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Als Wöchnerin (früher auch "Kindbetterin") wird eine Mutterin den ersten Wochen nach der Geburtbezeichnet. Der Name leitet sich vom älteren "Sechswöchnerin" ab.
In einem Zeitraum von 6-8 Wochen nach der Geburt eines Kindes muss sich der Körper der Mutter von der Schwangerschaftund der Entbindungerholen und hormonell umstellen. Die Gebärmutterbildet sich zurück und ihre Wunde heilt ab, wobei der "Wochenfluss" austritt. Weil die Frau dadurch viel Ruhe braucht und meist seelisch labil ist, wird diese Zeit auch "Wochenbett" genannt. Es ist die naturgegebene Zeit, sich auf die neue Situation und das Babyeinzustellen.
Die gesetzliche Mutterschutzzeit, in der ein strenges Arbeitsverbot für junge Mütter gilt, beträgt in den meisten Staaten 6-8 Wochen. Der Verdienstentgang wird entweder von der Krankenkasseoder vom Familienfonds ersetzt, und es besteht das Recht auf spezielle medizinische Betreuung. Für die Zeit nach einer Fehlgeburtoder einer Abtreibungbestehen vergleichbare Regelungen.
In dieser Zeit besteht das Risiko des Kindbettfiebers- einer bakteriellen Infektion der Gebärmutter und benachbarter Organe -, dem durch erhöhte Hygienevorzubeugen ist. Es hat ähnliche Symptome wie eine Blutvergiftungund war früher die Ursache vieler Todesfälle. Erst um 1850erkannte der Wiener Arzt Ignaz Semmelweis("Retter der Mütter") die Ursache und kämpfte für bessere Hygiene in den Krankenhäusern und häufige Desinfektionder behandelnden Ärzte.
Beschwerden kann auch das Abheilen eines evtl. Dammrisses bzw. Dammschnittsmachen. Für das Wohl einer Wöchnerin kann nicht nur die Hebammewesentlich beitragen, sondern auch das Verständnisund der passende Umgang des Kindesvatersmit ihr. Dies gilt auch für die spätere Stillzeit- in der die Beziehungdurch väterliche Eifersuchtauf das Neugeborene belastet sein kann.
Im früheren Brauchtumwurde zwar der Sauberkeit und dem Mitgefühl, aber nicht unbedingt der Hygiene Bedeutung beigemessen. So schrieb man im alten Romdem Besen eine besondere Bedeutung zu, und die Hebammen fegten mit einem gesegneten Besendie Hausschwelledes Geburtshauses, um böse Einflüsse vom Neugeborenen und der Wöchnerin abzuhalten.
Im medizinischen Sinn ist eine längere sexuelle Enthaltsamkeitgeboten, die in manchen Religionen (z.B. im Judentumund Islam) konkret empfohlen ist.
Siehe auch: Mutter und Kind, Mutterschaftsversicherung, Unreinheit, Ausfluss
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