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Fluglärm

Bild:Lufthansa.crj-100.d-aclp.arp.jpg
Ein Canadair Regional Jetder Lufthansaim Landeanflug auf LondonHeathrow

Fluglärm ist Lärm, der von Flugzeugenund sonstigen Luftfahrzeugen verursacht wird.

Fluglärm ist eine der wesentlichen Umweltbeeinträchtigungendurch den Luftverkehrund wirkt aufgrund seiner intermittierenden Struktur als besonders belastend. Im Vergleich mit anderen Lärmarten muss daher auf Fluglärm-Schallpegelein Fluglärm-Malusvon 10 dB(A) addiert werden und wird dann oft als dBl(A) bezeichnet. Trotzdem gibt es in derzeit in Deutschland im Gegensatz zu anderem Verkehrslärm keine gültigen Grenzwerte für Fluglärm.

Besonders gefährlich ist der Nachtflug-Lärm. Nachtflüge können nach Feststellung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechtegeeignet sein, die Europäische Charta der Menschenrechte zu verletzen. Ursache dafür sind insbesondere die durch Nachtflüge ausgelösten Schlafstörungen. Diese führen bereits dann, wenn die Aufweckschwellenicht überschritten wird, zu erheblichen Störungen des Corticoid-Stoffwechsels. Dadurch werden Störungen des Immunsystemsausgelöst, was zu erhöhter Anfälligkeit gegenüber Infektionen, zu Neurodermitis, Asthmaund anderen allergologischen Erkrankungen führt. Eine weitere Folge von Nachtflügen ist ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.

Nach den auslösenden Flugphasen unterscheidet man

  • Lärm beim Landeanflug
  • Lärm beim Start
  • Bodenlärmvon Flughäfen
  • Tieffluglärm

Hauptquellen des Lärms sind die Triebwerke, aber auch das Fahrwerkund die das Luftfahrzeug umströmende Luft. Je nach Flugphase wirken sich diese Faktoren unterschiedlich stark aus.

Beim Start entsteht Lärm in Flugzeugen mit Kolbenmotorenund bei Turbopropsin erster Linie an den Propellerblättern, bei Jet- und Turbojettriebwerken hauptsächlich als Folge des Mischens heißer und schneller Austrittsgase mit der umgebenden Luft. Auch im Bereich des Fan, sowie der anderen Triebwerksschaufeln entsteht durch Interferenzenund Unregelmäßigkeiten des Luftstroms Lärm. Die Geräuschbelastung im Reiseflug ist aufgrund der großen Flughöhen und der Verteilung des Luftverkehrs über weite Flächen weitgehend irrelevant. Im Landeanflug wird mit stark verminderter Triebwerksleistung operiert. Dennoch wird dies mehr als überwogen von der Tatsache, dass die Konzentration der Flugbewegungen auf kleinem Raum weit höher ist, und die Flugzeuge natürlich schon weit tiefer fliegen. Im Endanflugwird die Fluggeschwindigkeit stark reduziert, dabei helfen die Landeklappen, die zwar den Auftriebstark erhöhen, jedoch auch mehr Widerstanderzeugen, was dazu führt, dass ein Schub benötigt wird, der deutlich über dem Leerlaufschub liegt. Außerdem verlangt die Beschleunigungsträgheit der Strahltriebwerke eine gewisse Drehzahl, um im Falle eines Durchstartmanövers schneller hochfahren zu können.

Insgesamt hat sich die Belastung der Bevölkerung durch Fluglärm in den letzten 40 Jahren erheblich erhöht. Zwar sind die einzelnen Flugbewegungenleiser geworden, dieser Effekt wird jedoch durch die zunehmende Anzahl der Flugbewegungen überkompensiert. Die Lärmreduzierung von Flugzeugen hat sich zudem hauptsächlich beim Startvorgang ausgewirkt; beim Landelärm gab es kaum Fortschritte. In letzter Zeit stellt man an einigen Flughäfen (z.B. Frankfurt) sogar wieder eine Lärmzunahme fest - wahrscheinlich aufgrund lärmenderer Flugverfahren.

Maßnahmen zur Verminderung des Fluglärms seitens der Flugzeughersteller sind bautechnischer Natur (z.B. Entwicklung von Turbofantriebwerken mit hohem Nebenstromverhältnis), Fluggesellschaften können zur Verminderung der Lärmbelästigung operationelle Maßnahmen treffen (Vorgabe von Noise abatement procedures), die Flugsicherung könnte durch Planung der An- und Abflugstrecken über dünner besiedeltes Gebiet zur Verringerung der Lärmbelästigung beitragen. Manche Flughafenbetreiber (z.B. in Frankfurt am Main) haben ferner die von ihnen erhobenen Landegebühren nach Lärmkriterien gestaffelt, so dass es für Luftverkehrsgesellschaften unrentabler wird, diese Plätze mit unnötig lautem Gerät anzufliegen.

Bei der Vergabe oder Änderung von Betriebsgenehmigungen für Flughäfen wird die zu erwartende Lärmbelastung nicht gemessen sondern berechnet und zu erwartende Lärmschutzzonen werden rechnerisch bestimmt. Die tatsächliche Lärmbelastung kann bei Abweichung von den Standard-Bedingungen (z.B. Flugrouten, Temperatur, Luftdruck, geografische Höhe, etc.) abweichen. Eine Dokumentation der tatsächlichen Fluglärmbelastung um Flughäfen erstellt das Netzwerk des Deutschen Fluglärmdienst e.V.

Als bundesweite Organisation ist die Bundesvereinigung gegen Fluglärmtätig. Sie hat Sitz und Stimme in den Fluglärmkommissionen, die laut Gesetz bei allen Flughäfeneinzurichten ist.

Siehe auch

  • Fluglärmverteilung
  • Schweiz: Bürgerprotest Fluglärm Ost, Fluglärmsolidarität, IG-Nord, Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Zürich, Verein Flugschneise SÜD - NEIN

Literatur

  • Christoph Alber: Zum Rechtsschutz gegen Fluglärm. Insbesondere gegen die Festlegung so genannter Flugrouten. Frankfurt 2004, ISBN 3631531729
  • Sonja Franke: Lärmgrenzwerte für die Planung von Verkehrsflughäfen. Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3428110528
  • Jan Ziekow (Hrsg.): Bewertung von Fluglärm - Regionalplanung - Planfeststellungsverfahren. Vorträge auf den Vierten Speyerer Planungsrechtstagen und dem Speyerer Luftverkehrsrechtstag ... für Verwaltungswissenschaften Speyer, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3428111648

Weblinks

  • Deutsches Umweltbundesamt - Fluglärm
  • Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V.
  • Deutscher Fluglärmdienst e.V.
  • Ärzteinitiative für ungestörten Schlaf Rhein-Sieg
  • Regionales Dialogforum am Frankfurter Flughafen
  • Gegner des Berlin Brandenburg International
  • Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm in Lübeck und Umgebung e. V.en:Aviation noise
Von "http://de.wikipedia.org/Flugl%C3%A4rm"



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