Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



Zurück
[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Kompartmentsyndrom

Als Kompartmentsyndrom wird die Schädigung von Gewebe oder Organen aufgrund eines erhöhten Gewebedrucks bezeichnet. Am häufigsten tritt das Kompartmentsyndrom am Unterarmoder Unterschenkelauf. In der Intensivmedizinist auch ein abdominellesKompartmentsyndrom bekannt wie es zum Beispiel nach Aortachirurgieauftreten kann.

Das Kompartmentsyndrom durch erhöhten Druck in den Muskellogendes Unterarms oder Unterschenkels (deshalb hier auch die Bezeichnung Logensyndrom) verursacht Schäden an den Blutgefäßen, Muskelnund Nerven. Durch die Abgrenzung der Muskelgruppen durch derbe Bindegewebsschichten (Faszien), die kaum dehnbar sind, führt erhöhter Druck einerseits zu Durchblutungsstörung des entsprechenden Bereichs zu einer indirekten Schädigung von Nerven und Muskeln.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Lokalisation
  • 2 Ursachen
  • 3 Diagnose und Therapie
  • 4 Komplikationen
    • 4.1 Muskel
    • 4.2 Systemisch
    • 4.3 Haut
  • 5 Siehe auch
  • 6 Weblinks

Lokalisation

Ein Logensyndrom kommt am Unterschenkel besonders im Bereich der Tibialis-anterior-Loge vor und wird dann auch als Tibialis-anterior-Syndrom oder Tibialis-Logen-Syndrom bezeichnet. Weitere Lokalisationsstellen sind der Bereich der Fußsohle (Tarsussyndrom), des Unterarms, v.a. aber des Handgelenks im Bereich des Karpaltunnels als Karpaltunnelsyndrommit der daraus folgenden Schädigung des Nervus medianus.

Ursachen

Diese Druckerhöhung ist durch Blutergüsseoder Ödemebedingt, die durch Verletzungen des Gewebes auftreten. Früher trat dies praktisch ausschließlich akut nach Knochenbrüchen, Muskelquetschungen (z.B. bei Verschüttungen oder Einklemmungen) oder bei bzw. unmittelbar nach überlangen Märschen (Soldaten) auf; heute inzwischen oft auch chronisch durch die übermäßige Belastung der Muskulatur bei Leistungssportlern- Gehern, Mittelstrecken- und Marathonläufernoder Triathleten. Hier ist das Kompartmentsyndrom auch als Knochenhautreizung bekannt.

Im weiteren Sinne kann ein Kompartmentsyndrom auch durch den Arzt selbst, also iatrogen, ausgelöst werden, wenn Wundverbände, v.a. ein Gipsverband, zu eng angelegt werden.

Diagnose und Therapie

Die Anamnesemuss zur Verdachtsdiagnose führen, die dann über eine Messung des Gewebedrucks bestätigt wird. Die Behandlung besteht in der Druckentlastung der betroffenen Strukturen durch eine Spaltung der entsprechenden Faszien (sogenannte Fasciotomie).

Komplikationen

Muskel

Die ausbleibende oder verschleppte Behandlung führt zur dauerhaften Schädigung der betroffenen Muskulatur, die zum großen Teil nekrotischwerden kann und schließlich fibrotischumgebaut wird. Am Unterarm kann sich so eine typische Volkmann-Kontrakturbilden, die durch eine Gelenkssteife mit Beugung im Handgelenk charakterisiert ist.

Systemisch

Durch Muskelzerfall und Zirkulationsstörungen entstehen teilweise schädliche Stoffwechselprodukte, die über den Blutkreislauf zu schwerwiegenden Folgen wie z.B. Nierenversagen führen können.

Haut

Nach Spaltung der Faszien kann unter Umständen ein direkter Verschluss der Hautränder nicht mehr vorgenommen werden. In diesen Fällen kann eine Deckung mit Spalthautnotwendig sein.


Siehe auch

  • Kompartiment


Weblinks

  • Onmeda: Kompartmentsyndrom
  • Kompartmentsyndrom - Ätiologie und Pathogenese
  • Kunstfehler: Kompartmentsyndrom mit Ausgang in eine Volkmann'sche Kontraktur nach suprakondylärer Oberarmfraktur



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kompartmentsyndrom aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 
  Inhalt steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.