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| Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem medizinischen Begriff Puls. Weitere Bedeutungen siehe unter Puls (Begriffsklärung).
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In der Medizinbeschreibt der Puls (v. lat.: pellere = schlagen; PPPpulsum) überwiegend qualitativ die mechanischen Auswirkungen von Herzaktionenauf die direkte Umgebung oder deren Fortleitung in entferntere Regionen des Körpers durch das Gefäßsystem.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Pulsarten
- 2 Pulsstellen
- 3 Pulsqualitäten
- 4 Venenpuls
- 5 Siehe auch
- 6 Weblinks
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Pulsarten
Man unterscheidet eine retrograde (rückwärts, gegen den Blutstrom) von einer anterograden (vorwärts, mit dem Blutstrom) Fortleitung der Herzaktion in den Gefäßen. Die retrograde Fortleitung bestimmt den Venenpuls( siehe unten ), die anterograde Fortleitung den arteriellenPuls. Der arterielle Puls findet in der Medizin mehr Beachtung als der venöse Puls. Die Herzfrequenzwird häufig mit dem Puls gleichgesetzt, was inhaltlich nicht ganz richtig ist, da die Herzfrequenz nur ein Teilaspekt des Pulses ist. Der Puls gibt Aufschluss über die Effektivität der Herzaktion, ihre Regelmäßigkeit, die Druckanstiegsgeschwindigkeit in den herznahen Gefäßen während der Systole, den absoluten Druckund das Füllungsvolumen der Gefäße.
Bild:Pulsmessung.jpg Pulsmessung am Handgelenk
Pulsstellen
Es gibt verschiedene Stellen am Körper, an denen man den arteriellen Puls leicht tasten kann, z.B.:
- Radialispuls- Handgelenkspuls (daumenseitig)
- Carotispuls- Halsschlagaderpuls
- Femoralispuls-Leistenpuls
- Fußpulse - Fußrücken und hinter dem Innenknöchel
- Apexpuls - über der Herzspitze als Ausdruck der mechanischen Herzaktionen auf die direkte Umgebung (auch als Herzspitzenstoßbezeichnet).
Im Notfall ist der Leistenpuls bzw. der Carotispuls am verlässlichsten tastbar, da er meist auch bei zentralisiertem Kreislauf nachweisbar ist.
Um bei der Messung die ganze Pulswelle zu erfassen, sollte der Puls mit 3 Fingern getastet werden (Abweichung zum Foto).
Pulsqualitäten
Neben der wichtigen Aussage Puls tastbar oder Puls nicht tastbar, zum Beispiel bei einem akuten Gefäßverschluss, unterscheidet man im wesentlichen drei Pulsqualitäten:
| regelmäßig
| <->
| unregelmäßig (Herzrhythmusstörung)
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| schnell
| <->
| langsam
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| hart
| <->
| weich (bei hohem oder niedrigem Blutdruck)
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Der normale Ruhepuls liegt bei 60 bis 80 Schlägen in der Minute. Manchmal ist der peripher getastete Puls langsamer als die Herzfrequenz im EKG. Das hängt mit früh einfallenden Extraschlägen zusammen, die zu einer mechanisch unwirksamen Herzaktion führen. Man spricht dann von einem Pulsdefizit.
Der Ruhepuls eines professionellen Ausdauersportlersbeträgt meistens zwischen 32 und 45 Schlägen pro Minute. Seltener ist ein Ruhepuls von weniger als 30 Schlägen pro Minute. Das Herzdieser Sportler ist dabei vergrößert. Das Lungenvolumenist dabei ebenfalls häufig erhöht.
Venenpuls
Auch an den Venen gibt es einen schwachen Puls. Allerdings ist der Venenfluss von mehreren Faktoren abhängig, insbesondere von der Atmung, der Körperlage und der Körperaktivität und nicht so sehr vom zweigipfligen Venenpuls, der durch wechselnde Druckverhältnisse im rechten Vorhof des Herzens zustande kommt. Der Venenpuls wurde früher als Jugularvenenpulskurve aufgezeichnet und kann heute relativ leicht mit einem Dopplergerätan den verschiedensten Regionen des Körpers abgeleitet werden. Dazu muss allerdings die Dopplerfrequenz auf die niedrigen Flussgeschwindigkeiten im Venensystem umgeschaltet werden.
Die typische Venenpulskurve zeigt zwei markante Täler, die dem systolischenund diastolischenZustrom zum Herzen entsprechen. Nur in einer kurzen Phase kommt es zu einem kurzen Rückstrom in die Venen, was sich in der Venenpulskurve als kleiner Berg manifestiert. Dieser Rückstrom entspricht der Vorhofsystole und wird als A-Welle bezeichnet. Dieser kurze Rückstrom ist allerdings nur bei Sinusrhythmusund intakter mechanischer Vorhofaktion vorhanden.
Bei einer schweren Trikuspidalinsuffizienz strömt das Blut aus der rechten Herzkammer in der Systole in erheblichem Maß zurück in den rechten Vorhof und die vorgeschalteten Venen, so dass das systolische Tal der Venenpulskurve aufgehoben oder sogar umgekehrt als Berg erkennbar ist.
Eine ganz ähnliche Venenpulskurve lässt sich mittels Transösophagealer Echokardiografie(TEE) auch aus den Lungenvenenaufzeichnen. Sie kann zur Beurteilung des Schweregrades einer Mitralklappeninsuffizienzherangezogen werden.
Siehe auch
- Sinustachykardie
- Pulsmesser
Weblinks
- http://www.uni-essen.de/cardio/fallbeispiele/link/venenp.htm
- Abbildung einer Venenpulskurve
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