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Unter Prophylaxe (griechisch?????????) versteht man Maßnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten. Synonym dazu ist die Prävention(von lateinischpraevenire ?zuvorkommen, verhüten?).
Es ist nicht nur effizienter, sondern oft auch wesentlich effektiver, Gesundheit vorbeugend zu schützen als sie wiederherzustellen.
Einige Maßnahmen der Prophylaxe haben sich als außerordentlich erfolgreich erwiesen, so zum Beispiel die Impfunggegen die Kinderlähmungoder die Pocken. Erfolgreich war auch die Verminderung der Berufskrankheitenund Berufsunfälledurch die Berufsgenossenschaften.
Andere Maßnahmen sind kaum durchzusetzen. So war beispielsweise die Reduzierung des Tabakrauchenswenig effektiv, obwohl das Rauchen für circa 25 % aller Krebsfälleverantwortlich zu machen ist. Auch die Überernährung, mangelnde Bewegungund beruflicher Stresssind nur unzureichend zu bremsen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Zielebenen der Prävention
- 2 Ansatzpunkte präventiver Maßnahmen
- 3 Risikoabwägung
- 4 Allgemein als sinnvoll betrachtete Maßnahmen
- 5 Literatur
- 6 Siehe auch
- 7 Weblinks
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Zielebenen der Prävention
Primäre Prävention will den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und Unfälle oder die Entstehung von Krankheiten vermeiden.
Sekundäre Prävention bezieht sich auf Früherkennung von Krankheiten(Screening) und Behandlung in einem möglichst frühen Stadium (z. B. Krebsvorsorge).
Zur tertiären Prävention zählen Maßnahmen, die Krankheitsrückfällen vorbeugen, die Verschlimmerung von chronischen Erkrankungen verlangsamen oder Folgestörungen bei bestehenden Krankheiten verhindern.
Ansatzpunkte präventiver Maßnahmen
Bei der Verhaltensprävention oder personalen Prävention soll das Individuum durch Aufklärung oder Information (siehe: Gesundheitsbildung), Stärkung der Persönlichkeit oder auch Sanktionen dazu motiviert werden, Risiken zu vermeiden bzw. gesundheitsfördernde Verhaltensweisen zu übernehmen.
Bei der Verhältnisprävention oder strukturellen Prävention werden die strukturellen Bedingungen verschiedener Lebensbereiche (Arbeit, Familie, Freizeit) oder Umweltfaktorenmöglichst risikoarm ausgestaltet.
Uralte Weisheiten beispielsweise des Ayurvedaund Yogasind in erster Linie vorbeugend, schliesslich wurden die Ärzte nur solange bezahlt, wie ihre Patienten gesund blieben.
Risikoabwägung
Im Gegensatz zur Therapievon Krankheiten, bei der die Maßnahmen auf den Einzelfall zugeschnitten sind, werden prophylaktische Maßnahmen oft pauschal für größere Bevölkerungsgruppen empfohlen. Hierbei besteht unter Umständen die Gefahr, dass bislang gesunde Menschen geschädigt werden (z. B. Impfschäden). Bei Kranken müssen gegebenenfalls auch Wechselwirkungenmit Medikamentenbedacht werden.
Prophylaktische Maßnahmen können daher nur dann empfohlen werden, wenn der zu erwartende Nutzen höher ist als die unerwünschten Nebenwirkungen.
So ist beispielsweise der Nutzen der Tetanus-Impfung unumstritten. Dagegen kann eine prophylaktische Impfung gegen Milzbrand, wie sie nach den Terroranschlägen des 11. Septembers2001 diskutiert wurde, wegen der zu erwartenden Nebenwirkungen nur angeordnet werden, wenn die Verbreitung der Erreger unmittelbar zu befürchten ist.
Allgemein als sinnvoll betrachtete Maßnahmen
- Hygiene
- ausgewogene Ernährung
- Verminderung von Risikofaktoren, wie Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel
- Trinkwasser- und Speisesalzjodierungzur Vorbeugung des Schilddrüsenkropfes
- Folsäurebeigabezum Mehl zur Verhinderung von Neuralrohrdefekten
- einige Impfungen
- Kinderlähmung
- Diphtherie
- Tetanus
- Keuchhusten
- Hepatitis B
- Hämophilus influenzaeTyp B, ein Erreger der Meningitis
- Mumps
- Masern
- Rötelnbei Mädchen (zur Eindämmung auch bei Jungen, so dass sich weniger - ungeimpfte - Schwangere infizieren)
- Windpocken
- Vitamin-D-Gabeim ersten Lebensjahr zur Vorbeugung der Rachitis
- Vermeiden der Bauchlage und Maßnahmen zur Schlafumgebung von Säuglingen zu Vorbeugung des plötzlichen Kindstods
- Zähneputzen mit fluoridhaltigerZahnpasta zur Kariesprophylaxe
- Safer Sex
- Geschwindigkeitsbegrenzungen zur Vermeidung von Verkehrsunfällen
- Gurtpflichtfür Autofahrer
- Helmpflichtfür Motorradfahrer und Helmbenutzung bei Radfahrern
- Unfallverhütungsvorschriftender Berufsgenossenschaften
- Sonnenschutzmittel
Literatur
- Klaus Hurrelmann, Theodor Klotz, Jochen Haisch (Hrsg.), Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung, Verlag Hans Huber, Bern u.a. 2004
- Tillmann Kommerell, Wolfgang Willig (Hrsg.), Geistes- und Sozialwissenschaften pflegerelevant. Ein Lehrbuch für die Gesundheits- und Krankenpflege, Selbstverlag Willig, Balingen 2005
- Annette Lauber, Petra Schmalstieg (Hrsg.), Prävention und Rehabilitation, Georg Thieme Verlag, Stuttgart/New York 2004
Siehe auch
- Drogenpolitik, Drogenprävention
- Gesundheitsbildung, Gesundheitsförderung, Gesundheitsvorsorge
- Healthism
- Infektion
- Postexpositions-Prophylaxe
- Präemptiv
- Präservativ
- Präventionsgesetz
- Screening
- Sexualkunde
- Sucht, Suchtprävention
- Umweltmedizin
- Vorsorgeprogramm
- WHO
Weblinks
- Das Glossar zur Gesundheitsreform: Prävention
- www.die-praevention.de - Präventionskampagne: Bewegung und Gesundheit
- Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung
- Präventive Medizin (WikiMed)
- Gesundheitsförderung in der Schweiz
- Institut Suchtpräventionen:Preventive medicine
es:Medicina Preventiva
fr:Prophylaxie
pt:Medicina preventiva e social
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