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Ductus arteriosus

Der Ductus arteriosus (auch Ductus Botalli genannt) stellt im fetalen(vorgeburtlichen) Blutkreislaufeine Verbindung zwischen Aorta(Körperschlagader) und Arteria pulmonalis(Lungenschlagader) her. Da die Lunge noch nicht belüftet ist und somit auch noch nicht relevant durchblutet wird, fließt das Blut über den Ductus arteriosus aus der Lungenschlagader direkt in die Aorta. Embryonalentsteht der Ductus arteriosus aus der linken 6. Kiemenbogenarterie.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Entwicklung nach der Geburt
  • 2 Offenbleiben des Ductus arteriosus (PDA)
  • 3 Therapie
  • 4 Weblinks

Entwicklung nach der Geburt

Der Ductus arteriosus verschließt sich normalerweise in den ersten Lebenstagen oder -wochen, ebenso wie das Foramen ovale, welches im fetalen Kreislauf die Verbindung zwischen linker und rechter Herzvorkammerdarstellt.

Offenbleiben des Ductus arteriosus (PDA)

Bild:PDA Farbdoppler.jpg
Darstellung des persistierenden Ductus arteriosus im Farbdoppler. PA-Pulmonalarterie; Ao-Aorta. Der schwarze Pfeil markiert die etwaige Lage des Shuntgefäßes und gibt die Flußrichtung an.

Verschließt sich der Ductus arteriosus nicht, so spricht man von einem persistierenden Ductus arteriosus. Es ist ein Gefäßproblem, kein eigentlicher Herzfehler, welches sich aber auf die Herz-Kreislauf-Funktion auswirkt. Ein kleiner PDA macht keinerlei Symptome und fällt bei den Vorsorgeuntersuchungen nur durch ein Geräusch auf. Ein größerer PDA bedeutet einen Links-Rechts-Shunt, bei dem Blut aus dem arteriellen Kreislauf (Körperkreislauf) direkt wieder in den Lungenkreislauf gelangt. Dadurch kann es zu Herzinsuffizienzzeichenund einer vermehrten Infektanfälligkeit der Kinder kommen. Ein größerer PDA bedeutet auch eine Endokarditisgefahr. Deshalb wird ein größerer PDA immer verschlossen.

Nicht dargestellt an dieser Stelle ist ein PDA in Verbindung mit einem komplexen angeborenen Herzfehler, der das Überleben der Kinder sicherstellt.

Therapie

Bis vor einigen Jahren (jetzt 2005) geschah das chirurgisch. Der Schnitt wurde an der linken Brustkorbseite zwischen den Rippen geführt, der PDA je nach seiner Form und Länge durch ein oder zwei Bändchen abgeschnürt und oft zwischen diesen Abschnürungen durchgeschnitten.

Heute (2005) wird der PDA in der Regel bei größeren Säuglingen per Herzkatheterinterventionmit einem oder mehreren Coilsoder einem Schirmchensystem verschlossen. Dafür stehen verschiedene Fabrikate zur Verfügung, die je nach Form und Länge des PDA ausgewählt werden. Ein großer PDA bei sehr jungen Säuglingen wird weiterhin chirurgisch verschlossen. Nach dem Verschluss eines PDA (wenn dieser als alleinige Fehlbildung vorkommt) ist das Kind ganz gesund. Es braucht keine Endokarditisprophylaxemehr und auf Dauer sind auch keine Kontrolluntersuchungen mehr zu erwarten.

Weblinks

  • HerzKinderWiki - für Eltern herzkranker Kinder mit angeborenem Herzfehler, mit Veranstaltungs-, Link-, Literatur- und Vereinslisten



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Ductus arteriosus aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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