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Als Sakraldermoid (auch Steißbeinfistel oder Pilonidalsinus genannt) bezeichnet man einen chronisch entzündlichenHerd, der über dem Steißbein, im oberen Bereich der Glutealfalteliegt.
Das Sakraldermoid zeigt sich als weicher, druckempfindlicher, etwa haselnußgroßer Knoten. In seinem reaktionslosen Stadium ist er weitgehend symptomlos, Sakraldermoide bleiben daher meist lange Zeit unbemerkt. Klinische Bedeutung bekommen sie durch die Entstehung entzündlicher Komplikationen, wie Abszessbildungen, gegebenenfalls Fistelbildungen. Dann kann es zum Auftreten von Fieber, zu einem Abgang von eitrigem Sekret und vor allem zu intensiven Schmerzen kommen.
Das Sakraldermoid gilt heute als ein sich autonom entwickelndes Krankheitsbild. Starker Haarwuchs und sitzende Tätigkeiten gelten als prädisponierende Faktoren. Komplikative und schmerzhafte Verläufe werden z.B. durch langes Autofahren ausgelöst ("Jeep-Krankheit"), wobei es durch Schwitzen und mechanische Belastungen zu Mazerationsvorgängenan der Hautkommen kann. Dadurch entstehen Eintrittspforten für Keime, die sich in Haarbälgeneinnisten und das spätere Krankheitsbild auslösen.
Die Erkrankung tritt meistens im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt auf, wobei Männer dreimal häufiger als Frauen betroffen sind. Wenngleich das Sakraldermoid nicht als eine schwerwiegende chirurgische Erkrankung betrachtet wird, stellt sie dennoch wegen des möglichen Leidensdruckes, vor allem bei komplikativen Verlaufsformen, wegen der hohen Rezidivrate und wegen lang andauernder Rekonvaleszenzen ein ernstzunehmendes Problem dar.
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