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Unter Intelligenzminderung oder Minderbegabung versteht man eine im Vergleich zu einem Durschnittswert verminderte mentale Leistungsfähigkeit, so zum Beispiel eine kognitive Behinderung, motorische oder handwerkliche Ungeschicklichkeiten oder einen Mangel an sonstigen, im Anwendungsfall spezifizierten Fähigkeiten.
Die Intelligenzminderung wird medizinisch definiert als eine deutlich geminderte kognitive Fähigkeit und im ICD-10unter den Nummern F70 - F79 beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Messung der Minderbegabung
- 2 Stufen der Intelligenzminderung
- 3 Vorkommen
- 4 Unterbringung
- 5 Rechtliche Folgen
- 6 Verwandte Themen
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Messung der Minderbegabung
Die Intelligenzminderung wird mit einem standardisierten Intelligenztestgemessen und in einem Intelligenzquotientenangegeben, dessen Mittelwert traditionell auf 100 Punkte, dessen Standardabweichungauf 15 Punkte geeicht wird. Die ersten Intelligenztests gaben nicht einen Punkwert an, sondern gaben einen Entwicklungsrückstand (bzw. Vorsprung) in Monaten an. Mit der Zeit kam man von dieser Methode ab, und wendete das heute gebräuchliche an, da dies nur mehr mit positiven Werten arbeitet.
Neben diesen kognitiven Tests wendet man bei Kindern Entwicklungstests an, da Intelligenztests in diesem frühen Lebensabschnitt nur bedingt aussagekräftig sind.
Stufen der Intelligenzminderung
Die WHOteilt Intelligenzminderung wie folgt ein:
- Grenzdebilität, geringe Intelligenz
- Die Grenzdebilität mit einem IQ zwischen 70 und 89 wird in der ICD-10-Codierung nicht gesondert aufgeführt. Die Betroffenen lernen langsamer und haben Schwierigkeiten, sich den Lernstoff in der Schule anzueignen. Im allergünstigsten Fall können sie sogar eine Fremdsprache erlernen, dies erfordert aber viel Anstrengung und Abstraktionsvermögen.
- Leichte geistige Behinderung
- oder leichte Intelligenzminderung, ICD 10 F70, auch Debilität, IQzwischen 50-69. Leicht geistig Behinderte können im Alter von 18 bis 19 Jahren das Niveau eines Grundschulabschlusses erreichen. Dies entspricht beim Erwachsenen etwa dem Intelligenzalter eines 9 bis 12jährigen Kindes.
- Intelligenzminderung geringer Ausprägung führt zu Schwierigkeiten im Aneignen von Kenntnissen sowie beim Handeln und Denken(bedingt durch Konzentrationsstörungenoder Gedächtnisschwäche), beschränktes Interesseund eine verzögerte intellektuelle Reife. Betroffene sind schulbildungsfähig, meist allerdings nur in Sonderschulen.
- Zusätzlich kann zur Intelligenzminderung noch eine soziale und emotionale Unreife hinzukommen, so dass die Betroffenen eigenständig den Anforderungen einer Ehe oder einer Kindererziehung nicht nachkommen können. Allerdings können die nur leicht Intelligenzgeminderten durchaus ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten.
- Früher verwendeter Begriff: Demenz
- Mittelgradige geistige Behinderung
- oder mittelgradige Intelligenzminderung, ICD 10 F71, IQ zwischen 35-49, das Intelligenzalter beträgt beim Erwachsenen 6 bis unter 9 Jahre. Deutliche Entwicklungsverzögerung in der Kindheit, die Kinder lernen alles ein bisschen später. Als Erwachsene können sie bei guter Förderung im geschützten Rahmen arbeiten, lesen und schreiben.
- Mittelgradige und schwere geistige Behinderung wurden früher auch als Imbezillität bezeichnet.
- Schwere geistige Behinderung
- oder schwere Intelligenzminderung, ICD 10 F72, IQ zwischen 20-34, das Intelligenzalter beim Erwachsenen beträgt 3 bis unter 6 Jahre. Da betroffene Menschen nicht lesen oder schreiben lernen können, sind sie nicht schulbildungsfähig, wohl aber förderungsfähig (lebenspraktisch bildbar). Dauernde Unterstützung ist notwendig.
- Früher verwendeter Begriff: Imbezillität
- Schwerste geistige Behinderung
- oder schwerste Intelligenzminderung, ICD 10 F73, IQ unter 20, das maximale erreichbare Intelligenzalter liegt beim Erwachsenen unter 2 Jahren. Beweglichkeit, Kontinenzund Sprachvermögensind hochgradig eingeschränkt.
- Früher verwendeter Begriff: Idiotie
- Geistige Behinderung ohne nähere Angaben
- In der ICD-10-Klassifikation wird auch noch die Intelligenzminderung ohne nähere Angaben F79aufgeführt. Sie soll nur dann kodiert werden, wenn z. B. wegen körperlicher Behinderung oder Verhaltensstörung kein Intelligenztest durchgeführt werden kann.
Vorkommen
Verschiedene Erkrankungen, so zum Beispiel eine Hirnhautentzündung(Meningitis), eine Gehirnentzündung, Sauerstoffmangel bei der Geburtoder Röteln in der Schwangerschaftkann zu kognitiver Behinderung führen. Vielfach sind die Ursachen jedoch unbekannt.
Unterbringung
Menschen mit starker kognitiver Behinderung werden heutzutage oft nicht mehr in Heimenuntergebracht, weil dies zu Symptomen wie Hospitalismusund zu gesellschaftlich-sozialer Ab- und Ausgrenzung führte. Mehr Möglichkeiten und bessere soziale Kontakte bietet beispielsweise das betreute Wohnenoder integrative Therapieprogramme wie die Evangelische Stiftung Alsterdorfin Hamburg oder Geel im Nordosten Belgiens.
Rechtliche Folgen
Eine kognitive Behinderungkann zu eingeschränkter Geschäftsfähigkeitoder sogar Geschäftsunfähigkeit führen. Die vollständige Entmündigungist seit Anfang der 1990er Jahre abgeschafft, sie bezieht sich seitdem nur noch auf einzelne Bereiche. Kognitive Minderbegabung führt nicht zu einem Verlust der Rechtsfähigkeit.
Verwandte Themen
Hospitalismus, Deprivation, Deprivationssyndrom
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Intelligenzminderung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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