- Verletzungen (Amaurose)
Medien für Blinde
Die von Louis Brailleentwickelte Blindenschrift, die so genannte Brailleschrift, ermöglicht blinden Menschen das Lesen und Schreiben von Texten. Das Moonalphabet, eine weitere Blindenschrift, wurde fast vollständig von der Brailleschriftverdrängt. Das Schreiben von Texten ist z. B. mithilfe der Blindenschreibmaschinemöglich, welche bereits 1899 von Oskar Pichterfunden wurde. Es gibt heute auch Braille-Drucker für den PC.
Es gibt diverse Zeitschriften für Blinde. Die Zeitschrift Brigittewar die erste deutsche Frauenzeitschrift, die es vollständig in Blindenschrift gibt. Auch wird diese in elektronischer Form als Textdatei angeboten, um sie mithilfe eines durch Sprachausgabe, Braillezeileund/oder Schriftvergrößerung (für Sehbehinderte) modifizierten PCs lesbar zu machen. Viele Zeitschriften, auch Hörzeitschriften (auf Cassette oder DAISY-CD aufgesprochene Beiträge), werden durch Blindenbüchereienoder gemeinnützige Vereine vertrieben. Aber auch die immer mehr aufkommenden Hörbücherermöglichen blinden Menschen einen weiteren Zugang zur Literatur.
In vielen bekannten Bauwerken werden auch Modelle zum taktilen Erleben aufgestellt. Auf Bahnhöfen werden die Bahnsteige mit speziellen Einkerbungen, sog. Leitlinien, versehen, die es Blinden ermöglichen, sich dort zurecht zu finden. In der Kartographie arbeitet man intensiv an Blindenkarten, die helfen sollen, die räumliche Situation der Umgebung für Blinde erfahrbar zu machen.
Einige Fernsehsender senden Filme im Zweikanalton, bei denen auf dem zweiten Kanal per Audiodeskriptiondie Handlung erzählt wird.
Das jüngste Medium für Blinde heißt DAISY. DAISY ist der Name eines weltweiten Standards für navigierbare, zugängliche Multimedia-Dokumente. Die Abkürzung DAISYsteht für "Digital Accessible Information System", zu deutsch: digitales System für den Zugang zu Informationen. Im Frühjahr 2004 wurde die DAISY-CD im deutschsprachigen Raum eingeführt, welche die veraltete Kompaktkassette bald ersetzen soll.
Allgemeine Hilfsmittel
Blinde Menschen benutzen einen Langstock(umgangssprachlich oft als Blindenstock bezeichnet), (siehe auch Tag des weißen Stockes). Dieser dient nicht nur zur Orientierung, sondern auch als Kennzeichen im Straßenverkehr, damit jeder Verkehrsteilnehmer auf die Behinderungaufmerksam gemacht wird. Zusätzlich tragen Blinde meist einen Anstecker oder zwei Armbinden. Dort sind auf gelben Untergrund drei schwarze Punkte abgebildet.
Einige Blinde vertrauen sich auch einem Blindenführhundan.
Um sich völlig selbständig orientieren und bewegen zu können, muss die Umgebung allerdings so ausgestattet sein, dass sie akustischoder taktilausgewertet werden kann. Dazu dienen Markierungsstreifen auf Gehwegen, ergänzende akustische oder vibrierende Signaleinrichtungen bei Verkehrsampeln, Geländerund Handläufe, aber auch eine vorschriftsmäßige Absicherung von Gefahrenstellen wie Baustellen oder Bodenöffnungen. Das Zurechtfinden in unvertrauten Gegenden bleibt für Blinde aber trotzdem oft schwierig.
Elektronische Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte
Um den Computer für Blinde nutzbar zu machen, wurde ein spezielles Ausgabegerät entwickelt, das so genannte Braille-Display oder Braillezeile, mit dem der Text auf dem Bildschirm in Brailleschrift Zeile für Zeile ertastbar wird. Das Braille-Display kann, je nach Bauform, bis zu 80 Zeichen abbilden und benötigt eine spezielle Übersetzungssoftware wie z.B. Blindows (Screenreader).
Grafische Benutzeroberflächenerschweren den Umgang für Blinde gegenüber dem klassischen Textmodus. Screenreaderaber werden ständig weiterentwickelt, die Betriebssysteme arbeiten besser mit ihnen zusammen, sodass inzwischen auch die meisten Blinden den Umstieg zu Betriebssystemen mit grafischer Benutzeroberfläche gemeistert haben. Dank dieser Technik ist es ihnen möglich, viele Funktionen eines PCs zu nutzen.
Vorlesesystemesetzen Bildschirminhalte in synthetische Sprache um, so dass Sehbehinderte, die die Brailleschrift nicht beherrschen (viele Späterblindete haben nie eine Blindenschule besucht), komfortabel mit diesen Systemen arbeiten können.
Auch für das alltägliche Leben gibt es viele verschiedene Hilfsmittel. Das fängt bei einfachen Dingen wie sprechenden Uhren und Weckern an und geht über den Milchalarm, der das Überkochen der Milch verhindert bis hin zu einer Herdüberwachung, die piept, wenn der Herd zu lange angeschaltet ist oder die Kochplatten gefährlich heiß werden.
Viele Spielehersteller bieten mittlerweile auch Versionen ihrer Spiele für Blinde an. Schon seit geraumer Zeit gibt es Skat-Karten, die mit einer Plastikfolie überzogen sind, so dass Sehende wie gewohnt spielen und Blinde die Karten gleichzeitig ertasten können. Auch für den Computer gibt es mittlerweile eine große Auswahl an Soundgames, bei denen der Spieler die Informationen über den Spielverlauf über die Lautsprecher erhält statt über den Bildschirm. Diese Art der Spiele wird auch bei Sehenden immer beliebter.
Berühmte Blinde
- David Blunkett
- Jorge Luis Borges
- Louis Braille
- Ray Charles
- Appius Claudius Caecus
- Georg V.
- Homer
- Aldous Huxley
- Helen Keller
- Leslie Lemke
- Tom Wiggins
- Stevie Wonder
- Joana Zimmer
Auch sagenhafte Figuren wie der griechische Seher Teiresiasund der alte Ödipuswurden als blind beschrieben. Desgleichen stehen Blinde im Zentrum literarischer Werke (z. B. in Vladimir NabokovsRoman "König Dame Bube").
Formen
Museen
Bild:Reiterer Blind 2.jpg Museum Stift Admont, Multimediale Skulptur für Blinde von Werner Reiterer Bild:Reiterer Blind 1.jpg Museum Stift Admont, Multimediale Skulptur für Blinde von Werner Reiterer - Ausschnitt
- Blindenmuseum Berlin, Steglitz, Rothenburgstr. 14
- Blindenmuseum Hannover, Bleekstraße 22
- Dialog im Dunkeln, Hamburg, Am Wandrahm 4
- http://www.stiftadmont.atStift Admont, A-8911 Admont 1
Im neuen Museum des Stiftes Admont bilden grundsätzlich für Blinde konzipierte multimediale Kunstwerke besondere Stationen.
Zitate
- "Blindheit trennt von Dingen, Taubheit trennt von Menschen", (Helen Keller)
Redensarten
Im übertragenen Sinne steht die Fähigkeit zu sehen oft für die Fähigkeit, die Wirklichkeit überhaupt wahrzunehmen. Die selbe Metaphergilt für das Fehlen der beiden Fähigkeiten.
"Ich will die Sache im Auge behalten" oder "Ich will ein Auge darauf haben." bedeutet: "Ich will dafür sorgen, dass die Sache zufriedenstellend weiterkommt."
"Nachsicht üben, nicht genau hinschauen, ein Auge zudrücken, durch die Finger sehen" bedeutet "Mängel oder Verstöße nicht so behandeln, wie es richtig wäre."
"Jemand ist politikblind, wirklichkeitsblind." bedeutet: "Er versteht nicht die Zusammenhänge der Politik, der Wirklichkeit." "Liebe macht blind" bedeutet: "Wer liebt, erkennt die oder den Geliebten nicht so wie sie oder er wirklich ist." "Die waren auf dem rechten (auf dem linken) Auge blind." weist auf eine parteiliche Haltung hin, welche gegenüber der politischen "Rechten"(der politischen "Linken") zu Duldsamkeit und Nachsicht neigt.
"Dem muss ich mal die Augen öffnen." bedeutet: "Dem will ich erklären, was wirklich geschieht und womit das zusammenhängt." Wenn ein Sachverhalt ganz und gar eindeutig ist, sagt man volkstümlich derb: "Das sieht doch ein Blinder mit dem Krückstock."
Literaturhinweis
- "Enzyklopädie des Blinden- und Sehbehindertenwesens" - 516 Seiten mit Abbildungen, 3,50 Euro
siehe auch
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| Wikiquote: {{{2|Blindheit}}} ? Zitate
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Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Blindheit}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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- Blindenanstalt, Christoffel-Blindenmission, Blindengeld
Weblinks
- Verweisliste von Dmoz.org
- Bund der Kriegsblinden Deutschlands e.V. (BKD)
- Dachverband der Schweizer Blindenorganisationen SZB
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)
- Pro Retina Deutschland e.V.
- Erstes bundesweites Blindenradio
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Blindheit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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