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Kehlkopf

Der Kehlkopf (medizinisch Larynx [?la????ks]) liegt vorne im Halsund bildet als Teil des Atemtraktsden Eingang vom Rachenzur Luftröhre. Von außen sieht man in der Mitte des Halses den Adamsapfel, der dem medianenVorsprung des Schildknorpelsentspricht. Embryonalentsteht er aus dem 4. Kiemenbogen.

Der Kehlkopf hat zwei Funktionen. Zum einen schützt er die Luftröhre vor Speisestücken, indem beim Schluckender Kehlkopf nach vorne oben gezogen und damit der Kehldeckelverschlossen wird. Zum anderen regulieren die Stimmbänderbei Säugetierenden Strom der Atemluftund erzeugen durch ihre Schwingungendie Sprache. Vögelbesitzen zwar ebenfalls einen Kehlkopf, aber ohne Stimmbänder und Kehldeckel. Für die Stimmbildung ist bei Vögeln die Syrinx, auch als "unterer Kehlkopf" bezeichnet, zuständig.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Aufbau
  • 2 Topographie
  • 3 Funktion
  • 4 Nerven- und Gefäßversorgung
  • 5 Untersuchung
  • 6 Verwandte Themen
  • 7 Weblinks

Aufbau

Bild:Kehlkopf Pferd.jpg
Schnitt durch den Kehlkopf eines Pferds
1 Zungenbein, 2 Kehldeckel (Epiglottis), 3 Vorhoffalte (Plica vestibularis), 4 Stimmfalte (Plica vocalis), 5 Musculus ventricularis, 6 seitliche Kehlkopftasche (Ventriculus laryngis), 7 Musculus vocalis, 8 Schildknorpel, 9 Ringknorpel, 10 Cavum infraglotticum, 11 erster Luftröhrenknorpel, 12 Luftröhre

Der Kehlkopf besteht aus drei großen Knorpeln, dem Schildknorpel(Cartilago thyroidea), dem Ringknorpel(Cartilago cricoidea), und dem Kehldeckel(Epiglottis), und den zwei kleineren Stellknorpeln(Cartilagines arytaenoideae). Der Schildknorpel bildet die vordere Wand des Kehlkopfes und ist vor allem an seiner Oberkante von außen zu sehen und zu tasten. Darunter liegt der waagrechte Ringknorpel, dem die Knorpelspangen der Luftröhrefolgen. Die Stellknorpel (Aryknorpel) sitzen dem Ringknorpel hinten gelenkigauf. Der Kehldeckel ist mit dem Schildknorpel verbunden und verschließt den Kehlkopfeingang gegen den Rachen. Die Knorpel werden von Bändern (Membrana cricothyroidea) zusammengehalten, und der Kehlkopf ist oben durch eine Membran am Zungenbein(Os hyoideum) aufgehängt. Die Stimmlippen(volkstümliche Bezeichnung "Stimmbänder", Ligamentum vocale) sind zwischen den Stellknorpeln und der Hinterwand des Schildknorpels gespannt. Sie werden von speziellen Muskeln(s. Kehlkopfmuskeln) bewegt.

Durch die Regulation der Weite und Spannung der Stimmlippen, durch die sie längs durchziehenden Stimmmuskelfasern und vor allem durch die Kehlkopfmuskelnwird der Grundklang von Stimme bzw. Gesang geformt. Dieser primäre Kehlkopfklang wird durch Bewegungen der Zunge und des Mundes zu Sprachlauten geformt. Ihren vollen Klang erhält die Stimme mittels der Resonanz im Mund - Nasen - Rachenraum (Ansatzrohr).

Es gibt noch einige kleine Knorpel, die aber funktionell keine Rolle spielen. Innen ist der Kehlkopf mit Schleimhautausgekleidet.

Topographie

Oberhalb des Kehlkopfes liegt der Rachen, in den sowohl die Luft aus Mund und Nase als auch die Speise gelangen. Nach unten setzt sich der Kehlkopf in die Luftröhre fort. Die Speiseröhre liegt hinter dem Kehlkopf. Beide liegen in einem Raum von lockerem Bindegewebe, das vorne vom mittleren und hinten vom hinteren Blatt der Halsfaszie begrenzt wird. Das mittlere Blatt spannt sich zwischen den beiden Musculi omohyoidei (Schulterblatt-Zungenbeinmuskeln) aus, das hintere umgibt die Halswirbelsäulemit ihrer Muskulatur. Unterhalb des Kehlkopfes liegt die Schilddrüse. Seitlich von Kehlkopf und Speiseröhre liegt im selben Raum die Gefäßnervenstraße des Halses.

Funktion

Der Musculus cricoarytenoideus posterior (auch 'Posticus', bei Tieren Musculus cricoarytenoideus dorsalis) entspringt hinten am Ringknorpel und setzt hinten am Processus muscularis (Muskelvorsprung) des Stellknorpels der jeweiligen Seite an, zieht ihn nach innen und damit die Stimmbänder, die vorne vor dem Gelenk mit den Stellknorpeln verbunden sind, auseinander.

Diesem Stimmritzenöffner stehen drei Schließer gegenüber. Der Musculus cricoarytenoideus lateralis entspringt vorne außen am Ringknorpel, setzt ebenfalls am Processus muscularis an und macht damit genau die gegenläufige Bewegung wie der Posticus. Der quere und der schräge Stellknorpelmuskel verbinden direkt die beiden Stellknorpel und ziehen sie zusammen. Für die Formung der Sprache ist der Stimmbandmuskel (Musculus vocalis) wichtig, der als Teil des Musculus thyroidoepiglotticus der Außenseite der Stimmbänder anliegt und ihre Spannung reguliert.

Die Frequenz, mit der die Stimmbänder schwingen, bestimmt die Tonhöhe, die Stärke des Luftstroms dagegen die Lautstärke. Dabei dienen die Lungenin der Brust und die Nasennebenhöhlenim Kopfals Resonanzräume. Brustresonanz macht die Stimme getragener und etwas dunkler als Kopfresonanz. Ständige Heiserkeitohne erkennbare organische Ursache beruht oft darauf, dass die Resonanzräume wenig eingesetzt werden und deshalb die Stimme über Gebühr beansprucht wird.

Beim Schlucken wird der Kehlkopf sowohl am Zungenbein als auch gegen das Zungenbein nach oben gezogen und damit der Kehldeckel gegen das Fettpolster der Halswand gedrückt. Durch die Kontraktion des Zungengrundes, der die vordere Halswand bildet, wird der Kehldeckel noch völlig verschlossen. Beim Versuch beim Essen gleichzeitig zu reden, kann es passieren, dass kleine Mengen Speise oder Flüssigkeit die Schleimhaut von Kehlkopf und Luftröhre berühren, was zu einem starken Hustenreizführt.

Nerven- und Gefäßversorgung

Der Nervus laryngeus superior(oberer Kehlkopfnerv, bei Tieren als Nervus laryngeus cranialis bezeichnet) versorgt den äußeren KehlkopfmuskelM. cricothyroideus und die Kehlkopfschleimhaut oberhalb der Stimmritze. Er stammt vom Nervus vagus(X. Hirnnerv).

Der Nervus laryngeus inferior(unterer Kehlkopfnerv, bei Tieren als Nervus laryngeus caudalis bezeichnet) versorgt die innere Kehlkopfmuskulatur und die Schleimhaut des Kehlkopfes unterhalb der Stimmritze läuft. Einseitige Schädigung führt zu Heiserkeit, bei Tieren zum Kehlkopfpfeifen(englisch 'roaring'), da die gelähmte Stimmfalte im Luftstrom flattert. Dies tritt am häufigsten beim Pferdauf.

Die Arteria laryngea superior (obere Kehlkopfarterie), die ihn oberhalb der Stimmritze versorgt, ist der erste Ast der Arteria carotis externa(äußere Halsschlagader). Sie verlässt sie kurz nach Aufteilung der Halsschlagaderund erreicht ihr Ziel durch eine Perforation in der Membran, an der der Kehlkopf am Zungenbein aufgehängt ist. Die Arteria laryngea inferior (untere Kehlkopfarterie) stammt aus der A. subclavia (Schlüsselbeinarterie). Sie versorgt aufsteigend die Luftröhre und den unteren Teil des Kehlkopfes.

Der Verlauf der Venenorientiert sich grob an dem der Arterien, wie in den meisten Regionen des Körpers.

Krankheiten, die den Kehlkopf betreffen können, sind:

  • Entzündungenz.B. bei einem Infekt der Atemwege
  • Fehlbildungen
  • Tumorenwie z.B. dem Kehlkopfkrebseiner typischen Erkrankung von Rauchern
  • Krupphusten
  • Kadaverstellung.

Das entscheidende Symptomfür eine Kehlkopfkrankheit ist die Heiserkeit.

Untersuchung

Bild:Bronchoskop.jpg
Erläuterung eines Bronchoskops

Untersuchen kann man den Kehlkopf mittels eines Endoskops, z.B. mit einem Rachenendoskop oder einem Bronchoskop. Von außen kann man den Kehlkopf tastend untersuchen. Gute Kehlkopfbilder liefert das CT = Computertomogrammund die Kernspinuntersuchung. Im Rahmen der Intubationwird das Organ mittels eines Laryngoskopsdargestellt und ist gut einsehbar.

Man kann den Kehlkopf auch untersuchen, indem man eine Lichtquelle rechts neben dem Kopf des Untersuchten anbringt, das Licht über einen Stirnspiegel in den Mund und von dort mit einem gestielten Handspiegelchen weiter in den Hals reflektiert. Früher war die Untersuchung nicht anders möglich.

Verwandte Themen

  • Der Kehlkopf spielt eine wesentliche Rolle bei der menschlichen Artikulation.

Weblinks

  • http://www.vocalis-projekt.de/html/stimme/anatomie.htm
  • Histologie = Gewebsschnitte vom Kehlkopf



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kehlkopf aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
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