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Die Holoprosencephalie (HPE) ist eine pränatal(vorgeburtlich) entstandene Fehlbildungin Bereich des Vorderhirnsund des Gesichts.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Häufigkeit
- 2 Entstehung
- 3 Ursachen
- 4 Merkmale und Diagnose
- 5 Therapie und Folgen
- 6 Weblinks
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Häufigkeit
In etwa einer von 250 bis einer von 1.000 Schwangerschaftenkommt Holoprosencephalie beim Kind vor und stellt somit die häufigste angeborene Gehirnfehlbildung dar. Da jedoch die meisten Babys nicht lebensfähig sind, wird aufgrund der hohen intrauterinen Letalitätnur eines von 2.500 bis 16.000 Kindern mit Holoprosencephalie lebend geboren. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen (Gynäkotropie) und die Fehlbildung wird überdurchschnittlich häufig bei Kindern sehr junger Mütter festgestellt.
Entstehung
Die Fehlbildung entsteht in der etwa dritten bis sechsten Embryonalwochedurch eine unvollständige Teilung des Vorderhirns infolge einer Störung im Bereich des Mittellinien-Entwicklungsfeldes des Kopfes: Es kommt nicht zur vollständigen Teilung bzw. Differenzierung des Prosencephalons(Vorderhirn), das sich üblicherweise in das Telencephalon(Endhirn) und das Diencephalon(Zwischenhirn) spaltet.
Ursachen
Zu den genauen Ursachen (Ätiologie) der Holoprosencephalie ist noch nicht viel bekannt. In den meisten Fällen ist das Auftreten zufällig (sporadisch), aber offenbar kann ein genetischbedingter Mangel an Cholesterindie Entwicklungsstörung (mit)verursachen. Als Risikofaktorengelten zudem Diabetes mellitusder Schwangeren, Viruserkrankung des Ungeborenen, Toxoplasmose, verschiedene Teratogeneund Umweltfaktoren wie z.B. Hyperglykämie, Hypocholesterinämie, Retinolsäureund Ethanol, die Einfluss nehmen können.
Mehr als 25 Erkrankungen mit genetischem Hintergrund sind mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Holoprosencephalie assoziiert. Dazu zählen auch Chromosomenbesonderheitenwie Triploidie, Trisomie 13(Pätau-Syndrom), Trisomie 18(Edwards-Syndrom), 18p-Syndromund das Joubert-Syndrom.
In Untersuchungen zu genetischenFaktoren konnten bislang fünf Holoprosencephalie-Loci(HPE) gefunden werden: Lokalisation auf 21q22.3 (HPE1), 2p21 (HPE2), 7q36 (HPE3; Sonic Hedgehog Gen), 18p (HPE4) und 13q32 (HPE5) / vgl. Roessler, Erich / Philadelphia. Der Erbgangscheint autosomal-dominant oder autosomal-rezessiv zu sein.
Merkmale und Diagnose
Die Ausprägung weist ein breites Spektrum auf: klinisch unauffällige Mutationsträgerschaft, Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten(auch mediane Pseudospalten), leichte Formen (z.B. mit nur einem zentralen Schneidezahn, Hypotelorismus/ nah beieinander liegenden Augen) kommen ebenso vor wie Arrhinencephalie, Agenesiedes Corpus callosumund der Hypophysesowie Störungen mit Monophthalmie(Einäugigkeit). Etwa neun von zehn Kindern haben weitere Fehlbildungen.
Anatomischunterschieden werden:
- alobäre Holoprosencephalie (keine Trennung, kein Interhemisphärenspalt, ein Hirnventrikel)
- semilobäre Holoprosencephalie (teilweise Trennung, hinterer Interhemisphärenspalt mit rudimentärenHemisphären, ein Hirnventrikel)
- lobäre Holoprosencephalie (Trennung ist größtenteils erfolgt, kompletter Interhemisphärenspalt, zwei Seitenventrikel mit rudimentärer Verbindung)
Die Diagnosekann vorgeburtlich im Rahmen von Pränataldiagnostikdurch insbesondere Feinultraschalluntersuchungenim zweiten Trimenon, teils aber auch schon früher, gestellt werden. Während die Feststellung der alobären und der semilobären Form recht einfach ist, ist die der lobären Holoprosencephalie komplizierter.
Nach gesicherter vorgeburtlicher Diagnose können sich die werdenden Eltern zu einem Schwangerschaftsabbruchaus medizinischer Indikationentscheiden oder sich durch das Wissen auf die Geburt des Kindes einstellen und entsprechende Vorbereitungen treffen (Klinikwahl usw.).
Nachgeburtlich hat sich die Computertomografie(CT) als diagnostisches Mittel bewährt.
Therapie und Folgen
Derzeit ist keine Therapie bekannt, lediglich die Symptome können gegebenenfalls behandelt werden (symptomatische Therapie).
Die Sterberate bei betroffenen Kindern ist in der Schwangerschaft sehr hoch. Die Prognosezu Lebenserwartung und Entwicklung von neugeborenen Kindern mit Holoprosencephalie ist meist ungünstig: Kinder mit einer schweren Form der Fehlbildung versterben meist innerhalb der ersten Monate nach der Geburt. Bei Überlebenden sind je nach Schweregrad kognitiveund körperlicheBeeinträchtigungen zu erwarten sowie neurologische Auffälligkeiten (z.B. Epilepsie).
Weblinks
- Informationsmaterial und Selbsthilfe:
- Möglichkeit zu Bestellung einer Informationsmappe zum Thema Holoprosencephalie
- Selbsthilfegruppe von und für Eltern von Kindern mit Holoprosencephalie
- Erfahrungsbericht Rebecca, * 1994
- Holoprosencephaly Support Site / auf englisch
- Carter Centers for Brain Research in Holoprosencephaly / auf englisch
- sonstiges (alle Bilder sind ansehnlich):
- Bilder von Kindern mit Holoprosencephalie: 1, 2, 3, 4, 5
- Ultraschallbild einer alobären Holoprosencephalie bei einem Kind mit Trisomie 13 und der 13. Schwangerschaftswoche
- Bild einer alobären Holoprosencephalie
- Bild einer semilobären Holoprosencephalie
- Ultraschallbild einer Holoprosencephalie / Holoventrikel markiert
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Holoprosencephalie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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