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Kontaktlinse

Bild:Kontaktlinse 1.JPG
Harte Kontaktlinse

Kontaktlinsen, auch Haftschalen genannt, gehören wie die Brillezu den Sehhilfen. Kontaktlinsen liegen dabei direkt auf dem Augeauf. Man unterscheidet zwischen harten und weichen Kontaktlinsen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Formstabile/harte Kontaktlinsen
  • 3 Weiche Kontaktlinsen
  • 4 Weitere Linsentypen
  • 5 Generelle Eigenschaften
  • 6 Risiken und Nebenwirkungen / Anpassung
  • 7 Weblinks

Geschichte

René Descartesbeschrieb die Idee einer Linse, die direkt auf dem Auge getragen wird, im Jahre 1636. Weitere Vorarbeit für Kontaktlinsen wurde durch theoretische Überlegungen Ende des 19. Jahrhundertsdurch Adolf Eugen Fickgeleistet. Wenig später wurden die ersten sog. Skleralschalen aus Glashergestellt. Materialbedingt und mit einem Durchmesser von 23 mm waren sie sehr unkomfortabel.

Mit dem Einsatz von PMMA (Acrylglas)(ab etwa 1939) und der Reduzierung des Durchmessers auf ca. 10 mm wurden Tragezeiten von 10 bis 12 Stunden pro Tag möglich. Wie die Glaslinsen waren sie sauerstoffundurchlässig. Als Erfinder der harten cornealen Kontaktlinse gilt Heinrich Wöhlk, als Erfinder der weichen Hydrogel-Linsen gilt Otto Wichterle.

Formstabile/harte Kontaktlinsen

1976kamen die ersten sauerstoffdurchlässigen, harten Kontaktlinsen auf den Markt. Durch Weiterentwicklung der Kunststoffeweisen heutige hochgasdurchlässige, hartflexible Linsen eine ca. zwei- bis siebenmal höhere Gasdurchlässigkeit als weiche Kontaktlinsen auf. Der Durchmesser liegt üblicherweise zwischen 8 und 10 mm. Sie schwimmen beweglich auf einem Tränenfilm. Daher bergen sie ein geringeres Risiko der Schädigung des Auges, da das Auge besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden kann. Durch die heute aktuellen Linsen-Materialien geht ein sehr großer Teil des Nährstofftransports auch durch das Linsenmaterial hindurch: die Hornhaut wird besser mit Nährstoffen versorgt - selbst besser als dieses bei den weichen Linsen möglich ist. Durch verbesserte Messmethoden und intelligentere Formgestaltung der Linsen sowie komfortablere Materialien ist die Verträglichkeit erheblich verbessert worden. Durch Alterungsprozesse an der Linse kann sich die Linse allerdings verformen und die Hornhautschädigen: das Tragen überalterter Linsen sollte vermieden werden. Fazit: die heutigen formstabilen Linsen sind längst nicht mehr hart sondern haben an Komfort und Verträglichkeit gewonnen. Formstabile Linsen sind den "weichen" Linsen heute in vielen Punkten überlegen.

Weiche Kontaktlinsen

Weiche Kontaktlinsen (seit 1971) sind flexibel und passen sich der Form der Hornhautan. Der Durchmesser liegt üblicherweise zwischen 12 und 16 mm, der Linsenrand liegt daher auch bei geöffnetem Auge unter dem Lidrand. Dadurch und durch die fast direkte Haftung auf der Augenoberfläche sitzen sie fester im Auge, wodurch sich das Verlustrisiko, z. B. bei Wassersport reduziert. Viele Menschen finden das Tragegefühl angenehmer als das harter Kontaktlinsen. Das Risiko von Schädigungen des Auges infolge von Ernährungsstörungen, Ablagerungen auf der Linse, Sauerstoffmangel oder Schadstoffen im Wasseranteil der Linse ist aber höher als bei harten Linsen.

Eine besondere Form der weichen Kontaktlinsen stellen die Tageslinsen bzw. Tages-Kontaktlinsen dar. Sie werden einmalig benutzt und danach entsorgt.

Infolge der Weiterentwicklung weicher Kontaktlinsen, insbesondere der verbesserten Sauerstoffdurchlässigkeit bei den sogenannten Silikon-Hydrogel-Linsen, einer Erfindung des tschechischen Chemikers Otto Wichterle, werden inzwischen auch Kontaktlinsen angeboten, die je nach Empfehlung des Kontaktlinsenanpassers mehrere Tage und Nächte getragen werden können. Erst nach dreißig Tagen müssen die Linsen gegen neue ausgetauscht werden. Allerdings sollte erwähnt werden, dass zahlreiche Augenärzte und Augenoptiker bei diesem Typ von einem ständigen Tag und Nachttragen abraten, da sie darin eine gesundheitliche Gefährdung für die Augen sehen.

Weitere Linsentypen

Seit 1958stehen Multifokallinsenzur zusätzlichen Korrektur einer Presbyopie(Alterssichtigkeit) zur Verfügung.

Sogenannte torische Kontaktlinsen sind Linsen, mit denen man eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigiert. Neben dem Dioptriewert müssen bei der Herstellung noch die genauen Werte für Achse und Zylinder berücksichtigt werden.

Farbige oder bemalte Kontaktlinsen dienen überwiegend ästhetischen oder kosmetischen Zwecken. Ihre optische Funktionen sind schlechter als die konventioneller Linsen.

Eine neue Form der Kontaktlinsen sind die Nachtlinsen(auch Nacht-Kontaktlinsen, Orthokeratologie- oder kurz OK-Linsen). Diese werden vor dem Schlafen eingesetzt und über Nacht in den Augen belassen und korrigieren während der Tragzeit die Form der Hornhaut des Auges. Diese Verformung ist nicht dauerhaft, bleibt jedoch über einen Zeitraum von ein bis drei Tagen erhalten, während dessen scharfes Sehen ohne Sehhilfe möglich ist.

Bild:Kontaktlinse 2.JPG
Kontaktlinse zur Korrektur von Kurzsichtigkeit

Generelle Eigenschaften

Linsen zur Korrektur von Kurzsichtigkeitsind physikalisch bedingt am Rande dicker als in der Mitte und daher bei hohen Stärken gewöhnungsbedürftiger als solche zur Korrektur von Weitsichtigkeit, die zum Rand hin dünner werden. Bei starker Kurzsichtigkeitbieten Kontaktlinsen jedoch den Vorteil, dass das Gesehene aufgrund des direkten Sitzes auf dem Auge, anders als bei einer Brille, nicht verkleinert wird. Dadurch wird mit einer Kontaktlinse i.A. eine bessere Korrektur des Sehfehlers erzielt. Im Gegenzug wird bei starker Weitsichtigkeitdas Gesehene nicht vergrößert, gegenüber einem Normalsichtigen also das Gesichtsfeldnicht reduziert. In allen Fällen entfällt die Beschränkung des Sehfelds durch den Brillenrand, und die Augen können den natürlichen Bewegungsmustern folgen.

Risiken und Nebenwirkungen / Anpassung

Die Anpassung nimmt entweder ein Optiker-Meister vor, oder ein Augenarzt mit Zusatzausbildung. Kontaktlinsen können das Auge schädigen wenn diese nicht richtig zum Auge passen.

Risiken und Nebenwirkungen: Eine falsche Kontaktlinse reduziert die Versorgung der Hornhaut mit Nährstoffen.

  • es besteht dadurch ein größeres Risiko einen Infekt zu bekommen
  • die Hornhaut quillt auf
  • es kann zu dauerhaften Quellungen der Hornhaut kommen
  • es kann zu dauerhaften Trübungen der Hornhaut kommen.
  • Am häufigsten tritt eine Überempfindlichkeit auf: es werden keine Linsen mehr vertragen. Diese Überempfindlichkeit beschreiben die Betroffenen oft als "trockene Augen". Klimaanlagenluft oder Zigarettenrauch können das Problem verschärfen.

Anpassung: Die Anpassung ist nur einem erfahrenen Fachmann möglich. Dieser garantiert die bestmögliche Verträglichkeit und haftet auch für eventuelle Schäden durch falsche Linsen. Der Anpasser berücksichtigt die individuelle Form des Auges genauso wie die Kraft der Augenlider beim Zwinkern. Besondere Aufmerksamkeit kommt dem Tränenfilm zu, dessen Eigenschaften das jeweilige Linsenmaterial mit bestimmt.

Mitwirkung des Linsenträgers: der Kontaktlinsenträger muss regelmäßig die Nachkontroll-Termine wahrnehmen, um Risiken zu vermeiden. Auf eine perfekte Hygiene muss geachtet werden, indem die Kontaktlinsen-Pflegemittelpassend zum Linsenmaterial ausgewählt werden, Flüssigkeiten müssen jedesmal gewechselt werden. Kontaktlinsen altern von Seiten des Materials, zeigen Gebrauchsspuren, Ablagerungen und Beschädigungen: zu alte Linsen führen zu einer Reduzierung des Tragekomfort und zu oben genannten Risiken. Häufigster Nutzungsfehler ist das zu lange Tragen von Austauschlinsen (Tages-/Wochen-/Monatslinsen) welche nach Ablauf der Nutzungszeit eine erheblich schlechtere Versorgung des Auges mit Nährstoffen bringt ? es entstehen oben genannte Risiken.

Echte Sehprobleme: mit Kontaktlinsen lassen sich auch schwerwiegende Sehprobleme behandeln, wie beispielsweise Astigmatismus, Keratokonusoder sogar Keratoglobus.

Reduzierung der Glaswerte: durch spezielle Orthokeratologie-Linsen ? welche über Nacht getragen werden ? lassen sich die Glaswerte reduzieren. Den nächsten Tag muss der Nutzer dann weder Brille noch Linsen tragen: die Orthokeratologie-Linsen haben den Glaswert des Auges verändert.

Weblinks

  • www.wissenschaft.de: Entzündungsrisiko bei Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen am geringsten
  • www.wissenschaft.de: Wenn Kinder harte Kontaktlinsen tragen, verschlechtert sich ihr Sehvermögen nicht so schnell
  • allgemeine Infos zu Kontaktlinsen und Tipps zur Reinigung
  • Preisvergleich für Kontaktlinsen



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kontaktlinse aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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