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Körperbehinderung

Nach Leyendeckerwird eine Personals körperbehindert bezeichnet, die infolge einer Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates, einer anderen organischen Schädigung oder einer chronischen Krankheit so in ihren Verhaltensmöglichkeiten beeinträchtigt ist, dass die Selbstverwirklichung in sozialer Interaktion erschwert ist.


Schönbergerunterscheidet zwei Aspekte oder Ebenen der Körperbehinderung:

1. Einen somatischen Aspekt (den Körper betreffend): "Körperbehinderung ist die Folge einer Schädigung der Stütz und Bewegungsorgane" (ebd). Zu diesen Schädigungen gehören Cerebrale Bewegungsstörungenwie: Spina bifida, Muskeldystrophiedie Infantile Zerebralparese(ICP) u.a., und desweiteren auch körperliche Schädigungen wie: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Epilepsie, Hämophilieu.a..

2. Einen sozialen Aspekt: "Die Behinderung bestimmt sich nach jenen Verhaltensweisen, die von Mitgliedern der wichtigsten Bezugsgruppe des Geschädigten in der Regel erwartet werden" (ebd.) Die Behinderung wird also nicht nur durch die Abweichung vom Idealbild, sondern auch durch die unmittelbare oder mittelbare Auswirkung dieser Abweichung auf das Verhalten ausgemacht.


Insoweit eine Einschränkung der kognitivenLeistungsfähigkeit gegeben ist, ist die Abgrenzung zwischen Körperbehinderung und kognitiver Behinderungunscharf; sie wird unter anderem daran festgemacht, inwieweit körperliche Beeinträchtigungen des GehirnsUrsache für die reduzierte kognitive Leistungsfähigkeit sind.

Ab einem gewissen Grad der Beeinträchtigung besteht Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis, der zu diversen Erleichterungen berechtigt, wie etwa steuerliche Erleichterungen, die Benutzung von Behindertenparkplätzen, den Europaschlüsseloder die kostenlose Beförderung im Öffentlichen Personennahverkehr. Ferner gibt es zur Förderung besondere Kindergärten, Berufsausbildungen sowie Behindertenwerkstätten.

Dennoch gilt in weiten Bereichen immer noch, dass Behinderungenhäufig erst durch soziale Ausgrenzungzu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung führen, wie es die Aktion Mensch in ihrem Leitspruch "Man ist nicht behindert - man wird behindert" ausdrückt. Die soziale Ausgrenzung kommt nicht zuletzt in abwertendenBezeichnungen (z.B. invalidaus dem Lateinischen für "ungültig") bzw. Schimpfworten wie "Krüppel" oder "Missgeburt" oder der spanischenBezeichnung für Behinderte- "minusválidos" ("Minderwertige") - zum Ausdruck.

Anliegen für die Zukunft

Die Anliegen, deren Realisierung ein Ziel von Menschen mit unterschiedlichen Körperbehinderungen und deren Familien und Freunden ist, lassen sich zusammenfassen in den Leitgedanken:

  • Soziale Teilhabe statt Pflege
  • Überlegte Planung statt Barrierenerrichtung
  • Achtung und Respekt statt Diskriminierung
  • Integrierte Teilhabe statt vorgeburtliche Selektion und gesellschaftlich-institutionelle Ausgrenzung

Literatur

  • Lelgemann, R./Moosecker, J.: Einführung in die Körperbehindertenpädagogik. In: Ellinger, S./Stein, R.: Grundstudium Sonderpädagogik. Bamberg 2005.


Weblinks

  • www.uni-leipzig.de- Linksammlung zum Thema Körperbehinderung
  • www.behinderung.org- Was ist eine Körperbehinderung?
  • www.aaonline.dkf.de- Prof. Dr. Hans Stadler: Körperbehinderungen
  • www.behinderung.org- Ratgeber für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen

Siehe auch: Behinderung- Lernbehinderung- Sehbehinderung- Hörbehinderung- Mehrfachbehinderung- kognitive Behinderung- Liste der Syndrome




Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Körperbehinderung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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