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Foetor ex ore

Unter Foetor ex ore oder fetor ex ore (lateinischfoetor, ?der Geruch?; ex, ?aus?; os, oris - ?der Mund?), auch unter der Halitosis und Halitose (von lateinisch halitus, ?der Atem?, ?Hauch? mit griechischerEndung -ose, vergleiche Derivate von halare, ?atmen? wie Inhalation), seltener unter der Kakostomie (griechisch ??????????, kakostomía, ?der schlechte Mund?), zu deutschdem Mundgeruch versteht man den schlechten Geruchdes Atems- im engeren Sinne den, der seinen Ursprung in der Mundhöhle selbst hat.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Pathophysiologie
  • 2 Ursachen
  • 3 Risikofaktoren
  • 4 Diagnostik
  • 5 Therapie
  • 6 Kulturgeschichte
  • 7 Siehe auch
  • 8 Weblinks

Pathophysiologie

Mundgeruch entsteht durch flüchtige Schwefelverbindungen, die sich unter die ausatmendeAtemluft mengen. Dazu zählen unter anderem Schwefelwasserstoff(H2S), Cadaverinund Methylmercaptan. Diese Stoffe entstehen z.B. durch die bakterielleZersetzung von Nahrungsmittelresten oder totem Gewebematerial.

Ursachen

Als Auslöser von Mundgeruch kommen lokale oder systematische Ursachen in Betracht. In 80-90% der Fälle liegen lokale Ursachen vor - entweder in der Mundhöhleoder im Nasen-Rachen-Raum.

Lokale Ursachen für Mundgeruch sind:

  • Mangelnde Mundhygiene(Plaque)
  • Schlechter Zahnstatus(Karies, Wurzelreste)
  • Entzündungen der Mundschleimhaut und/oder des Zahnfleischs (Stomatitis, Gingivitis, ANUG, Gingivostomatitis herpetica)
  • trockener Mund (ist schon bei normalen Sprechberufen weit verbreitet)
  • Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis, parodontale Taschen)
  • Andere Infektionen der Mundhöhle (z.B. Soor)
  • Infektionen im Nasen-Rachenraum (Sinusitis, Tonsillitis, Pharyngitis, Rhinitis, Mononucleosis infectiosa)
  • Maligne Tumoren

Systematisch bedingter Mundgeruch kann entstehen durch:

  • Allgemeinerkrankungen, z.B.
    • Diabetes mellitus, Diabetisches Koma
    • Niereninsuffizienz
    • Leberzirrhose, Coma hepaticum
    • Ösophagusdivertikel
  • Nahrungs- und Genussmittel (Knoblauch, Alkohol)
  • Schwefelhaltige Medikamente (Disulfiram, Dimethylsulfoxid)

Risikofaktoren

  • Rauchen
  • Mundatmung
  • Schnarchen
  • Schnupfen(wegen des proteinhaltigen Schleimes, der aus der Nasein den Rachenund damit auf den hinteren Anteil des Zungenrückens gelangt)
  • Hungerperioden (Diät zur Gewichtsreduktion) führen zu Azetongeruch
  • zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • ein hoher Proteinanteil in der Nahrung
  • ein niedriger Ballaststoffanteil in der Nahrung (wegen der mangelnden Abnutzung der Zungenpapillen bilden sich Nischen, in denen die Bakterien sich ansiedeln können)
  • geringe Speichelproduktion (Xerostomie) durch bestimmte Medikamente, Bestrahlung, Erkrankungen der Speicheldrüsen

Diagnostik

Für den Halitose-Patienten sehr verunsichernd ist die Tatsache, daß der Geruch des eigenen schlechten Atems selbst nicht wahrgenommen werden kann, da der Geruchssinnnur auf Veränderungen der Konzentration eines Duftstoffes anspricht (siehe auch olfaktorische Wahrnehmung). Abhilfe versprechen kleine Atemmeßgeräte für die Handtasche, mit denen der Schwefelgehalt der Ausatmungsluft festgestellt werden kann.

  • Schnelltest: Ablecken des Handrückens, trocknen lassen des Speichels und daran riechen
  • OrganoleptischePrüfung
  • Gaschromatographie (Konzentration flüchtiger Schwefelverbindungen)
  • ggf. internistische Untersuchung zum Ausschluss einer Allgemeinerkrankung

Therapie

  • Therapie der Grunderkrankung, wenn möglich
  • häufig trinken
  • Pfefferminzbonbons (möglichst ohne Zucker)
  • Mundhygiene(Zahnbürste, Zahnseide, Zungenschaber). Die Hauptmenge der "Geruchsbakterien" sitzt auf dem Zungenrücken. Nach dem Frühstück und nach dem Mittagessen Zähne putzen.
  • Desodorierende (wie Chlorophyll) und antibakterielle Mundspüllösungen (Chlorhexidin, Cetylpyridiniumchlorit(CPC)). Chlorhexidin tötet sehr zuverlässig und ohne Nebenwirkungen die Bakterien im Mund ab, darf aber laut Medikamentenhinweis nur ca. zwei Wochen verwendet werden.

Der Verzehr zuckerfreien Jogurtsverringert Mundgeruch.

Oft neigen Betroffene aus Unkenntnis meist zum Überdecken des üblen Geruchs durch den Dauerkonsum von Pfefferminzbonbonsoder Kaugummioder die Verwendung kosmetischer Mundwasser. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist jedoch nur vorübergehend und wird von den Nebenwirkungen häufig übertroffen. ZuckerhaltigeSüßigkeiten fördern bei Dauergebrauch Karies. Bonbons mit Zuckeraustauschstoffenwirken abführend.

Kulturgeschichte

Folgenschwer erscheint Mundgeruch in der griechischen Mythologie: Weil Aphrodite ihre Heiligtümer auf Lemnos vernachlässigt sah, strafte sie alle Frauen der Insel mit übelriechendem Atem. Als Folge blieben ihnen ihre Gatten fern und vergnügten sich stattdessen mit thrazischen Sklavinnen. Die eifersüchtigen Gattinnen brachten daraufhin in einer Nacht alle männlichen Bewohner der Insel um. Allein Thoas wurde von seiner Tochter versteckt und überlebte, und so wurde HypsipyleKönigin der Insel.

Auch heute ist der Hinweis auf üblen Mundgeruch ein recht effektives Mittel, um sich unerwünschter Zudringlichkeiten zu erwehren.

Siehe auch

  • Foetor ex pulmone
  • Foetor hepaticus
  • Foetor uraemicus

Weblinks

  • Artikel über Mundgeruch



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Foetor ex ore aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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