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Knaus-Ogino-Verhütungsmethode

Die Knaus-Ogino-Verhütungsmethode, auch Kalendermethode genannt, ist die älteste wissenschaftlich fundierte Methode der natürlichen Familienplanung. Der Pearl-Indexliegt bei 15?38.

Sie ist benannt nach dem Österreicher Hermann Knausund dem Japaner Kjasaku Ogino, die diese Methode auf dem Gynäkologenkongressin Leipzigim Mai 1928zum ersten Mal vorstellten.

Bei der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode wird die Zykluslängeerfasst und daraus der Tag des voraussichtlichen Follikelsprungsberechnet.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Allgemeine Annahmen
  • 2 Berechnung nach Knaus
  • 3 Berechnung nach Ogino
  • 4 Historisches
  • 5 Schwächen
  • 6 Siehe auch
  • 7 Weblinks

Allgemeine Annahmen

Die Lebensdauer der Spermien beträgt 3 Tage, die Befruchtungsfähigkeit der Eizelle beträgt 6?12 Stunden. Es sollten die Zykluslängen der letzten zwölf Monate bekannt sein.

Berechnung nach Knaus

erster fruchtbarer Tag = kürzester Zyklus - 17 Tage
letzter fruchtbarer Tag = längster Zyklus - 13 Tage

Bemerkung: Der 1. Tag des Zyklus ist der Beginn der Monatsblutung

Berechnung nach Ogino

erster fruchtbarer Tag = kürzester Zyklus - 18 Tage
letzter fruchtbarer Tag = längster Zyklus - 11 Tage

Historisches

Die Methode hat auch den Spitznamen Katholiken-Roulette oder römisches Roulette, da sie sehr unsicher ist, aber von Papst Pius XII.am 29. Oktober 1951in einer Rede vor Mitgliedern des katholischen italienischen Hebammenverbandesals einzige Methode der Empfängnisverhütung für tolerabel und anwendbar erklärt wurde. Zwar sei grundsätzlicher Zweck der Ehedie Zeugung von Nachkommen und alle Verhütungsmethoden daher von Übel, bei gewichtigen Gründen körperlicher oder seelischer Natur könne diese Methode aber hingenommen werden, da Enthaltsamkeit in der fruchtbaren Zeit nicht in die natürlichen Abläufe eingreife.

Schwächen

Die Schwäche der Methode liegt darin, dass von vergangenen Zyklen auf den aktuellen Zyklus geschlossen wird, der Follikelsprung jedoch 14 Tage vor der nächsten Menstruationerfolgt und die präovulatorische Zyklusphase z. B. durch Stress, Ortsveränderungen und Erkrankungen variieren kann, so dass die Berechnung oft fehlerhaft ist.

Bei der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode werden keine körperlichen Veränderungen wie die des Muttermundschleimsoder der Basaltemperaturbeachtet, die weitere Hinweise auf die Fruchtbarkeit im aktuellen Zyklus geben. Daher kann sie nicht zur Empfängnisverhütung, sondern eher umgekehrt bei Kinderwunschzur "Eingrenzung" des Empfängniszeitraums empfohlen werden.

Seit den 90ern erscheinen Weiterentwicklungen der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode, die die Sicherheit entscheidend verbessern, z. B. die Standard Days Method? oder noch ausgefeilter Perimon. Nachteile dieser sichereren Methoden sind, dass die als eindeutig unfruchtbar erkannten Tage weniger werden.

Natürlich kann man die "Schwächen" der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode ausgleichen, indem man an den besonders fruchtbaren Tagen (um den Eisprung herum) andere Verhütungsmethoden wie Kondom, Diaphragma, Portiokappe oder Verhütungszäpfchen benutzt.

Im Gegensatz zur Kalendermethode stehen die modernen Beobachtungsmethoden der natürlichen Familienplanung: Sie beziehen die Körperzeichen der Fruchtbarkeitim aktuellen Zyklus mit ein.

Siehe auch

  • Symptothermale Methode

Weblinks

  • Weiterführendes zu Knaus-Ogino
  • Perimon - Weiterentwicklung der Knaus-Ogino-Verhütungsmethode



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Knaus-Ogino-Verhütungsmethode aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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