Bild:Makuladegeneration-1.jpg Sicht des gesunden Auges
Bild:Makuladegeneration-2.jpg Sicht des kranken Auges
Unter Makuladegeneration versteht man eine meist altersbedingte, degenerative Netzhauterkrankung, bei der durch Absterben von Netzhautzellen die Sehfähigkeit beeinträchtigt wird. Durch die geänderte Altersstruktur hat der Anteil der Menschen, die von solchen Erkrankungen betroffen sind, deutlich zugenommen.
Man unterscheidet:
- Diffuse Netzhautdegeneration (zum Beispiel Retinitis pigmentosa) befällt die Netzhaut meist großflächig.
- Lokale Netzhautdegeneration (zum Beispiel Makuladegeneration) beschränken sich auf begrenzte Areale der Netzhaut.
- Viele erbliche und nicht erbliche degenerative Netzhauterkrankungen schädigen vor allem das Sehzentrum, die Makula. Dabei bleibt das äußere Gesichtsfeld und somit die Orientierungsmöglichkeit der Betroffenen erhalten. Auch bei Dunkelheit sehen die Betroffenen in der Regel ebenfalls gut, da die Stäbchen außerhalb der zentralen Netzhaut funktionstüchtig bleiben.
Die Symptome, die aus der Schädigung der Makula resultieren, führen vorwiegend zu einer Verschlechterung
- der Sehschärfe,
- der Lesefähigkeit,
- des Kontrastempfindens,
- des Farbsehen und der Anpassungsfähigkeit an veränderte Lichtverhältnisse sowie
- zu einer Erhöhung der Blendempfindlichkeit.
Fixiert der Betroffene einen Gegenstand, so ist es nicht mehr möglich ihn deutlich zu erkennen. So kann der Betroffene eine Uhr sehen, aber die Uhrzeit nicht erkennen, oder einen Gesprächspartner sehen, nicht aber seine Gesichtszüge erkennen. Erkrankungsalter und Ausprägung der Symptome variieren und hängen von der Erkrankungsform ab.
Formen der Makuladegeneration
Schätzungsweise 2 Millionen Menschen leiden in Deutschlandan einer Form der Makuladegeneration.
Sehr selten ist die "juvenile" Makuladegeneration, die bei jungen Menschen auftreten kann.
Die große Mehrheit ist von der altersabhängigen Makuladegeneration betroffen. Die Bezeichnung "altersabhängige" Makuladegeneration (AMD) weist auf das Lebensalter als größten Risikofaktor neben Rauchen und familiärer Belastung hin. Durch den demographischen Wandel ist die Häufigkeit der AMD steigend.
Die AMD wird in zwei Formen eingeteilt:
Die "trockene" Form, die durch Ablagerungen (Drusen)von Stoffwechselendprodukten (Lipofuszine) beginnt und in fortgeschrittenem Stadium in einen flächigen Zelltod (geographische Atrophie) übergehen kann. Ihr Voranschreiten ist langsam und schleichend. Selten geht sie in die "feuchte" Form über, bei der sich unter der Netzhaut durch hormongesteuerte Gefäßneubildung flächige Gefäßmembranen ausbilden (CNV=choroidale Neovaskularisation). Durch die häufige Lage unterhalb der Stelle des schärfsten Sehens kann es zu raschem Sehverlust sowie einer Vorwölbung des Sehzentrums kommen. Dies macht sich häufig durch verzerrtes Sehen bemerkbar (Metamorphopsien).
Für die trockene Form ist keine unter Wissenschaftlern allgemein akzeptierte Behandlung bekannt. Es wird diskutiert, dass ein Fortschreiten durch die Gabe von hochdosierten Vitaminengehemmt werden könnte. Eine längerfristige Einnahme solch hoher Vitamindosen kann jedoch möglicherweise das Krebsrisiko für bestimmte Krebsarten erhöhen, so dass eine sorgfältige Nutzen/Risikoabwägung zusammen mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte.
Beim Auftreten von verzerrtem Sehen sollte der Augenarzt aufgesucht werden, da die "feuchte" Form zügig behandelt werden sollte. Nach einer genauen Diagnosestellung mittels der Fluoreszenzangiographie und der okulären Kohärenztomographie kann eine Behandlung begonnen werden. Bei der photodynamischen Therapie(PDT) wird ein photosensibilisierender Stoff (Verteporfin) in die Armvene gespritzt und die Stelle der neugewachsenen Gefäßmembran belichtet. Dadurch kann häufig ein Verschluss der Membran erzielt und ein weiterer Sehverfall aufgehalten werden. Zur Zeit werden neue Therapieverfahren mit Hemmern des Gefäßwachstums klinisch erprobt.
Die beiden aussichtsreichsten Gefäßhemmer sind Lucentis(R) von der Firma Genentech und Macugen(R) der Firma Osis Pharmaceuticals.
Weblinks
- www.augeninfo.de- Berufsverband der Augenärzte
- www.medinfo.de- Links zur Makuladegeneration
- www.sos-augenlicht.de- Umfangreiche durch Laien zusammengetragene Information zu Makuladegeneration und Patientenerfahrungen
- www.cawilken.de- Hilfen bei Makuladegeneration
- news.bbc.co.uk- Smokers' blindness risk 'doubled' — BBC-Meldung über die Rolle des Rauchens als Risikofaktor
- www.wissenschaft.de: Antioxidantien beugen Makuladegeneration vor- Bericht über eine im Wissenschaftsmagazin JAMA (Bd. 294, S. 3101, 2005) veröffentlichte Studie ([1])
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Makuladegeneration aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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