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Phorie

Phorie ist eine Schielneigungder Augen, auch Winkelfehlsichtigkeit genannt.

Sie lässt sich nur bei augenärztlichenUntersuchungen oder durch Untersuchung durch den fachkundigen Augenoptikernachweisen. Eine Phorie kann im Schulalter Kopfschmerzenund Leseschwierigkeiten sowie Rechtschreibprobleme auslösen.

Liegt eine Phorie vor, kommt das Sehen beider Augen bei entspannten Bewegungsmuskeln nicht zur Deckung. Der gesunde Mensch sieht mit zwei Augen, hat aber dennoch immer nur einen Seheindruck, da der Sehapparat zwei Seheindrücke zu einem verschmelzen kann. Wenn jedoch die beiden Einzelbilder der Augen zu weit voneinander abweichen, gelingt es der Wahrnehmungnicht mehr, die beiden Seheindrücke zu einem zu verarbeiten. Die Bilder klaffen auseinander, der Patient "sieht doppelt". Da das Gehirn aus der Erfahrung weiß, dass das Gesehene in Wirklichkeit nur einmal da ist, bringt das Gehirn beide Seheindrücke mithilfe der Bewegungsmuskeln in Deckung (motorischer Ausgleich) oder unterdrückt und retuschiert der Sehapperat solange, bis der Patient tatsächlich alles nur einmal sieht. Dabei kann es bei langjähriger Phorie zu einer Verlagerung des Sehzentrums kommt (sensorischer Ausgleich). Diese enorme Anstrengung geht jedoch auf Dauer auf das gesamte Nervenkostüm über und kann zu weiteren Beschwerden führen, die oftmals nicht auf die Augen zurückgeführt werden. Es ist auch möglich, dass das Bild eines Auges nicht mehr für den Seheindruck heraungezogen wird und es im Gehirn ausgeblendet (occlusiert) wird. Dieses wir der Patient nicht direkt bemerken, lediglich das räumliche Sehen ist eingeschränkt. Besitmmte Messmethoden zeigen dem Fachkundigen, welche Art des Ausgleichs der Phorie vorliegt, beziehungsweise zu welchem Anteil. Eine Korektur wird mindestens bis zur Beschwerdefreiheit, maximal zur korrekten Stellung beider Augen betrieben.

Therapiert wird eine Phorie im Rahmen der Orthoptik. Eine mögliche Behandlungsmethode ist das Tragen von Prismenoder die operative Veränderung der Muskellänge eines Richtungsmuskels des Auges. Eine Phorie verändert sich im hohen Alter nicht mehr, wird aber oftmals erst in einem Alter ab 30 Jahren festgestellt.

Siehe auch: Hans-Joachim Haase, MKH




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