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Drainage (Medizin)

Def: Eine Drainage dient zur Ableitung krankhafter oder vemehrter natürlicher Körperflüssigkeiten (und Gase) mit Hilfe eines Drains. Streng genommen ist die Drainage nur der Vorgang der Ableitung, und der Drain das eigentliche System.

Ein Drain ist das Hilfsmittel fuer die Ableitung von Flüssigkeiten (und Gasen), also Schläuche, Röhren aus Gummi, Kunststoff oder Gaze

Drainagearten

Es gibt drei Arten von Drainagen:

  • Rohre (einfach): Bestehend aus Gummi oder Kunststoff, mit zentralen und seitlichen Löchern bzw. Öffnungen am Ende. Hierzu zählen auch 'Redunddrainagen.
  • Easy-Flow-Drains: Flache, dünnlumige Kunststoffdrains in versch. Breite mit waschbrettähnlich geriffelter Außenwand, an der das Sekret gut abfließen kann. Durch ihr geringes Lumen erreichen die Easy-Flow-Drains einen geringen Saugeffekt, ähnlich wie die Kapillarenbei der Blutdruckregulation.
  • Penrose-Drain: Dünne Gummidrains mit oder ohne Gaze im Innenraum zur besseren Kapillarwirkung. Es wird also praktisch eine Gaze in einen Schlauch gelegt, der wiederum in die Wunde kommt.


Diese werden wiederum unterteilt in:

  • Kurative (heilende) Drainagen: Bei ihnen besteht eine Therapeuthische Zielsetzung, also z. B. eine Ableitungsdrainage bei Abszessen.
  • PräventiveDrainagen: Diese leiten, wie der Name schon sagt, Vorbeugend und kurzfristig (meist innerhalb von 24-48 Stunden) ab. Präventive Drainagen können z.B. sein: Rerunddrainagen, Blutungsdrainagen, vorübergehend laufende Sekrete...


  • Offene Ableitungen: Drains, die das geförderte Sekret nicht in einen Behälter ableiten, sondern simpel an die Oberfläche. (z. B. Penrose-Drainagen). Diese Drainagen haben gravierende Nachteile, und werden nur dort eingesetzt, wo kein Geld für kostenintensivere Drains vorhanden ist.
  • Halboffene Ableitung: Das Sekretwird hier in einen Auffangbeutel (einen sog. Adhäsivbeutel) geleitet, der ueber den Austrittsbereich der Drainage, also auf die Haut, geklebt wird. Bei diesen Drains ist eine disconnection zw. Beutel und Schlauch vorhanden.
  • Geschlossene Ableitungen: Hier wird das Sekret über die Schlauchverbindung in einen Beutel abgeleitet, mit oder ohne Sog. (z. B. Robinsondrainage)


  • Äußere Drainage: Hier wird die Ableitung des Sekrets nach außen befördert.
  • Innere Drainage: Diese wird dazu benutzt, um ein inneres Organ offen zu halten, z.B. bei Schluckbeschwerden bei einem Ösophagus-Karzinoms.

Funktionsprinzipien von Drainagen

Alle Drainagen arbeiten nach vier Prinzipien:

  • Schwerkraftdrainage: Das Sekret sammelt sich am Boden der Wunde. Also wird das Drainagerohr an den tiefsten Punkt der Wunde gelegt (z. B. Penrose-Drain)
  • Kapillardrainage: Diese Drainage wirkt durch die Kapillarkraft, z. B. bei Verbandmull in Gummilaschen (Penrose-Drainage), oder durch Kunststoffrohre mit kleinem Innenlumen (Easy-Flow-Drain)
  • Heberdrainage: Dient hauptsächlich der Ableitung von Magen/Darm/Hallensekreten; Voraussetzung für die Ableitung ist die Höhendifferenz zwischen den flüssigkeitsgefüllten Reservoir und dem Auffangbeutel. Durch das bestehende Gefälle und die Schwerkraft kann das Sekret abfließen. Es gibt eine minimale Sogwirkung, die aber nicht messbar ist.
  • Saugdrainage: Über dieses Vakuumdrain werden Sekrete in Unterdruckflaschen geleitet. Der Sog ist nicht kontrollier -oder Messbar (z. B. bei Thoraxdrainagen); durch den Sog nähern sich die Wundränder aneinander.

Siehe auch

  • Bülau-Drainage
  • Abszessdrainage
Von "http://de.wikipedia.org/Drainage_%28Medizin%29"



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