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Die Übertragung bedeutet in der Geburtshilfedie fortgesetzte Schwangerschaftüber den erwarteten "normalen" Geburtsterminhinaus.
Früher hielt man pauschal alle Schwangerschaften, welche mindestens sieben Tage ohne Anzeichen der beginnenden Geburtüberfällig waren, für übertragen. Heute weiß man, daß 80% der Kinder in den 14 Tagen nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommen. Erst wenn diese zwei Wochen überschritten sind (also ab 42+0 SSW), spricht man von einer Übertragung.
Dabei differenziert man zwischen der seltenen echten Übertragung mit tatsächlich länger dauernder Schwangerschaft und der relativen Übertragung (wenn die Plazenta langsam 'aufgebraucht' ist und das Kind deshalb nicht mehr optimal versorgt wird). Zu einer relativen Übertragung kann es auch schon um den errechneten Termin herum kommen.
Ursache für die echte Übertragung ist eine pathologischherabgesetzte Erregbarkeit der glatten Muskeln des Uterus.
Ungeachtet der Art der Übertragung steigt die perinataleSterblichkeitder Kinder, je länger die Übertragung fortdauert, wegen der negativen Effekte der zunehmenden Plazentainsuffizienz, v.a. des latenten Sauerstoffmangels der Ungeborenen, an!
Zur Prophylaxegibt es die Verfahren der Kardiotokographie(vorgeburtliches kontinuierliches Überwachen der kindlichen Herzfrequenzund der mütterlichen Wehen) und - heute selten - der Amnioskopie(Fruchtwasserspiegelung), so dass bei beunruhigenden Befunden ggf. schnell die Geburt eingeleitetwerden kann.
Ein Neugeborenes, das übertragen wurde, wird als Risikoneugeboreneseingestuft.
Objektive Kriterien für die Diagnose, ob ein Neugeborenes übertragen ist, sind die so genannten Runge-Zeichen:
- gelbe Haut, gelbe Eihäutebzw. Nabelschnur;
- Waschfrauenhände mit
- Abschilfern / Abschälen der Epidermis;
- roter Hodensackbzw. rote Schamlippen;
- keine Vernix caseosa(Fruchtschmiere, Käseschmiere);
- Dystrophie(relativer Entwicklungsrückstand).
Als eine Folgeerkrankung der Übertragung (chronischenPlazentainsuffizienz) beim Neugeborenen kann das dreigradige Clifford-Syndrom auftreten:
- Grad I: keine Käseschmiere, kaum ausgeprägte Fettpolster und Hautatrophie;
- Grad II: dazu grüne Farbe von Haut und Eihäuten wegen mekoniumhaltigenFruchtwassers
- Gard III: Haut in hellem Gelb mazeriert, Fruchtwasser gelb-braun.
Die Prognoseist relativ gut, wenn die Neugeborenenperiodeüberlebt wird.
Siehe auch Frühgeburt, Mangelgeborenes, Lebendgeburt, Totgeburt, Sarggeburt, Säuglingssterblichkeit, Risikogeburt
Weblinks
- gute Links zum Thema Übertragung bei der Geburt bei medinfo.de
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