Bild:Schärfe optik.jpg Scharfes (oben) und unscharfes Bild (unten)
Die zentrale Sehschärfe wird medizinisch als Visus bezeichnet. Der Visus ist die Fähigkeit des Auges, zwei nahe beieinander liegende Punkte getrennt voneinander wahrzunehmen. Im Augewird die Sehschärfe in der Netzhautmitte im Punkt des schärfsten Sehens (Fovea centralis) bestimmt. Jugendliche erreichen oft eine bessere Sehschärfe. Mit steigendem Lebensalter nimmt der Visus ab.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Physiologie der Sehschärfe
- 2 Messung der Sehschärfe
- 3 Siehe auch
- 4 Web-Links
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Physiologie der Sehschärfe
Die Sehschärfe ist abhängig vom optischen Apparat des Auges (Länge des Augapfels, optische Eigenschaften von Hornhaut, Linseund Glaskörper) sowie dem Auflösungsvermögender Netzhaut. Das Bild muss für eine gute Sehschärfe vom optischen Apparat genau auf die Netzhaut projiziert werden. Fehler in diesem führen zur Fehlsichtigkeitund somit zur Störung der Sehschärfe (z.B. führt eine Bildlage vor oder hinter der Netzhautebene zu Übersichtigkeitbzw. zu Kurzsichtigkeit). Mit Brillen, Kontaktlinsenoder refraktiver Chirurgielassen sich solche Fehler korrigieren.
Bei einem normalsichtigen Auge bzw. bei korrigierter Fehlsichtigkeithängt die Sehschärfe vor allem vom Auflösungsvermögender Netzhautab, die im Bereich scharfen Sehens bei 0.5 bis 1 Bogenminutenliegt.
Der Begriff der absoluten Schärfe würde verlangen, dass ein Punkt von z.B. 1 µm Durchmesser auch tatsächlich durch einen Punkt von ebenfalls 1 µm Durchmesser wiedergegeben würde. Der Aufbau der menschlichen Netzhaut des Augesbringt es jedoch mit sich, dass infolge mangelnder Auflösung eine ganz beträchtliche Schärfentoleranz besteht. Unter normalen Verhältnissen beträgt diese für eine mittlere Betrachtungsdistanz von 30 cm etwa 1/10 mm. Das Auge betrachtet demnach jede ?Fläche?, die nicht größer als 1/10 mm ist, als scharfen Punkt.
Der Ort, an dem die Sehschärfe bestimmt wird, ist die Netzhautmitte, wo im Punkt des schärfsten Sehens (Fovea centralis) die Zapfenfür die Trennung zuständig sind. Diese geben ihre Information über neuronale Verschaltungen 1 zu 1 weiter, d.h. die Anregung eines Zapfens entspricht einem Punkt. Das Licht unterschiedlicher Wellenlängen wird unterschiedlich stark gebrochen (chromatische Aberration), weshalb sich das Auge stets auf die Brennweite für grünes Licht einstellt und Farben räumlich zunächst nur sehr grob ausgewertet werden. Bei geringer Helligkeit und am Rand des Gesichtsfeldesnimmt die Sehschärfe deutlich ab, weil dann beim Menschen die Stäbchendie visuelle Wahrnehmung übernehmen. Stäbchen sind über Neuronen "zusammengeschaltet", um die Lichtausbeute zu erhöhen, worunter die Auflösung leidet.
Durch die neuronale Fusion der Bilder beider Augen beim stereoskopischen Sehen wird tatsächlich eine wesentlich höhere Auflösung wahrgenommen (etwa um Faktor 10 besser), als sie der Bauplan des Auges erahnen läßt. Diese Überauflösung (engl. hyperacuity) hat mehrere Ursachen, wie die neuronal feinere Auflösung im Gehirnund die langsamen Augenbewegungen(drift). Die schnelle Auswertung der Signale der Photorezeptorenund die Retinopie bis in den visuellen Kortexführt auch häufig zu optischen Täuschungen.
Messung der Sehschärfe
Der Optikeroder Augenarztprüft die Sehschärfe mit Leseprobetafeln, auf denen einzelne Buchstaben, Zahlen oder Bilder in einer bestimmten Entfernung noch erkannt werden müssen. Sie sind auf einen Normalvisus geeicht. Die bekannteste Leseprobetafel ist der Snellen-Index, erstellt vom niederländischen Ophthamologen Hermann Snellen, bei dem kleiner werdende Buchstaben und Zahlen gelesen werden müssen. Es gibt diverse andere Tafeln, die auch für Analphabetengeeignet sind, beispielsweise den Pflügerschen Haken oder den Landoltschen Ring (E bzw. C in unterschiedlicher Ausrichtung).
Der Visus wird durch einen Bruch ermittelt. Im Zähler steht die Ist-Entfernung, also die Entfernung, aus der der Patient ein Objekt erkennt. Im Nenner steht die Soll-Entfernung, die Entfernung, bei der ein Mensch mit normaler Sehschärfe dasselbe Objekt erkennen könnte. Gemessen wird die Entfernung entweder im metrischen System oder bei Snellen im englischen Foot-Maß oder das (in aktuellen Studien werden beide Maßeinheiten verwendet), die in einander umgerechnet werden können:
| Metrisch
| Snellen
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| 6/3
| 20/10
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| 6/4.5
| 20/15
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| 6/6
| 20/20
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| 6/7,5
| 20/25
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| 6/9
| 20/30
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| 6/12
| 20/40
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| 6/15
| 20/50
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| 6/30
| 20/100
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| 6/60
| 20/200
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Ein Beispiel: Erkennt ein Patient ein Zeichen aus der Entfernung von 3 Metern das normalerweise aus 15 Metern erkannt wird, so beträgt sein Visus 3/15. Eine Sehschärfe von 6/6 bzw. 20/20 wird als "normal" angesehen, also 100% Sehschärfe. Diese Brüche lassen sich jedoch nicht direkt in Prozent Sehschärfe umrechnen. So entspricht 3/6 bzw. 20/40 einer Sehschärfe von 85%, nicht 50%. Die Sehschärfe wird darüber hinaus oft mit UCVA ("Uncorrected visual acuity")oder BSCVA ("Best spectacle-corrected visual acuity") angegeben, welches dem Sehschärfentest ohne und mit korrigierenden Linsen entspricht. Ohne Sehhilfe liegt eine Sehschärfe eines menschlichen Auges bei maximal 6/4.5 (20/15), mit Sehhilfe bis zu 6/3 (20/10). Manche Vögel, z.B. Adler, sollen eine Sehschärfe von bis zu 600/6 (20/2) besitzen.
Ab einer Sehschärfe von 6/60 (20/200) gilt eine Person als blind. Es gibt in der Folge noch weitere Sehtests bei welchen Finger, Handbewegung oder Licht erkannt werden muss.
Siehe auch
Web-Links
- Snellen-Index-Karteen:Visual acuity
fr:Acuité visuelle
ja:??
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