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Dermatom (Anatomie)

Unter Dermatom (griech. Derma=Haut, Tomus=Schnitt) versteht man das von einem Spinalnerveninnervierte Hautgebiet.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Embryologische Grundlagen
  • 2 Anatomie
  • 3 Autonome Zone
  • 4 Übertragener Schmerz

Embryologische Grundlagen

Während der Segmentierung des Embryosentstehen im Rumpfbereich aus dem Mesodermseitlich vom Neuralrohrund der Chorda dorsaliszunächst die Urwirbel (Somit). Aus derem dorsolateralen Teil bildet sich die Haut. Diese Anlage wird als Dermatom bezeichnet. Infolge dieser segmentalen Herkunft der einzelnen Hautgebiete gibt es auch eine segmentale Zuordnung zum entsprechenden Spinalnerven.

Anatomie

Bild:Dermatom.jpg
Dermatom und Autonome Zone
RM=Rückenmark, A-C Spinalnerv mit Spinalganglion (die Felder mit gleicher Farbe sind deren Dermatom), 1-3 peripherer Nerv, AZ= deren Autonome Zone
Bild:Dermatoms.svg
Präsentation der spinalen Dermatome auf der Hautoberfläche

Auch bei Erwachsenen bleibt diese segmentale Zuordnung der Rückenmarksnervenzu entsprechenden Hautgebieten erhalten. Die Somadieser sensiblen Neuroneliegen außerhalb des Rückenmarksim Spinalganglion(Ganglion spinale).

Autonome Zone

Im Bereich des Halses und im Lenden-Kreuzbereich bilden die Rami ventrales der Spinalnerven Plexus(Geflechte) aus:

  • Plexus cervicalis
  • Plexus brachialis
  • Plexus lumbosacralis

Durch den Faseraustausch in diesen Plexus hat jeder periphere Nerv Neurone aus mehreren Rückenmarkssegmenten. Auch die Rami dorsales zeigen solch einen Faseraustausch zwischen benachbarten Rückenmarkssegmenten. Dadurch gibt es eine Überlappung der Hautgebiete der einzelnen Spinalnerven und bei einer Schädigung einer einzelnen Nervenwurzel tritt kein Ausfall der Sensibilität auf. Die Empfindungen für Schmerz- und Temperaturreize sollen dabei weniger übelappen als die von Berührungsreizen. Erst bei einem Ausfall mehrerer benachbarter Segmente kommt es zu einem Sensibilitätsausfall.

Anders sieht es aus wenn ein peripherer Nerv, also ein aus dem Plexus sich nach dem Faseraustausch neu geformter Nerv, geschädigt wird. Dessen innerviertes Areal bezeichnet man als autonome Zone. Eine solche Nervenschädigung führt zum Ausfall der Sensibilität seiner autonomen Zone.

Übertragener Schmerz

Da auch viszerosensible (Viszera = Eingeweide, innere Organe) Empfindungen über die Spinalnerven übertragen werden, diese aufgrund fehlender Erfahrungen des sensiblen Cortexaber nicht einem genauen Ort zugeordnet werden können, werden diese Schmerzen vom Großhirn (fälschlicherweise) entsprechenden sensiblen Hautgebieten, meist dem des gleichen Spinalnerven, zugeordnet. Bei Erkrankungen innerer Organe kann sich so eine Überempfindlichkeit gegenüber äußeren Reizen in einem bestimmten Hautareal, der sogenannten Headschen Zone einstellen. Dieses Phänomen wird in der Diagnostik als Head'sche Zonenprobe (auch Kalchschmidt-Probe) untersucht. Es können auch übertragene Schmerzen in der Muskulatur (Myotom) des entsprechenden Segments auftreten (Mackenzie-Zone). Ein Beispiel dafür sind Schmerzen im linken Arm bei einem Herzinfarkt.




Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Dermatom (Anatomie) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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