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Plazenta

Die Plazenta (lateinisch placenta = Kuchen) ist ein bei allen weiblichen höheren Säugetieren(Eutheria), manchen Beutelsäugern(Metatheria) und bei Hammerhaienbei der Trächtigkeit (Schwangerschaft) vorhandenes Gewebe in der Gebärmutter (Uterus).

Sie ist ein embryonalesGewebe, das in die Schleimhaut des Uterus einwächst und der Versorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen und Sauerstoff dient. Die Verbindung zwischen Embryo und Plazenta erfolgt über die Nabelschnur.

Anders als alle anderen menschlichen Organe, die erst nach einer ausreichenden Entwicklungs- und Reifungsperiode ihre Funktion aufnehmen, muss die Plazenta ihr eigenes Wachstum steuern und parallel dazu volle Funktionstüchtigkeit entwickeln. Dabei müssen in jedem Stadium der Schwangerschaft die jeweils spezifischen Bedürfnisse des ungeborenen Kindes befriedigt werden.

Neben der Versorgung des Embryos erfüllt die Plazenta hormonelle Aufgaben (siehe unten).

Besonders interessant (und noch kaum erforscht) ist die offensichtliche Fähigkeit der Plazenta, das Immunsystemder Mutter so zu beeinflussen, dass es zwar funktionstüchtig bleibt und die Mutter damit vor Infektionen schützt, gleichzeitig aber daran gehindert wird, die Plazenta selbst und den Embryo als Fremdgewebe abzustoßen.

Die Plazenta wird kurz nach der Geburt des Kindes als so genannte Nachgeburtgeboren.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Aufbau der Plazenta
  • 2 Plazentaschranke
  • 3 Beim Menschen
  • 4 Bei den Tieren
  • 5 Weblinks

Aufbau der Plazenta

Bild:Plazenta.PNG
Schematische Darstellung des Aufbaus der Plazenta.
Bild:Placenta fetus numbered.jpg
Plazenta 1. fetale Oberfläche 2. Amnionepithel3. Nabelschnur4. Chorion5. mütterliche Seite mit Septen und Kotyledonen

Die Plazenta ist im ausgereiften Zustand ein circa 500 Gramm schweres und im Durchmesser 15 bis 20 cm großes Organ, dass sich nach der Einnistung (Nidation) der Blastozystein der Gebärmutter bildet. Sie entsteht aus dem fetalen Trophoblastenund aus der mütterlichen Gebärmutterschleimhaut (Endometrium). Die fetale Seite der Plazenta - also Chorionplatteund Nabelschnur- ist mit weißlich trübem Amnionepithelbedeckt (siehe letztes Bild). Zwischen der Chorionplatte und der mütterlichen Basalplatte (Dezidua) befindet sich der mit mütterlichem Blut gefüllte Intervillöse Raum. Dieser wird durch bindegewebige Plazentasepten von der Basalplatte aus in 15 bis 20 Felder, die sogenannten Kotyledonen, unterteilt. Aus dem Chorion wachsen Primärzotten, die die Sekundärzotten tragen, in diese blutgefüllten Kontyledonen. Durch das Einsprossen von Kapillarenwird die Sekundärzotte zur Tertiärzotte und ist somit zum Stoffaustausch bereit. (In der Abbildung ist der gesamte Zottenbaum als Villusbezeichnet.) Zwischen den Kapillaren der Tertiärzotten und dem intervillösen Raum findet auf Grund der Plazentaschranke (siehe unten) kein Blutaustausch statt. Der Stoffaustausch erfolgt über Diffusion, erleichterte Diffusion, Pinozytoseoder wird über Rezeptoren vermittelt. Ab der vierten Schwangerschaftswoche, wenn das Herz des Feten zu schlagen beginnt, wird die Frucht über die Plazenta versorgt.

Plazentaschranke

Die Funktion der Plazenta ist einerseits die einer Barriere (die so genannte Plazentaschranke), entlang derer die vom ungeborenen Kind benötigten Stoffe in das embryonale Blut diffundierenund Abfallstoffe aus dem Blut des Ungeborenen entfernt werden. Viele Stoffe, die dem Embryo schaden, können die Plazentaschranke nicht passieren. Andere Substanzen wie zum Beispiel Alkohol können nicht durch die Plazentaschranke abgehalten werden und daher ihre toxischeWirkung entfalten, die etwa zum fetalen Alkoholsyndromführen kann. Auch viele Viren können die Plazentaschranke passieren; besonders gefährlich sind z.B. Röteln während der Schwangerschaft.

Ein bestimmter Antikörpertyp, genannt IgG, kann auf diesem Weg ebenfalls in den Körper des Embryo gelangen. Dies ist wichtig, weil das Immunsystemdes Fötenerst ab dem 6. bis 8. Lebensmonat in der Lage ist, selbst wirksame Antikörper zu bilden, und deshalb durch die Plazenta und später beim StillenSchutz durch von der Mutter gebildete Antikörper erhält.

Allerdings kann dieser Mechanismus auch zu Problemen führen, z.B. wenn die Mutter rhesusnegativist und bereits IgG-Antikörper gegen das entsprechende Oberflächenprotein gebildet hat. Diese Antikörper gelangen in den Blutkreislauf des Embryound können dort Gewebe zerstören.

Beim Menschen

Im Deutschen wird die menschliche Plazenta als Mutterkuchen bezeichnet. Sie produziert das HormonChorion-Gonadotropin, das die Regelblutungunterdrückt und somit die Schwangerschafterhält.

Bild:Human placenta baby side.jpg
Plazenta mit Nabelschnur

Früher wurde die Nachgeburthäufig von den Hebammenan die Pharma-und Kosmetikindustrieverkauft. Diese Praxis ist unter anderem wegen der Angst vor Aidszum Erliegen gekommen. Aus dem Nabelschnurblutwerden heute manchmal embryonale Stammzellengewonnen.

Oft ist es mittlerweile möglich, die Plazenta ausgehändigt zu bekommen, beispielsweise um daraus homöopathischeMedikamente herstellen zu lassen oder um sie in der Erde zu vergraben (meist unter einem Baum). Letzterer Brauchwar und ist in unterschiedlichsten Regionen der Welt verbreitet.

Bei den Tieren

Die meisten Säugetiermütter - also auch Tiere, die sonst selbst "streng" vegetarisch (Kühe und andere Wiederkäuer) leben - verspeisen die eigene Nachgeburt genüsslich, nachdem sie ihre Neugeborenenbeschnuppert und versorgt (trocken geleckt) haben. Nicht nur, dass sie damit den Raubtierendie verlockende Duftspurwegnehmen, sie versorgen sich dadurch auch mit Vitaminenund anderen wichtigen Nährstoffen, die sie nach der Geburt selbst dringend brauchen.

Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png
   
Wiktionary: {{{2|Plazenta}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
  • Abbildung verschiedener Lagen der Plazenta innerhalb der Gebärmutterda:Moderkage

en:Placenta eo:Placento es:Placenta fi:Istukka fr:Placenta it:Placenta ja:?? lt:Placenta nl:Placenta pl:?o?ysko (anatomia) pt:Placenta sr:????????? su:Bali (anatomi) sv:Moderkaka tr:Plasenta

Von "http://de.wikipedia.org/Plazenta"



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