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Das Keloid ist ein durch überschießendes Wachstum von Fibroblastenentstehender, die Haut überragender gutartiger Tumor, der nach Verletzungen, Operationen oder auch spontan auftreten kann, sozusagen ein gestörter Heilungsprozess. Menschen dunkler Hautfarbe sind häufiger betroffen als hellhäutige.
Vom Keloid unterschieden wird die hypertrophe Narbe.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Pathogenese
- 2 Symptome
- 3 Therapie
- 3.1 Chirurgische Therapie
- 3.2 Lokale medikamentöse Therapie
- 3.3 Okklusionstherapie
- 3.4 Kryotherapie
- 3.5 Kompressionsbehandlung
- 3.6 Ionisierende Strahlung
- 4 Siehe auch
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Pathogenese
Die Ursache der Keloidbildung ist noch nicht komplett erforscht, aber eine genetische Disposition ist sicher. Die Aktivität der Fibroblasten wird unter anderem durch Wachstumsfaktorenaus Entzündungszellenund aus epidermalenKeratinozyten beeinflusst. Durch ein gestörtes Zusammenspiel dieser Faktoren wird offenbar das Gleichgewicht zwischen Synthese und Abbau des dermalen Kollagensverschoben.
Symptome
Das Keloid imponiert als wulstförmig über das Hautniveau erhabene Gewebswucherung. Die Farbe kann von zartrosa bis tiefrot variieren, die Konsistenzist hart-elastisch bis hart. Bevorzugte Lokalisationen sind Brust, Rücken und Schulterpartie. Normalerweise bestehen bis auf die ästhetische Beeinträchtigung keine Beschwerden, gelegentlich können Juckreiz, Berührungsempfindlichkeit und Dysästhesienauftreten.
Therapie
Die Therapie von Keloiden ist schwierig, so dass häufig mehrere Therapieansätze "probiert" werden, um ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen. Nur für wenige Verfahren liegen breit abgesicherte klinische Ergebnisse vor. Der Leidensdruck und damit die Therapiebereitschaft des Patienten ist abhängig vom Maß der ästhetischen Beeinträchtigung.
Chirurgische Therapie
Die alleinige Exzisioneines Keloids mit primärem Wundverschluss ist als Methode überholt, da es zur erneuten Keloidbildung im Narbenbereich kommt. Die OP wird deshalb mit einer Nachbehandlung (z.B. Injektion von Kortikosteroidenoder Interferonen) kombiniert, die das Rezidivverhindern soll. Weitere Methoden stellen Gewebetransplantationenvon Keratinozyten oder die Verwendung von Spalthautdar.
Lokale medikamentöse Therapie
Die lokale, intraläsionaleInstillation von Kortikosteroiden (z.B. Triamcinolon) ist die verbreitetste Methode zur Therapie von Keloiden. Die Wirkung beruht auf einer Reduzierung der Kollagenproduktion in den Fibroblasten. Eine fragwürdige Alternative stellt die externe Behandlung mit kortikosteroidhaltigen Cremes, Salben oder Pflastern dar, weil die zeitnahe Wirkstoffresorption in ausreichender Stärke bezweifelt werden muß.
Neben Kortikosteroiden werden vereinzelt zellwachstumhemmende Zytostatika wie Antimetabolite|5-Fluorouraciloder Bleomycineingesetzt.
Okklusionstherapie
Eine andere Methode ist das Abdecken des Narbengewebes mit Silikonfolien oder Silikongel. Als Wirkmechanismen werden hierbei Okklusions- und Hydratationseffekte angenommen.
Kryotherapie
Die lokale Kälteapplikation ist ein aufwendiges und langwieriges Verfahren, dessen Wirkung auf der Veränderung der Mikrozirkulationim Keloid beruht. In mehreren Sitzungen wird die Läsion mittels des Kontakt- oder Sprühverfahrens eingefroren und dabei schrittweise reduziert. Einen Nachteil stellt die lange Heilungszeit nach der Kälteapplikation und die unerwünschte Depigmentierungder Hautdar.
Kompressionsbehandlung
Lokal wirkender Druck auf das Keloid führt nach längerer Therapiedauer ebenfalls zu einer Abflachung der Narbe. Die Druckbehandlung wird in der Regel mit Kompressionsbandagendurchgeführt, gelegentlich ergänzt durch Kunststoffmasken oder Druckknöpfe an besonderen Stellen. Besonders gut eigenen sich auch Silikonprodukte, die mit Druck appliziert werden.
Der Therapieeffekt stellt sich eher langsam ein, die Dauer der Behandlung kann mehr als 2 Jahre betragen. Die Methode wird - bei entsprechender Disposition - auch zur Verhinderung von Keloiden nach Operationen eingesetzt.
Die Kompressionsbehandlung wird gegen hypertrophe Narben nach Verbrennungen bereits länger erfolgreich eingesetzt. Es muß aber angemerkt werden, daß die quantitativ überschießende, sogenannte hypertrophe Narbenbildung pathogenetisch dem Keloid nicht gleicht.
Ionisierende Strahlung
Bei Versagen konvenioneller Therapie wird ionisierende Strahlung eingesetzt. Das Keloid ist eine der seltenen Indikationen für Bestrahlung bei gutartigen Krankheitsprozessen. Das Zeitfenster für diese Therapieoption liegt in den ersten 6 Monaten nach der Keloidbildung, da die Strahlenempfindlichkeit danach stark abnimmt.
Siehe auch
Wunde, Narbe (Wundheilung)
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Keloid aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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