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Als Appendektomie wird in der medizinischen Fachsprache die operative Entfernung des Wurmfortsatzes(Appendix vermiformis) bei Verdacht auf eine Appendizitis,d.h. eine Entzündung desselben, bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Vorbedingungen und Notwendigkeit
- 2 Vorbereitung und Verfahren
- 2.1 Konventionelles Verfahren
- 2.2 Laparoskopisches Verfahren
- 3 Postoperativer Verlauf, Risiken
- 4 Weblinks
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Vorbedingungen und Notwendigkeit
Die akute Appendizitis ist eine in den meisten Fällen schnell fortschreitende, entzündlicheReaktion, die bis hin zu schweren, lebensbedrohlichen Komplikationenführen kann. Daher ist die operativeVersorgung - als einzige kurative Therapieform- bei Stellung der Diagnose immer dringend angezeigt. Nur in seltenen Fällen, in denen beispielsweise aufgrund schwerer anderer Grunderkrankungen die Narkosenicht durchgeführt werden kann, muss auf die Operation verzichtet werden.
Davon abzugrenzen sind Krankheitsfälle, bei denen die Diagnose fraglich erscheint. Bestehen Zweifel an der Akutizität des Verlaufes und liegt möglicherweise eine subakute oder chronische (verzögerte, länger bestehende) Reaktion vor, sollte zunächst mit einer konservativen Therapie (Nahrungskarenz, lokale Kühlung, evtl. Schmerztherapie) unter stationärer Kontrolle begonnen werden.
Dennoch: "In dubio operare" - "Im Zweifelsfall operieren" ist eine alte Richtlinie, die bei der Blinddarmentzündung bis heute Gültigkeit hat.
Liegt die besondere Situation einer chronisch-rezidivierenden (wiederkehrenden) Appendizitis vor, kann über eine Appendektomie im sog. "freien Intervall" - einer beschwerdefreien Phase - nachgedacht werden (Intervallappendektomie). Durch diese zeitliche Verschiebung können einige Risikendes Eingriffs gemindert werden (Wundinfektion!).
Vorbereitung und Verfahren
Die Vorbereitung zur Operation beinhaltet die typische präoperative Diagnostik (Laboruntersuchung, Ultraschalldiagnostik, ggf. Röntgenbildder Lunge und EKG). In fraglichen Fällen sollte eine Computertomografiedes Bauchraumes vorliegen.
Man unterscheidet zwei verschiedene Operationstechniken:
- konventionelle Appendektomie (durch Bauchschnitt)
- laparoskopische Appendektomie (mittels Spiegelung, minimalinvasiv)
Beide Verfahren haben besondere Vor- und Nachteile. Das laparoskopische Verfahren ermöglicht durch die Platzierung der Kamera eine umfassendere Beurteilung des Bauchraumes (Ursachenforschung, Nebendiagnosen), führt zu einer geringeren postoperativen Schmerzbelastungund senkt das Risiko von Verwachsungen und Narbenbrüchen.
Die konventionelle Operation ermöglicht vor allem unter schwierigen Bedingungen (Verwachsungen, untypische Lage der Appendix, Perforation, Eiteransammlung, Blutung) einen besseren Zugriff auf das Operationsgebiet. Sie ist außerdem apparativ weniger aufwändig und preislich deutlich günstiger.
Konventionelles Verfahren
Die Operation wird in Rückenlagerung durchgeführt. Nach Desinfektionund steriler Abdeckung des Patienten wird der Hautschnitt im rechten Unterbauch durchgeführt und anschließend die Bauchdecke eröffnet - hier stehen mindestens vier alternative Zugangswege zur Verfügung:
- Pararektalschnitt (seitlich des geraden Bauchmuskels)
- Wechselschnitt (durch die schrägen Bauchmuskeln hindurch)
- Transrektalschnitt (durch den geraden Bauchmuskel, selten)
- gerader Unterbauchschnitt (in der Mittellinie, bei unklaren Verhältnissen)
Nun wird mit der Durchtrennung des Bauchfells (Peritoneum) die Bauchhöhle eröffnet. Zunächst schafft sich der Operateur einen groben Überblick: Besteht eine Peritonitis? Liegt eine diffuse Abszedierung (Eiteransammlung) bzw. Zeichen einer Perforation vor? Bestehen Verwachsungen im Bereich der Darmschlingen? Im Allgemeinen wird ein mikrobiologischer Abstrich angelegt, der später eine gezielte antibiotische Therapieermöglicht.
Jetzt wird der Blinddarm (das Caecum) mit dem vermeintlich entzündlichen Wurmfortsatz (die Appendix) aufgesucht. Das Caecum wird hervorgezogen, und es beginnt die Präparation der Appendix unter Klemmen und Ligieren der versorgenden bindegewebigenStrukturen und Gefäße. Der caecumnahe Abschnitt (Basis) wird nun gequetscht, geklemmt und ligiert (abgebunden) und eine sog. Tabaksbeutelnaht um die Appendixbasis vorgelegt. Jetzt kann die Appendix abgetragen und ihr Stumpf - nach Desinfektion und mit Hilfe der Tabaksbeutelnaht - im Caecum versenkt werden. Zur Sicherung wird oft eine Z-Naht über den versenkten Stumpf gelegt.
Es folgt die Spülung des Bauchraumes und wenn möglich die Abdeckung des Caecums mit einem Zipfel des großen Netzes (Omentum majus), eventuell Anlage einer Drainage. Die Bauchdecken werden schichtgerecht verschlossen, Anlage des Verbandes.
Laparoskopisches Verfahren
Die Laparoskopie(Bauchspiegelung) hat seit den neunziger Jahren des 20. Jh. in der Chirgurgie an Bedeutung zugenommen. Nach der Insufflation von Kohlendioxid (Pneumoperitoneum) und der Einführung einer Kamera sowie von "Arbeitsinstrumenten" durch mehrere kleine Schnitte in die Bauchhöhle wird die Operation unter Sicht auf einem Monitor durchgeführt.
Nach Exploration der Bauchhöhle wird die Appendix aufgesucht und gefasst und die bindegewebigen Haltestrukturen sowie die Gefäße mit Hilfe eines Klammernahtgerätes (Stapler) oder durch Anbringen von resorbierbaren Clips durchtrennt. Anschließend wird die Appendix basisnah verschlossen und abgetragen.
Postoperativer Verlauf, Risiken
Im Anschluss an die Operation ist in der Regel ein mehrtägiger stationärer Aufenthalt notwendig (nach laparoskopischen kürzer als nach konventionellen Eingriffen). Hier muss v.a. auf eine regelrechte Wundheilung geachtet und ein langsamer Kostaufbau sowie eine Schmerztherapie begonnen werden (Tee - Suppe - Schonkost - leichte Vollkost). Der Stuhlgangist spätestens ab dem vierten postoperativen Tag zu erwarten.
Typische Komplikationen und damit Risiken der Appendektomie sind: Wundinfektion(v.a. bei Perforation der Appendix durch intraoperative Verschleppung von Erregern in die Bauchdecken), Verwachsungen/Darmverschluss (Ileus), (Nach-)Blutung, Verletzung von Darm, Harnleiter oder anderen Nachbarorganen, Narbenbruch u.a.
Die abschließende gewebliche Untersuchung der entnommenen Appendix erfolgt durch den Pathologen. Wichtig sind Angaben über Entzündungsfortschritt, Perforationszeichen, Fremdkörpern, Malignität (Tumor?).
Weblinks
- Laparoskopische Appendektomie (Kinderklinik TU München) mit Operationsvideo im Quicktime-Format
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Appendektomie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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