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Vor der Entwicklung der als ?Großradiologie? bezeichneten Computertomographieund Kernspintomographiewar es schwierig, Bandscheibenvorfälle und andere Raumforderungen im Spinalkanal zu beurteilen. Die Myelographie bietet da eine Möglichkeit der weiterführenden Diagnostik. Zwischen den Wirbelbögen des dritten und vierten Lendenwirbels wird eine Spezialkanüle eingeführt, die bis in den Duralsackreicht. Die Lage ist dann korrekt, wenn Rückenmarksflüssigkeitaus der Kanüle tropft. Ein Kontrastmittelwird in den Duralsack gespritzt und dessen Ausbreitung auf Röntgenaufnahmen in verschiedenen Ebenen dokumentiert.
Komplikationen:
Die ersten Kontrastmittel, die zur Verfügung standen, hatten eine ölige Grundlage und konnten vom Körper nicht resorbiert werden. Wesentlich belastender als das Einbringen des Kontrastmittels war es, nach Ende der Untersuchung die ölige Flüssigkeit durch die noch liegende Punktionskanüle wieder zu entfernen. In vielen Fällen gelang das nicht vollständig, im untersten Bereich des Duralsackesblieben einige Tropfen liegen und führten zu Vernarbungen. Als die resorbierbaren Kontrastmittel auf den Markt kamen, war diese Schwierigkeit beendet.
Bei allen Eingriffen, die die intakte Haut durchdringen, kann es zu einer Infektion kommen. Eitererreger im Rückenmarkskanal stellen ein sehr schwerwiegendes Problem dar, eine eitrige Hirnentzündung kann zum Tode führen. Diese Katastrophen sind glücklicherweise eine ausgesprochene Seltenheit. Recht häufig kommt es allerdings nach Punktionendes Duralsackes zum Verlust von Rückenmarksflüssigkeit. Der wie Wasser aussehende Liquorfließt durch das entstandene Loch ab, innerhalb des Schädels entsteht ein Unterdruck. Die Folge sind heftige Kopfschmerzen (so genanntes Liqourverlustsyndrom). Um das zu verhindern, empfiehlt es sich dringend, 24 Stunden nach dieser Untersuchung strengste Bettruhe einzuhalten. Die Indikationsstellung zu dieser Untersuchung ist genauso zurückhaltend zu handhaben wie die Entscheidung zur Bandscheibenoperation.
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