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Als Menstruation (auch Periode, Mens oder die Regel) wird die periodisch auftretende Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut(Endometrium) bei Primatenbenannt, die bei der Frau durchschnittlich alle 28 Tage erfolgt und ca. 3 bis 5 Tage dauert, wobei jeweils große individuelle Schwankungen möglich sind.
Individuell stellt sich die Menstruation jedoch oft sehr regelhaft ein, sodass sie auch als Regel, Regel- oder Monatsblutung bezeichnet wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Medizinische Aspekte
- 2 Der soziokulturelle Aspekt der Menstruation
- 2.1 in Religion und Aberglauben
- 2.2 Menstruation als Feier
- 3 Menstruationsmythen
- 3.1 Der Mond
- 3.2 Die "unreine" Frau
- 3.3 Menstruation und Unreinheit in der Bibel
- 4 Literatur
- 5 Siehe auch
- 6 Weblinks
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Medizinische Aspekte
Mit dem ersten Tag der Menstruation wird auch der Beginn des Menstruationszyklusdefiniert, der über seine komplizierten hormonellen Regelkreise zur Reifung eines Graaf-Follikels, zum Follikelsprungund zur Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistungdes schließlich befruchteten Eies führt.
Das Ausbleiben der Menstruation wird als Amenorrhoebezeichnet. Unterschieden wird dabei, ob zuvor bereits einmal eine Menstruation stattfand, dann handelt es sich um eine sekundäre Amenorrhoe, oder ob bisher noch keine Menstruation stattfand, dann ist die Amenorrhoe eine primäre.
Bemerkenswerterweise sollen Frauen aus Jäger- und Sammlerkulturen sehr kurz menstruieren. Die Menstruation sei häufig binnen einiger weniger Stunden abgeschlossen. Die moderne gynäkologische Fachliteratur kann dies jedoch nicht bestätigen.
Wildlebende weibliche Tiere menstruieren nur selten, denn selbst wenn sie, wie Bonobos, nicht nur einmal im Jahr empfängnisbereit sind, findet zumeist eine Befruchtung statt.
Im Durchschnitt werden 65 - 200 ml Flüssigkeit ausgeschieden. Diese besteht nicht aus reinem Blut sondern auch aus Sekreten und Schleimhaut.
Bei starkem und übermäßigem Monatsfluss spricht der Mediziner von einem Hypermenorrhoe.
Der soziokulturelle Aspekt der Menstruation
in Religion und Aberglauben
In verschiedenen Religionen werden menstruierende Frauen als unrein betrachtet. Das strenggläubig-orthodoxe Judentum erklärt die menstruierende Frau während der Menstruation sowie sieben Tage danach als "nidda", als "Abgesonderte". Sieben Tage nach der Menstruation reinigt sich die Frau im Ritualbad, der Mikve, und gilt danach wieder als rein. Im Islam ist während der Monatsblutung der Geschlechtsverkehruntersagt, vom Zeitgebetfür diese Zeit befreit. Beim Fastenwährend des Ramadansind die Frauen befreit, müssen die Tage aber nachholen. Menstruiert eine Frau auf der Pilgerfahrtnach Mekka, so darf sie die Umrundung der Kabaerst dann durchführen, wenn die Menstruation beendet ist. Eine Gruppe, die Frauen bei sich hat, muss mit ihrer Rückkehr warten, bis die Frauen ihre Pilgerpflichten nachgeholt haben. Menstruierende Frauen dürfen Moscheen nicht betreten. In einigen Reiseführern für muslimische Länder wird dies auch angesprochen. Auch Hindutempel sind für Menschen mit blutenden Wunden oder menstruierende Frauen tabu, da Blut auf dem Boden den Tempel entweihen würde.
Menstruation als Feier
Obwohl mit der Regelblutung vielerorts negative Einstellungen verbunden sind, gibt es auch einige Völker, bei denen positive Gefühle, Stolz am Frausein und Glück über die Fruchtbarkeit mit der Menstruation verbunden werden.
Menstruationsmythen
Der Mond
Die Bezeichnung "Menstruation" kommt vom lateinischen "mensis" (Monat) und vom griechischen "mene" (Mond), im Hinweis auf die Tatsache, dass der Mondmonat auch ungefähr 28 Tage beträgt. Es besteht jedoch keine wissenschaftlich feststellbare Verbindung zwischen den Mondmonaten und der Menstruationsperiode, wie die Menstruationsperiode der Menschenaffenzeigt, die von 29 Tagen bei Orang-Utansbis zu 37 Tagen bei Schimpansenreicht.
Eine These lautet: Die urzeitlichen Männer gingen bei Vollmond jagen, da dann die Sicht am besten war. Der Zyklus der Frauen soll sich durch Evolution dem angepasst haben. Frauen, die in ihrer fruchtbaren Phase waren, als die Männer nicht auf der Jagd waren, hatten eine größere Chance auf Nachwuchs.
Die "unreine" Frau
Erstaunlich hartnäckig hält sich der Jahrhunderte alte Aberglaube von der Schädlichkeit von Menstruationsblut oder dem Schweiß von menstruierenden Frauen. So sollen Frauen beispielsweise keine Sahne schlagen, da diese sonst schlecht werden würde, kein Obst und Gemüse einkochen, nur mit Haushaltshandschuhen putzen, keine Dauerwelle machen lassen etc.; der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Manche Fotografen seien angeblich noch heute davon überzeugt, dass allein die Anwesenheit von menstruierenden Frauen beim Entwickeln von Filmen die Filme beschädigen könnte. In Japanbenutzen viele Frauen beim Einführen eines Tamponsnoch heute Einweghandschuhe, damit sie nicht mit dem Blut in Berührung kommen. Tampons mit Einführhilfe sind auch auf dem amerikanischen Markt sehr weit verbreitet. In Deutschland werden Tampons mit Einführhilfe weniger nachgefragt, ihre Verwenderinnen betonen jedoch den Zugewinn an Hygiene, da man die blutbeschmutzten Körperteile nicht mehr berühren müsse.
Darüber hinaus wurde über Jahrhunderte hinweg davor gewarnt, dass der sexuelle Kontakt mit einer menstruierenden Frau schädlich sei für den Sexualpartner. In der heutigen Zeit sterben die Menstruationsmythen zunehmend aus, wobei viele Frauen die Menstruationsblutung auch im 21. Jahrhundert noch in mythenhafter Weise verwenden, um beispielsweise nicht am Schulsport teilnehmen zu müssen.
Wissenschaftlich gesehen gibt es nichts, was diesen Aberglaubenstützen könnte. Weder sind im Menstruationsblut (noch im Schweiß) irgendwelche besonderen Mikroorganismennoch irgendwelche Gifteenthalten. Trotzdem hielt sich der Mythosvom "schädlichen Menstruationsblut" auch in der Wissenschaft bis ins 20. Jahrhunderthinein. 1920erschien beispielsweise eine Abhandlung über die "Giftigkeit der menstruierenden Frau". In der Medizin wurde die Vorstellung vom schädlichen Menstruationsblut schon vor mehr als einem halben Jahrhundert verworfen.
Im historischen Kontext werden einige Menstruationsgebote verständlich. Im Mittelalter gab es weder Unterwäsche noch Einwegbinden, Textilien waren teuer, sodass auch einfache Stoffbinden weitestgehend unbekannt waren. Das Menstruationssekret lief an den Innenseiten der Oberschenkel hinab zu den Füßen und konnte so auch Gegenstände des alltäglichen Bedarfs beschmutzen. Dies erklärt, warum z.B. in der Torah auch das Bett und der Stuhl der Menstruierenden als unrein gelten, oder warum Frauen im menstruierenden Alter an der Weinherstellung nicht mitarbeiten durften - die Trauben wurden mit nackten Beinen in einem großen Bottich zertreten.
Auch in den ersten fünfzig Jahren des letzten Jahrhunderts waren Wegwerfbinden noch nicht so erschwinglich und technisch ausgereift wie heute. Es war daher in Verbindung mit überalterten Gepflogenheiten (man solle sich während der Menstruation nicht waschen) durchaus möglich, die Menstruierende an ihrem charaktistischen Geruch nach zersetzendem Blut zu erkennen. Die moderne Tampon- und Bindenwerbung spielt noch heute mit diesen alten Erfahrungen bzw. aus den daraus resultierenden Ängsten der Menstruierenden, Unbeteiligte könnten die Menstruation sehen, riechen oder hören. Binden wurden im Hinblick auf Knister- und Raschelgeräusche optimiert, auf dem asiatischen Markt befinden sich Binden mit speziell geräuscharm zu öffnenden Einzelverpackungen, damit die Benutzerin der Nachbarkabine nicht am Öffnungsgeräusch der Binde erkennt, dass ihre Nachbarin menstruiert. Auch im deutschen modernen TV werden die Hygieneartikel gepriesen, die Menstruation, obwohl als Tatsache allgemein bekannt und als natürlicher Vorgang des täglichen Lebens akzeptiert, unsichtbar zu machen. Dies trägt zur weiterhin bestehenden Tabuisierung zusätzlich bei.
Menstruation und Unreinheit in der Bibel
Der Kontakt mit "Menstruationsblut" macht laut Altem Testament Gegenstände und Lebewesen für einen fest definierten Zeitraum unrein.
Vgl. hierzu: Wenn ein Weib den Monatsfluss hat, so bleibt sie sieben Tage lang in ihrer Unreinheit... 3. Moses, 15,19.
Literatur
- Kristina Hohage: Menstruation: Eine explorative Studie zur Geschichte und Bedeutung eines Tabus; Verlag Dr. Kovac; 1998; ISBN 3860648454
Siehe auch
- Menstruationszyklus
- Prämenstruelles Syndrom(PMS)
- Menstruationsbeschwerden
Weblinks
- Museum of Menstruation(englisch)
- Lina Medina (englisch)
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Menstruation aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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