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Basale Stimulation (von lat.basal = grundlegend und stimulatio = Anreiz, Anregung) bedeutet die Aktivierung der Wahrnehmungsbereicheund die Anregung primärer Körper- und Bewegungserfahrungen sowie Angebote zur Herausbildung einer individuellen non-verbalen Mitteilungsform (Kommunikation) bei Menschen, deren Eigenaktivitätauf Grund ihrer mangelnden Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist und deren Fähigkeit zur Wahrnehmung und Kommunikation erheblich behindert ist, z.B.: schwerst mehrfachbehinderteMenschen, Schädel-Hirn-Traumatisierte, Menschen mit hemiplegischem, apallischemoder komatösemSyndrom. Mit einfachsten Möglichkeiten wird dabei versucht, den Kontakt zu diesen Menschen aufzunehmen, um ihnen den Zugang zu ihrer Umgebung und ihren Mitmenschen zu ermöglichen und Lebensqualitätzu erleben.
Das Konzept der Basalen Stimulation wurde von Prof. Andreas Fröhlichab 1975 im Rahmen eines Schulversuches entwickelt.
Konkrete Beispiele:
Es werden Wahrnehmungserfahrungen angeboten, die an vorgeburtliche Erfahrungen anschließen und als Basis zur weiteren Entwicklung dienen.
Unter anderem werden Erfahrungen wie das Spüren des eigenen Körpers (Haut als Kontaktstelle zur Außenwelt), die Empfindungder eigenen Lage im Raum (Koordination) und das Kennenlernen des eigenen Inneren (z.B. der Muskulatur) durch somatische, vestibuläre(Gleichgewichtssinn) und vibratorischeAnregungen gegeben.
Außerdem werden alle fünf Sinneangesprochen (Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen, Riechen).
- Singen, Summen, Wasserbettmit starkem Lautsprecher darunter, unterschiedliche Musik im Raum, Klang- und Rhythmus-Instrumenteüber oder neben dem Körper spielen; wenn möglich, den Menschen selbst einen Schlägel verwenden oder die Vibration eines Instrumentes selbst spüren lassen.
- Verschiedenartige, farbiges Licht gebende, auch sich bewegende Beleuchtungskörperüber dem Lager oder für den Menschen sichtbar im Raum um ihn herum.
- Mobilesund Wasserspiele im Raum.
- Bällchenbett, Schaukeln, Rollstuhl.
- Massagenaller Art und Stärke mit den verschiedensten Methoden, Ölen, Gegenständen, Erde und Pflanzen.
- Stimulation durch wechselnde Lagerung, auch in Räumen mit Menschen und im Freien.
- Bewegung im Schwimm- und Sprudelbad mit unterschiedlichen Trage- und Spielgeräten.
- Die Nahrungsaufnahme, wenn möglich, reizvoll und angenehm gestalten.
- Rhythmus, der sich erkennbar wiederholt, im Tageslauf.
- Tätigkeiten mit Sprache begleiten, auch Erzählen.
Jede Eigentätigkeit, die dabei möglich ist, wird unterstützt, ebenso jeder Ansatz, der wie eine Reaktion, eine Antwort wirkt oder ein gegenseitiges Miteinander entstehen läßt. ?Spiel-, Neugier- und Erkundungsaktivitäten? (Fröhlich, 2003 S. 257) können bei zuvor scheinbar gänzlich inaktiven Personen beobachtet werden.
Die Basale Stimulation sollte sinnvoll in den Alltag integriert werden (z.B. Förderpflege). Sie darf nicht aufgezwungen werden, stattdessen muss auf die aktuelle Befindlichkeit der Person Rücksicht genommen und das Angebot daran angepasst werden.
Literatur:
- Christel Bienstein/ Andreas Fröhlich: Basale Stimulation in der Pflege ? Grundlagen. Verlag selbstbestimmtes Leben, Düsseldorf 2003.
- Andreas Fröhlich: Basale Stimulation ? Das Konzept. Verlag selbstbestimmtes Leben, Düsseldorf 2003.
- Andreas Fröhlich/Christel Bienstein/Ursula Haupt (Hrsg.): Fördern ? Pflegen ? Begleiten: Beiträge zur Pflege ? und Entwicklungsförderung schwerst beeinträchtigter Menschen. Verlag selbstbestimmtes Leben, Düsseldorf 1997.
Weblinks
- Verein für Basale Stimulation
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