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Gesichtsfeld

Als Gesichtsfeld bezeichnet man den Bereich, der mit einem Auge ohne Augenbewegungen erfasst werden kann. Bei einem Erwachsenen beträgt das Gesichtsfeld beider Augen horizontalzusammen ca. 190°, vertikalnur etwa 150°, wobei man am Rand (beidseits ~10°) nur mehr bewegte Objekte wahrnimmt.

Die Prüfung des Gesichtsfeldes erfolgt mit der Perimetrie. Gesichtsfeldausfälle werden als Skotomebezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ovales, variables Gesichtsfeld
    • 1.1 Räumliches Sehen
  • 2 Gesichtsfeld von Tieren
  • 3 Literatur

Ovales, variables Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld hat quasi eine gewölbte ovale Form, doch hängt der Eindruck auch von der Körperlage ab: im Liegen wirkt das Ovalumgekehrt geformt und bei flachem Horizontscheinen die zwei Horizontpunkte hinter dem Scheitelund fußwärts weiter voneinander entfernt zu sein als die zwei seitlichen Punkte. Dies geht vermutlich auf Beziehungen zwischen der Bildverarbeitungim Gehirn und dem Gleichgewichtssinnzurück.

Das Gesichtsfeld ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen ist es in der Kindheit und im Alter kleiner, was unter anderem zu einer geringeren Übersicht im Straßenverkehr führt. Hier macht es sich auch bemerkbar, dass das Gesichtsfeld kleiner wird, wenn man sich mit hoher Geschwindigkeit fortbewegt.

Einfluss auf die Größe des Gesichtsfeldes hat auch Alkohol und können Medikamente haben. Ein solcher ?Röhrenblick? oder auch ?Tunnelblick? kann auch psychisch oder durch starke Gefühle verursacht werden - z. B. durch die Angst eines Fahrschülers bei seinen ersten Fahrten.

Forscher vom Institut für medizinische Psychologie der Universität Magdeburgfanden heraus, dass Übungen am Computer Ausfälle des Gesichtsfeldes nach Hirnverletzungen oder Schlaganfällenzurückbilden können. Sie stimulierten die geschädigten Hirnregionen der Patienten gezielt mit Lichtsignalen. Nach sechs Monaten und zwei halbstündigen Sitzungen täglich nahm die Sehkraft bei rund zwei Dritteln der Patienten zu. Ein Gesichtsfeldausfall behindert rund 100.000 Menschen nach einem Schlaganfall.

Räumliches Sehen

Ein einzelnes Auge besitzt ein Gesichtsfeld von ungefähr 150°, jedoch leicht exzentrisch (~15° nach außen). Dies erklärt einen Teil des größeren horizontalenSichtwinkels von 190°. Die Gesichtsfelder beider Augen überschneiden sich in der Mitte. Dieser nasaleÜberschneidungsbereich beträgt bei gesunden Augen 100 bis 120° und hängt etwas von der Gesichtsform ab und damit - evolutionärbedingt - auch etwas von der Rasse. Nur im Bereich der Überschneidung hat man räumliches Sehen.

Dieses so genannte stereoskopische Sehenist eine erstaunliche Eigenschaft. Wir verdanken sie Nervenverbindungenund blitzartigen Methoden der Bildüberlagerung, die man technischauch an schnellsten Computernkaum schafft. Es gibt aber Menschen, denen diese Fähigkeit fehlt. Beim Schielensind die Augenmuskelnbzw. ihre Koordinationgestört.

Babys lernen schon im 2. Monat, ihre Augenbewegungen zu koordinieren - oft durch Gesichter, die sich über das Kind beugen. Vermutlich wird dieses Üben durch die zugehörige Stimme emotional gefördert und stärkt unser Wahrnehmungssystem: das Zusammenwirken von Auge, Gehör, Gleichgewichts- und Muskelsinn[Flehmig 1996].

Gesichtsfeld von Tieren

Das Gesichtsfeld anderer Lebewesen unterscheidet sich vom Menschen teilweise recht deutlich:

  • Fliegenfast 360° (Facettenaugen)
  • Froschca.330°
  • Turmfalke300°, Krokodil290°
  • Schleiereule160°
  • Schnecken(Napf- und Lochaugen) etwa 100-200°
  • Quallenund Würmer(Flachaugen) ca. 100° - 180°, bei mehreren Augen selbstverständlich größer.

Die einfachen Augen (Gruben-, Flach- und Punktaugen) sowie Napf- und Lochaugensind allerdings nicht "bildgebend", sondern geben nur ungefähre Richtungenan. Echte Bilder erzeugen erst die Facettenaugenhöherer Insektendurch die Gruppierung länglicher Lichtkanäle, sowie die Linsenaugengrößerer Tiere.


Siehe auch: Gesichtsfeld (Optik), Opernglas, Physiologische Optik, Visier, Explorationstraining, Perimetrie, Fernrohr, Tunnelblick

Literatur

  • H. Schober: Das Sehen, Band I, Fachbuchverlag Leipzig, 1957
  • G. Gerstbach: Auge und Sehen - der lange Weg zu digitalem Erkennen, Sternenbote Heft 11/99, ca. 15 S., Wien, 1999
  • I. Flehmig: Normale Entwicklung des Säuglings, 5. Aufl., Thieme Verlag Stuttgart, 1996



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